it der Erneuerung der wasserrechtlichen Genehmigung wird für die Hausacher Kläranlage auch ein Sanierungsplan für die nächsten zehn Jahre erarbeitet. Foto: Ramsteiner

Die Versammlung des Abwasserzweckverbands der Raumschaft Hausach/Hornberg begann mit dem Dank des Vorsitzenden Wolfgang Hermann an das Klärwerkteam, das in der Zeit der Leitungsvakanz den Betrieb hervorragend in Schuss gehalten habe.

Der neue Betriebsleiter Leonhard Läufer stellte sich vor und berichtete über den Sachstand der Kläranlage. Die Hausacher Kläranlage sei ausgelegt auf 34 000 Einwohnerwerte, sie arbeite an der Belastungsgrenze, „aber die Werte werden eingehalten“, so Läufer. Die habe er sich alle angeschaut, bevor er den Arbeitsvertrag unterschrieben habe. Im Vergleich mit Anlagen der gleichen Größenklasse im Land könne man sich durchaus sehen lassen. Auch der Stromverbrauch von 31,5 KWh pro Einwohner und Jahr sei nicht schlecht. Davon brauche man zwei Drittel in der Biologie, da lasse sich mit etwas Aufwand gut zehn Prozent einsparen, das seien gut 20 000 Euro, so Läufer.

 

Jochen Molitor von den SAG-Ingenieuren berichtete über die laufenden und künftigen Maßnahmen der Kläranlage. Seit 2010 habe man mit jährlichen Sanierungsmaßnahmen die Anlage auf Stand gehalten. 2020/21 sei nichts gemacht worden, 2023 wurde das Flachdach des Schlammentwässerungsgebäudes saniert, aber ohne Fotovoltaikanlage, weil da elektrotechnisch zunächst noch etwas getan werden müsse. Die Studie von 2019 zu PVAnlagen sei überholt. Molitor schlug vor, diese fortzuschreiben.

Genehmigung läuft nach 15 Jahren aus

Die wasserrechtliche Genehmigung läuft nach 15 Jahren Ende 2026 aus. Die Anträge sollten 2025 eingereicht werden. Darin werde auch eine Sanierungsplanung gefordert. Im Zuge der Genehmigung soll der Sanierungsplan für zehn Jahre bepreist und priorisiert werden, um künftig wieder jährlich notwendige Maßnahmen umzusetzen, schlug Molitor vor und nannte eine ganze Reihe Maßnahmen für die nächste Zukunft.

Die höchste Priorität hat für den Betriebsleiter die Betriebssicherheit der Anlage. Auch die Eigenkontrollverordnung wird noch Investitionen erfordern. Laut Felix Holz vom Büro Zink Ingenieure seien seit 2013 von 38 Kilometern Gesamtnetzgröße ein Drittel bearbeitet mit einem Einsatz von 350 000 Euro.

Erneut ging es um den Treppenabgang zum Primärschlammpumpwerk, das sich bisher nur mit persönlicher Schutzausrüstung und mit zwei Personen erreichen lässt und für dessen Erneuerung für die Versammlung bisher viel zu hohe Investitionen im Raum standen. Tobias Kamm von der Firma Holinger stellte eine Optimierung mit einem Hochbau vor: 198 000 Euro für das Bauwerk, 180 000 Euro für die Maschinentechnik, in Summe 379 000 Euro brutto plus Nebenkosten. Mit dem Effekt einer großen Arbeitserleichterung wäre das Pumpwerk komplett erneuert mit einem Betrag, den man bisher fast nur für die Treppe hätte ausgeben müssen. Der Betrag wurde in den Wirtschaftsplan 2025 eingestellt.

Auch im kommenden Jahr ist keine Kreditaufnahme vorgesehen, der Schuldenstand wird damit weiter sinken.Zwei Anbieter haben an der europaweiten Ausschreibung für die Strombelieferung teilgenommen. Das wirtschaftlichste Angebot kam vom E-Werk Mittelbaden mit 364 272 Euro insgesamt für die kommenden drei Jahre. Es bekam den Zuschlag vorbehaltlich der Prüfung, die noch nicht erfolgt sei.

Abschluss 2023

Von den Verbandsgemeinden wurden 2023 Umlagezahlungen in Höhe von insgesamt 1,4 Millionen Euro geleistet, knapp 421 000 Euro weniger als geplant, berichtete Verbands- rechner Boris Groß. Für die laufende Unterhaltung der Maschinenanlagen einschließlich Wartungsarbeiten wurden 208 744 Euro verbucht, gut 60 000 Euro weniger als geplant. Auch beim Stromeinkauf und bei der thermischen Entsorgung des Klärschlamms wurden die Planansätze nicht erreicht. Es wurden keine neuen Kredite aufgenommen, der Schuldenstand hat sich auf 136 355 Euro verringert.