Einen kleinen Silberstreif am Horizont gab es beim Abwasserkanal im Gebiet Mooswald. Dieser wurde aber mit einem Federstrich jäh zunichte gemacht. Das sind die Gründe.
Durch eine Neukartiertung habe man etwas Hoffnung, einen klassischen Kanal in Tiefbauweise errichten zu können, sagte Hauptamtsleiter Andreas Kaupp im Gemeinderat. Hierzu habe man eine Anfrage an das Umweltamt im Landratsamt Rottweil gestellt.
Die Antwort fiel aber ernüchternd aus, wie im Schreiben von Philipp Klein von der Unteren Naturschutzbehörde deutlich wurde. Darin heißt es: „Durch die Offenlandbiotopkartierung hat es im Gemeindegebiet Veränderungen hinsichtlich Qualität, Größe und Lage, wie auch dem Vorhandenseins von Biotopen gegeben. Bei künftigen Planungen ist dies zu berücksichtigen.
Keine Veränderungen für die Planung
Für die Planungen der Abwasserleitung Mooswald wurde damals bereits die aktuellste Schutzgebietskulisse eingespeist. Dies geschah im Hinblick darauf, die schutzwürdigen Bereiche möglichst gering, aber auch orientiert am Bestand zu halten. Insofern ergeben sich aber nun keine Veränderungen für die Planungen der Abwasserleitung Mooswald.
Eine Rückkehr zur einer Planung, die einen Kanal in offener Bauweise durch Lebensraumtypen des FFH-Gebietes vorsieht, wird es nur noch dann geben können, wenn sehr kleine Bereiche beeinträchtigt werden sollen. Für die Abwasserleitung Mooswald ist das Vorliegen einer alternativen Bauweise (Mix aus offener Bauweise und Spülbohrung) im Rahmen der Prüfung von Natura-2000 maßgeblich, da diese mit einer geringeren Beeinträchtigung einhergeht und nicht als unverhältnismäßig angesehen wird.
Gemeinderäte schütteln den Kopf
Das Spülbohrverfahren wird voraussichtlich überall dort Anwendung finden, wo eine Beeinträchtigung als erheblich eingestuft wird, beziehungsweise wo durch das Verfahren ein erheblicher Eingriff in einen Lebensraumtyp vermieden werden kann.
Weiterer Fragen aus der Gemeinde vorgreifend – auch wenn sich abzeichnen sollte, dass die Schäden aus dem Bauabschnitt Spittel/Welschdorf behoben sind – wird dies keine Auswirkungen darauf haben, dass das Spülbohrverfahren im zweiten Bauabschnitt Mooswald als weniger zerstörerische Alternative in sensiblen Bereichen zur Verfügung steht und muss dementsprechend angewendet werden. Auch Ihnen, wie auch dem Rathaus- und Bauhof-Team, wünsche ich frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr“.
Die Gemeinderäte reagierten auf diese Aussagen mit Kopfschütteln, Frust und Grummeln.