Nachdem die Mission Klassenerhalt in der Relegation scheiterte, ist die Enttäuschung beim TSV Frommern entsprechend riesig.
„Es war leider ein Spiegelbild unserer Saison“, sagte ein konsternierter Armin Hotz wenige Momente nach dem Abpfiff in Bösingen. Die 2:3-Niederlage im entscheidenden Relegationsspiel gegen die nun frenetisch jubelnde SpVgg Freudenstadt hatte soeben den Abstieg des TSV Frommern aus der Landesliga besiegelt. Mit Blick auf den Spielverlauf war nicht nur der Spielertrainer des TSV der Meinung, dass die Schwarz-Gelben einmal mehr unter ihren Möglichkeiten geblieben waren.
Vorentscheidung verpasst
„Wir müssen nach der Halbzeit unbedingt das 3:1 machen. Das schaffen wir nicht – und dann machen wir uns das Leben mal wieder selbst schwer“, analysierte Hotz die vielleicht entscheidende Phase dieser Begegnung. Vor den Augen von knapp 850 Zuschauern in Bösingen war sein Team mit einer völlig verdienten 2:1-Führung in die Kabine gegangen. Gut, man hatte ein wenig Glück, dass die Freudenstädter nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich nicht umgehend ein zweites Tor nachlegen konnten. Doch die durch die Treffer von Tim Staiger und Anes Kljajic eroberte Führung ging unter dem Strich in Ordnung. Der Favorit war erwartungsgemäß auf Kurs Klassenerhalt.
Doch in der Phase nach dem Seitenwechsel versäumten es die Frommerner, den metaphorischen Sack zuzumachen. Die Quittung kam in der 67. Minute nach einer Ecke in Form des erneuten Freudenstädter Ausgleichs. „Manchmal ist der Fußball an solchen Tagen einfach hart“, haderte Armin Hotz mit dem Schicksal seiner Mannschaft. „Freudenstadt hat durch den Ausgleich natürlich noch einmal Rückenwind bekommen.“
Fehler von Mau führt zum Lucky Punch
Dieser Rückenwind der SpVgg und die gleichzeitige Verunsicherung aufseiten des TSV führten zu einer hitzigen und offenen Schlussphase, in der beide Mannschaften zwar nicht mehr die ganz großen Chancen hatten, aber dennoch stets für den Lucky Punch gut zu sein schienen. Eben jener Glücksgriff gelang schließlich den Freudenstädtern – oder vielmehr: Er wurde ihnen durch einen haarsträubenden Fehler von Frommerns Keeper Daniel Mau auf dem Silbertablett serviert. Der eingewechselte Matthias Weimer war der Nutznießer – und wenig später kannte der Jubel bei dem frisch gebackenen Landesligisten keine Grenzen.
„Selbst ein Bein gestellt“
„Wir hatten die Entscheidung auf dem Fuß und haben uns in vielen Situationen selbst ein Bein gestellt. Eigentlich war es eine gute Leistung und eigentlich waren wir die bessere Mannschaft. Aber wie so oft in dieser Saison gewinnen wir halt am Ende nicht. Das tut dann natürlich umso mehr weh, auf diese Art und Weise abzusteigen“, so das Fazit eines grenzenlos enttäuschten Armin Hotz.