Die Schramberger Kläranlage – auch das Langenschiltacher Abwasser soll hier bald geklärt werden. (Archivfoto) Foto: Stephan Wegner

Bald soll Langenschiltach sein Abwasser nach Schramberg ableiten. Denn die Kläranlage in Tennenbronn wird stillgelegt. Der Weg dahin wird teuer. Doch eine Alternative gibt es nicht.

Wenn es ums Abwasser geht, ist Langenschiltach unter den St. Georgener Stadtteilen der Exot: Als einziger Teilort entwässert Langenschiltach nicht in die Kläranlage Peterzell, sondern seit Oktober 1993 nach Tennenbronn.

 

Doch das wird sich schon bald ändern. Denn die Tennenbronner Kläranlage steht vor dem Aus. 2027 läuft die wasserrechtliche Erlaubnis für den Betrieb der Kläranlage aus.

Untersuchungen der Stadt Schramberg kamen zu einem eindeutigen Ergebnis, das Claudius Bauknecht, stellvertretender Tiefbau-Abteilungsleiter, in jüngster Sitzung des St. Georgener Gemeinderats präsentierte: Eine Sanierung der maroden Kläranlage ist wirtschaftlich nicht darstellbar. Stattdessen soll das Abwasser, das bislang in Tennenbronn geklärt wird, künftig ins Schramberger Klärwerk eingeleitet werden.

Grund für diese Entscheidung sind die Kosten: Die Sanierung der Kläranlage Tennenbronn würde acht bis 15 Millionen Euro kosten, rechnete Bauknecht den Räten vor – und Zuschüsse seien noch dazu keine zu erwarten.

Bau soll 2026 beginnen

Dahingegen geht der Bau eines rund sechs Kilometer langen Ableitungskanal durch das Bernecktal deutlich weniger ins Geld. Die Stadt Schramberg rechnet mit Kosten von insgesamt rund 4,7 Millionen Euro und einer Förderung von etwa 1,3 Millionen Euro.

Kosten, an denen sich auch St. Georgen beteiligen muss – immerhin wird eines Tages auch Abwasser aus Langenschiltach durch den Kanal nach Schramberg fließen. Etwas mehr als 14 Prozent der nicht förderfähigen Kosten soll die Bergstadt tragen. Das entspricht etwa 477 000 Euro. Gebaut werden soll der Kanal in den Jahren 2026 und 2027.

Die Tennenbronner Kläranlage stellt ihren Betrieb ein. Das hat auch Auswirkungen auf Langenschiltach. (Archivfoto) Foto: Martin Dold

Doch so ganz ist die Rechnung mit dieser Summe noch nicht bezahlt. Denn zum Bau des Ableitungskanals kommen noch weitere Positionen hinzu. Vor allem sind Investitionen in die Schramberger Kläranlage notwendig, um diese zu erneuern und zu erweitern. Mit immerhin rund 22 Millionen Euro schlagen die geplanten Maßnahmen zu Buche, wobei die Stadt Schramberg mit etwa 3,3 Millionen Euro an Förderung rechnet.

St. Georgen trägt gut zwei Prozent der Kosten

Die verbleibenden Kosten werden dann auf all jene Kommunen umgelegt, die – aktuell und nach dem Aus der Kläranlage Tennenbronn – Abwasser nach Schramberg ableiten. Über Langenschiltach ist somit auch St. Georgen finanziell mit im Boot – neben Lauterbach und Hardt. Wobei die Bergstadt mit 2,31 Prozent und knapp 432 000 Euro den geringsten Anteil zu tragen hat. Diese Zahl sei jedoch noch nicht komplett belastbar, erklärte Bauknecht, was vor allem mit der Höhe der Förderung zusammenhänge.

Was kostet die Instandhaltung?

Ein Fragezeichen steht auch noch hinter den Instandhaltungskosten für die Kanäle, durch die das Abwasser von Tennenbronn nach Schramberg fließt. Auch daran muss St. Georgen sich beteiligen – je nach Abschnitt mit Anteilen zwischen fünf und 15 Prozent der anfallenden Kosten.

Unsicherheit im Gremium

Wie viel die Instandhaltung letztlich kostet, konnte Bauknecht in der Sitzung jedoch noch nicht sagen. Unsicherheiten, welche dem Gemeinderat – auch in Verbindung mit dem noch nicht komplett geklärten Anteil an den Investitionskosten für die Schramberger Kläranlage – nicht unbedingt schmeckten. Bürgermeister Michael Rieger schlug deshalb vor, den Beschluss zu vertagen. „Ich spüre eine große Unsicherheit hier im Gremium“, konstatierte er.

Letztlich war der Tenor im Gemeinderat aber klar: Man könne beschließen – und bis auf zwei Räte stimmten alle anderen der Vereinbarung mit Schramberg auch zu.

Eine Alternative gibt es nicht

„Wir sind ja alternativlos – was sollen wir denn machen?“, brachte es Georg Wentz (FDP) auf den Punkt. Das unterstrich auch Stadtbaumeister Alexander Tröndle: Das Abwasser aus Langenschiltach nach Peterzell abzuleiten, werde sicherlich nicht günstiger, betonte er. Der Anschluss nach Schramberg sei die einzig mögliche Lösung, meinte auch Oliver Freischlader (SPD): „Alles andere macht keinen Sinn“.