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Achern Pflegekräfte klagen über Bürokratie

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Auf der Ladefläche des Lastwagens vor dem Acherner Rathaus hielten die Organisatoren und ihre Gäste eine Podiumsdiskussion ab. "Weil wir es wert sind". Immer wieder forderten die Demonstranten mit diesem Spruch mehr Geld... und mehr Zeit. Foto: Deckert

Achern - "Wir stehen auf, denn Pflege braucht bessere Rahmenbedingungen." Unter diesem Motto sind gestern in Achern Pfleger, Inhaber von Pflegediensten und Geschäftsführer von Pflegeheimen auf die Straße gegangen. Lautstark, nachdrücklich und der Hitze trotzend.

Organisiert worden ist der Marsch von der Illenau zum Rathaus am Markt von der Initiative "Pflege steht auf". Sie ist ein Zusammenschluss von Pflegeexperten aus dem nördlichen Ortenaukreis, die mit dem Demonstrationszug und der anschließenden Podiumsdiskussion in der Stadtmitte auf ihre Situation aufmerksam machen möchten. Begleitet von lauten Rufen, Trommeln und Trillerpfeifen, zogen die mehreren Hundert Demonstranten auf dem Platz vor dem Rathaus auf.

Die Demo-Organisatoren beklagen, dass sowohl die öffentliche Hand als auch die Kostenträger nicht auf die Fachkompetenz der Pflegeexperten vertrauen, sondern "nicht nachvollziehbare Prüfungen und Schikanen" einsetzen, um die Kontrolle zu haben. Als Beispiel führen sie die Schulnoten-Bewertung der Pflegeheime an. "Da wird eine ausgebildete Fachkraft plötzlich wieder zum Schulkind", beklagte Sabine Fronz, Geschäftsführerin des Altenpflegeheims St. Franziskus in Achern. Bei diesen Prüfungen werde "detailliert nach Fehlern gesucht", echauffierte sie sich. Das sei keine wertschätzende Haltung.

Des weiteren fordern die Pflegekräfte, Zeitvorgaben zur Versorgung der Menschen, die eine "menschenwürdige" Pflege erlauben. Täglich haben die Angestellten pro Klient 100 Minuten Zeit. In dieser Zeit muss der Patient aufstehen, gewaschen und angezogen werden, er muss alle Mahlzeiten zu sich nehmen und auch alle Toilettengänge verrichten. Am Ende des Tages muss er bettfertig gemacht und zu Bett gebracht werden. Von den 100 Minuten brauchen die Pflegefachkräfte nach eigener Aussage 30 Minuten, um ihre Arbeit zu dokumentieren.

Auch das Thema Kostenbewusstsein macht dem Berufsstand zu schaffen. Denn: Für ihre Arbeit und den Aufwand bekämen sie schlicht zu wenig Geld. Das führe wiederum dazu, dass immer weniger junge Menschen sich zu einer Pflegefachkraft ausbilden ließen – oder ausgebildete Fachkräfte nach wenigen Jahren ihren Beruf wieder an den Nagel hängen, weil er ihnen zu viel abverlangt. Ein Teufelskreis, denn dann entstünden wieder personelle Engpässe, die der Patient mit unter zu spüren bekommt. "Wir fragen: Wann stehen Anforderungen und Personalausstattung wieder in einem sachgerechten Verhältnis zueinander?"

Die Demonstranten beklagten lautstark, dass die Reglementierungen und Regulierungen ihres Berufs ins Unermäßliche gestiegen seien. "Die Pflege ist ein Tummelplatz für Bürokratie geworden", fasste es Fronz zusammen. Der Kundgebund schloss sich eine Podiumsdiskussion an.

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