Der HBW Balingen-Weilstetten empfängt in der 2. Handball-Bundesliga am Sonntag (17 Uhr) den Dessau-Roßlauer HV zum Spitzenspiel. Es wird schwierig.
Mit einem Heimerfolg am Sonntag (17 Uhr) gegen den Dessau-Roßlauer HV wollen sich die Handballer des HBW Balingen-Weilstetten ein vorweihnachtliches Geschenk machen und ihre gute Ausgangsposition nach dem hart erkämpften 32:30-Auswärtssieg beim VfL Eintracht Hagen weiter festigen.
In einer bis zur Schlussminute intensiven Partie behielten die „Gallier“ die Nerven und setzten sich am 15. Spieltag in einem wahren Krimi durch. Dabei geriet das Spiel mehrfach auf des Messers Schneide, ehe Balingen dank starker Abwehrarbeit und konzentrierter Abschlüsse die Punkte mitnahm.
Bereits in den ersten Minuten zeigten beide Teams, dass sie den Sieg suchten. Der HBW erwischte den etwas besseren Start, musste aber immer wieder teils spektakuläre Paraden des aktuell formstärksten Torhüters der Liga, Pascal Bochmann, verkraften. Im Lauf der ersten Hälfte wuchs der Balinger Vorsprung, doch Hagen blieb trotz hoher Intensität im Spiel.
Zweikampf auf Augenhöhe
Auch nach dem Seitenwechsel blieb es ein Zweikampf auf Augenhöhe. Balingen bewies in kritischen Momenten seine Klasse, glich schwierige Phasen aus und setzte sich letztlich mit zwei Toren Differenz durch. Die „Gallier“ rückten mit diesem Erfolg, der auf Hagener Seite Unruhe auslöste, auf Tabellenplatz zwei vor und gehen mit Selbstvertrauen in die kommenden Begegnungen.
Keine OP bei Stefan Bauer notwendig
Allerdings hat dieser Erfolg auch seinen Preis: Kreisläufer und Abwehrspezialist Stefan Bauer zog sich in Hagen eine Knieverletzung zu und fällt für die letzten beiden Spiele des Kalenderjahres aus. Die Diagnose zu Beginn der Woche ergab eine Innenbandinstabilität im rechten Knie. Glücklicherweise ist eine Operation nach weiteren Untersuchungen aber nicht notwendig. Dennoch fehlt Bauer in den wichtigen Begegnungen gegen den Tabellensechsten Dessau-Roßlauer HV und beim Primus SG BBM Bietigheim.
Trainer Matti Flohr würdigte die Leistung seines Teams trotz der Personalsorgen: Die Mannschaft habe sich „mit Kampfgeist und Geschlossenheit“ den Sieg verdient, der wichtige Impulse für die weitere Saison geben könne.
Saisonverlauf bleibt eng
Mit Blick auf die nächsten Aufgaben müssen die „Gallier“ nun zeigen, dass sie auch ohne ihren Abwehrspezialisten konkurrenzfähig bleiben. Der Saisonverlauf bleibt eng, und nach der Weihnachtspause gilt es, die starke Leistung aus der Hinrunde zu bestätigen und weiter konstant Punkte zu sammeln.
Der Anfang soll allerdings jetzt schon am kommenden Sonntag gemacht werden, wenn man in der heimischen Mey-Generalbau-Arena auf die Gäste vom Dessau-Roßlauer HV trifft.
„Matti“ Klohr warnt
„Sie spielen sehr, sehr diszipliniert“, sagt HBW-Cheftrainer Matthias „Matti“ Flohr und ergänzt: „Zudem nehmen sie sich keine dummen Aktionen, aber gehen schon in ein wohl abgewogenes Risiko. Insgesamt sehr mutig und präzise. Nichts Außergewöhnliches, nichts, was wir nicht kennen.“ Dennoch zeigt sich HBW-Kommandogeber von den Bibern beeindruckt: „Sie leisten mehr als der Anspruch des Vereins nach dem Bülow-Abgang war. Sie machen es wirklich gut, das beflügelt die Mannschaft – und das merkt man. Sie spielen unbeschwert, spielen befreit auf und sind im Flow.“
Wiedersehen mit Mika Schüler
Ein Wiedersehen gibt es dabei mit dem „Ex-Gallier“ Mika Schüler, der sich die Verantwortung im Rückraum der Dessauer mit Fritz Haake und Jakub Powarzynski teilt. „Wir haben aufgrund der vielen Blessuren und Verletzungen eine schwierige Trainingswoche, aber werden uns fokussiert auf Dessau vorbereiten und dann nochmal alle Kräfte gemeinsam mit der Halle bündeln. Dann bin ich guten Mutes, dass wir das letzte Heimspiel der Hinrunde gemeinsam mit den Zuschauern zu einem guten Ende führen“, so Flohr vor dem letzten Heimspiel des aktuellen Kalenderjahres.