Der Furtwanger Kämmerer Marcel Dold präsentierte den Jahresabschluss des Eigenbetriebs. Ein großes Projekt war der Anschluss von Linach an die Kläranlage.
Beraten hat der technische Ausschuss des Furtwanger Gemeinderats den Jahresabschluss 2024 des Eigenbetriebs Abwasserentsorgung.
Damit ist man hier, im Unterschied zu anderen Eigenbetrieben, inzwischen auf dem Laufenden. Durch die Umstellung auf das neue kommunale Haushaltsrecht musste einiges erst nachträglich aufgearbeitet werden. Ein Eigenbetrieb, für das Abwasser besteht er seit 2006, ist eigentlich ein rechtlich unselbständiger Teil der Stadt und kein wirtschaftliches Unternehmen. Deshalb ist auch Gewinnerzielung ausgeschlossen. Aber die ganzen Buchungen aus diesem Sektor werden separat vom anderen Haushalt durchgeführt. Sie sind aber dann wieder mit dem städtischen Haushalt verknüpft.
Im vergangenen Jahr gab es im Eigenbetrieb Abwasser ein Minus von 273 000 Euro. Dieses kann aber mit dem Überschuss aus dem Vorjahr in Höhe von 109 000 Euro verrechnet werden. Die restlichen 164 000 Euro werden aus den allgemeinen Rücklagen gedeckt.
Ursprünglich war man bei der Planung für 2024 davon ausgegangen, dass am Ende ein ausgeglichenes Ergebnis, also kein Gewinn und kein Verlust auftritt. Ein wesentlicher Grund dafür, so Kämmerer Marcel Dold, war die Zinswende 2024. Dies hatte sowohl bei den innerstädtischen Krediten wie bei den Banken zu deutlich höheren Zinsaufwendungen geführt.
Mehr Einnahmen durch erhöhte Abwassergebühr
Bei den aktuellen Planungen für 2025 geht man wieder von einem ausgeglichenen Ergebnis aus. In diesem Jahr rechnet Dold mit mehr Einnahmen durch die erhöhte Abwassergebühr von 18 000 Euro, dem dann im Folgejahr durch andere Kostensteigerungen ein Verlust von 18 000 Euro gegenübersteht. Über beide Jahre also ein ausgeglichenes Ergebnis.
Auf Grund der aktuellen Zahlen kann Dold noch nicht abschätzen, ob bei der nächsten Gebührenkalkulation im Herbst 2026 für die Jahre 2027 und 2028 wieder Gebührenerhöhungen anstehen. Diese Zahlen werden für die Beratung im kommenden Herbst ausgewertet und zusammengestellt.
Investitionen von 736 000 Euro
Insgesamt gab es im Bereich der Abwasserentsorgung im vergangenen Jahr Investitionen von 736 000 Euro gegenüber geplanten Ausgaben von 1,6 Millionen Euro. Diese Investitionen wirken sich allerdings nicht direkt auf den Haushalt aus, sondern werden erst nach Fertigstellung der Maßnahme über die Abschreibung auf mehrere Jahre verteilt. Die größten Projekte im Bereich Abwasser waren der Anschluss von Linach an die Abwasserentsorgung zur Kläranlage Vöhrenbach und die Generalsanierung der Allmendstraße mit Kanalsanierung. Auf das laufende Jahr verschoben wurden die Druckleitung in Hinterschützenbach mit etwa 90 000 Euro, der Kanal im Dreifaltigkeitsbergweg für 75 000 Euro und im Vorderschützenbach mit 38 000 Euro.
Die Gesamtbilanz für den Eigenbetrieb Abwasserentsorgung mit Aktiva und Passiva betrug 12,9 Millionen Euro. 2024 wurden Kredite von 1,47 Millionen Euro aufgenommen. Bei der Beratung im Ausschuss wurden auch einige Fragen gestellt. Diese wird Dold noch bis zur nächsten Gemeinderatssitzung klären und die Details dann vorlegen.
Der Ausschuss empfahl dem Gemeinderat einstimmig, allerdings mit einer Enthaltung, den Abschluss zu genehmigen.