Die Leitungsbrücke bringt am Fischinger Sportplatz jede Menge Abwässer über den Neckar. Damit nichts davon in den Fluss gelangt, ist eine Sanierung notwendig. Foto: Schneider

Was passiert, wenn Unmengen an Abwasser ungefiltert in den Neckar gelangen? Um solch ein Unglück zu verhindern, soll eine Brücke bei Fischingen instand gesetzt werden.

Seit vielen Jahren sorgt die Leitungsbrücke am Fischinger Sportplatz dafür, dass das Abwasser aus der südwestlichsten Bebauung des Ortsteils über den Neckar in den vorhandenen Gemeindeverbindungskanal gepumpt werden kann.

 

Möglich macht dies das vorgeschaltete, unterirdische Pumpwerk. Doch wer in jüngerer Zeit daran vorbeigegangen ist, wird es bemerkt haben: Am Portalrahmen ist die Schutzbeschichtung durchgerostet, auch an den Fußplatten ist Rost zu sehen.

Note: 2,4

Die Haupt- und Querträger über den Fluss sind teilweise verbogen – möglicherweise das Ergebnis von Anprallschäden durch Treibgut, das bei einem der vergangenen Hochwassern auf die Brücke traf. Auch sind an verschiedenen Stellen Betonabplatzungen erkennbar.

„Bei der letzten Hauptprüfung 2023 hat die Brücke die Zustandsnote 2,4 erhalten“, erklärt Alexander Beller, verantwortlich für das Straßen- und Wegemanagement, den Stadträten im Ausschuss Technik und Umwelt.

Bauen im laufenden Betrieb

Das heißt: Eine laufende Unterhaltung sowie eine mittelfristige Instandsetzung ist erforderlich. Denn Schäden an einzelnen Bauteilen beeinträchtigen deren Dauerhaftigkeit und können somit das gesamte Bauwerk in Mitleidenschaft führen.

Und die Instandsetzung hat man nun im Blick. Damit zahlreiche Fischinger Bürger an die Abwasserinfrastruktur angeschlossen bleiben, müssen sowohl die Leitungen als auch das Pumpwerk während der Bauzeit in Betrieb bleiben.

Brücke wird total verpackt

Gleichzeitig darf das Flussgewässer nicht durch die anstehenden Bauarbeiten verunreinigt werden. Denn diese sehen vor, dass die vorhandenen Altbeschichtung entfernt und es zum Neuaufbau des Korrosionsschutzes in dreifacher Form – also mit Grund-, Zwischen- und Deckbeschichtung – kommt.

Damit keine Schadstoffe wie Strahlgut oder Beschichtungsmaterial in den Neckar gelangen, wird deshalb eine vollständige staub- und wasserdichte Gerüsteinhausung geplant. Die Maßnahme soll in zwei Abschnitten erfolgen. Nach Fertigstellung des ersten Bauabschnitts wird die für die Sanierung nötige Gerüsttraverse umgesetzt, so dass die Wiedereinrüstung des Überbaus im zweiten Baufeld fortgeführt werden kann

20 000 Euro für „Unvorhergesehenes“

Die Baumaßnahmen sind nur innerhalb eines Zeitfensters von Mai bis September möglich, die Dauer der Bauzeit beträgt zwischen zehn und zwölf Wochen. Da es sich beim Neckar um ein Gewässer „erster Ordnung“ handelt, ist die Priorität, zu handeln, hoch.

Das Ingenieur-Honorar mit Bauüberwachung liegt bei knapp 45 000 Euro, die baulichen Sanierungskosten werden mit 174 000 Euro angegeben. Für „Unvorhergesehenes“ oder einen Kanalspülwagen sollen 20 000 Euro veranschlagt werden. Inklusive Mehrwertsteuer liegen die Gesamtkosten somit bei gut 284 000 Euro.

Stadträte sind sich einig

„Wir sind an der Planung schon dran, noch im Februar soll die Ausschreibung erfolgen“, erläutert Beller den straffen Zeitplan. Die Vergabe habe man für April angesetzt.

Aber sind 174 000 Euro für die Brückensanierung nicht ganz schön viel und unterirdisch verlegte Rohre unter dem Neckar die bessere Variante? „Eine Leitung unter dem Neckar wird nicht kostengünstiger“, stellt er auf Nachfrage aus dem Gremium klar.

Und so erfolgt die Vergabe der Ingenieurleistungen an das Ingenieurbüro Störk + Bengsch aus Bühlertal einstimmig.