Unterkirnach beantragt eine neue Erlaubnis für die Kläranlage – ob sie langfristig weiterbetrieben oder das Abwasser nach Villingen geleitet wird, ist noch offen.
Unterkirnach beantragt eine neue Erlaubnis für die eigene Kläranlage. Mit Villingen-Schwenningen wird es aber weitere Gespräche zur Einleitung des Abwassers in das Klärwerk von Villingen geben.
Dominik Bordt von den BIT Ingenieuren stufte die Reinigungsleistung der Unterkirnacher Kläranlage als zufriedenstellend ein: „Die vorgeschriebenen Grenzwerte können eingehalten werden“, fasste er zusammen. „Die Anlage wird gut betrieben“, zollte er Lob an das Bedienungspersonal aus dem Werkhof.
Nachdem die wasserrechtliche Erlaubnis zum Betreiben der Kläranlage abgelaufen sei und man sich derzeit in einer Duldungsphase befinde, sei eine neue Beantragung der Betriebserlaubnis zweckmäßig, sagte der Experte für Kläranlagen. „Sie erreichen einen rechtssicheren Zustand und gewinnen Bedenkzeit für die Entscheidung, ob die Kläranlage auf lange Sicht weiterbetrieben wird oder eine Einleitung des Abwassers nach Villingen vorteilhaft ist“, machte Bordt deutlich.
Der Diplomingenieur betonte, dass Unterkirnach selbst bei einer Beschränkung auf das Nötigste in den nächsten zehn Jahren an erheblichen Investitionen in Höhe von rund einer halben Million Euro nicht herumkomme. Als größten Posten nannte er die Erneuerung der Schaltanlage, die er auf rund 330 000 Euro bezifferte.
Neue Elektrotechnik
Susanne Ciampa erkundigte sich nach der Bauzeit für eine neue Elektrotechnik. Man könne diese auf zwei Jahre strecken, aber eine scheibchenweise Erneuerung über viele Jahr sei nicht möglich, lautete die Antwort.
Thomas Rauer wollte wissen, ob die Villinger Kläranlage das eventuell zusätzliche Abwasser aus Unterkirnach verkraften könne. „Die hiesigen Einwohner werden die Anlage in Villingen nicht in die Knie zwingen“, ist die Einschätzung von Dominik Bordt. Das Klärwerk des Schwarzwalddorfs ist auf eine Jahresschmutzwassermenge von 220 000 Kubikmetern ausgelegt.
Blick in die Zukunft
Patrick Seng lenkte den Blick in die Zukunft. „Wir brauchen Klarheit über die Kosten für eine mögliche Einleitung des Abwassers nach Villingen“, forderte er.
Neben einer Einstiegsgebühr für den Anschluss an Villingen kam der dann noch zu zahlende Preis für das Unterkirnacher Abwasser zur Sprache. Ingenieur Bordt deutete schwierige Gespräche mit Villingen-Schwenningen an. Er gab als realistisches Ziel an, in zwei Jahren konkrete Zahlen zu haben. „Mit einer wasserrechtlichen Genehmigung im Rücken verhandelt es sich leichter“, sagte Bürgermeister Andreas Braun.
Der Gemeinderat beschloss einstimmig, die wasserrechtliche Erlaubnis für den 15-jährigen Weiterbetrieb der Kläranlage zu beantragen. Mit der Doppelstadt sollen die Gespräche zum Anschluss an das Villinger Klärwerk weitergeführt werden. Die Sanierungen auf der bestehenden Kläranlage sollen auf das Nötigste begrenzt werden. Dazu zählt die Erneuerung der Elektrotechnik.