Die Regionalliga-Saison ist vorbei. Die Fußballer der TSG Balingen steigen direkt wieder in die Oberliga Baden-Württemberg ab – ein kommentierendes Fazit.
Aus der Regionalliga Südwest abgestiegen, direkt wieder in die 4. Liga zurückgekehrt – und nun geht’s für Fußballer der TSG Balingen also erneut zurück in die Oberliga.
Die Saison 2025/26, die am Samstag offiziell endete, haben die Schwaben auf Regionalliga-Rang 17 beschlossen. Zum Schluss gab’s zu Hause eine 1:4-Niederlage gegen den FC-Astoria Walldorf, den Tabellenzwölften. Und ein großes Abschiednehmen. Elf Spieler und das gesamte Trainerteam, außer wohl „Co“ Fabian Fecker, lassen die TSG fortan hinter sich. Zur Sommervorbereitung übernimmt Michael Schilling, der vom 1. FC Rielasingen-Arlen an die Eyach wechselt, das Traineramt.
Murat Isik, der beim Balinger Amateurclub zweieinhalb Jahre als Chefcoach die Richtung vorgab, zieht es derweil zum Drittliga-Absteiger SSV Ulm 1846, wo der Nürtinger nun Sportdirektor wird. Nach dem Walldorf-Spiel habe er sich bei seinen Jungs bedankt, erzählte Isik, der immer wieder betonte, wie eng der Zusammenhalt im gesamten Verein gewesen sei. Überaus dankbar sei er daher für seine Zeit bei der TSG. Der Verein und die Verantwortlichen würden ihm immer in bester Erinnerung bleiben.
Rückendeckung für Isik
„Sie haben mir immer den Rücken gestärkt“, sagte der 50-Jährige, der die zwischenmenschliche Komponente im Club hervorheben wollte. „Das bleibt haften und das ist, was für mich als Trainer wie Mensch zählt: dass wir Freundschaften schließen konnten; dass ich hier Menschen mit einem riesigen Herz vorgefunden habe.“ Es blute ihm daher „schon ein bisschen das Herz“, sagte Isik. „Wir haben richtig was bewegt, vor allem mit dem direkten Wiederaufstieg nach einem großen Umbruch. Es war eine richtig schöne Zeit.“ Isik reiht darin implizit auch die Rückschläge in dieser Saison ein. „Wir haben uns nie auseinander dividieren lassen, wir waren immer fein zueinander. Das war überragend. Darauf bin ich stolz.“
Monatelang hatten sich die Balinger auf dem 15. Rang und anschließend auf Platz 16 befunden. Und gewunden. Lange Zeit hatten sich die Verantwortlichen optimistisch gezeigt, weil die junge Mannschaft insbesondere spielerisch zu überzeugen wusste. Ja, man wird in der Geschichte der TSG wohl kaum eine Truppe finden, die einen derart ansehnlichen Kombinationsfußball zeigte. Der jedoch blieb allzu oft unbelohnt, weil die Schwaben andererseits auch so fehleranfällig waren wie nie zuvor. Immer wieder war der Blick der Balinger nach der Winterpause, die sie auf Rang 16 begangen hatten, auch in die 3. Liga gegangen. Dies, weil das Abschneiden der dortigen Südwest-Clubs auch den Abstiegskampf in der Klasse darunter mitentschied. Kommt ein Südwest-Team von oben, muss aus der Regionalliga Südwest ein zusätzliches in die Oberliga runter.
Schwächste Regionalliga-Saison der TSG
Und so ist es nun auch geschehen. Eben der SSV Ulm stieg in die Regionalliga ab, die damit vier statt der geplanten drei Absteiger aufweist. Nicht nur einmal hatte Isik im Saisonverlauf öffentlich verkündet, dass er sich angesichts der spielerisch mutigen Auftritte seiner Jungs sicher sei, dass die TSG die Klasse halten würde. Seit Wochen war jedoch klar: Dieses Versprechen konnte der Aufstiegs- und Abstiegstrainer nicht einlösen. Und seit Samstag steht zudem fest, dass Balingen ihre vorerst letzte Regionalliga-Saison auf dem vorletzten Platz beendet hat. Sprich: Sie wäre auch ohne die Hypothek des freien Ulmer Falls abgestiegen. In ihren 34 Spielen konnten die Schwaben lediglich 25 Punkte holen, ihr schwächster Wert in der 4. Liga überhaupt.
Was bleibt darüber hinaus von dieser, der vorerst letzten Regionalliga-Saison der Kicker von der Eyach? Zunächst die Erkenntnis, dass die Balinger ihre formidable Vorsaison, in der sie Oberliga-Vizemeister wurden und zudem ins WFV-Pokal-Endspiel einzogen, nicht bestätigen konnten. Auch, dass die spielerische Anlage, auf die Isik setzte, eine Spielweise also, die nicht primär aufs Kontern, Mauern und Einigeln baute, in der Regionalliga nicht mehr fruchtete. Zu gut war die Konkurrenz oder zu groß der Unterschied zwischen jener Mehrheit der Staffel, die Profis beschäftigt und täglich trainiert – und der TSG, die auf Feierabend-Kicker mit Amateurstatus und auf drei bis vier Einheiten pro Woche setzt.
Keine Chance für Co-Trainer
Schließlich muss sich die Vereinsführung die Frage gefallen lassen, ob es die richtige Entscheidung war, bis zum Schluss an Isik festzuhalten. Dem hatte man im Winter ein Angebot zur Vertragsverlängerung gemacht, welches Isik aber ausschlug. Wo der gemeinsame Weg anderenorts geendet hätte, blieb die TSG ihren Prinzipien treu und ließ Isik den finalen Versuch unternehmen, den Abstieg noch zu verhindern. Am Ende vergebens. Finanzielle Gründe dürften für diese Entscheidung nicht tragen. Schließlich hatte die TSG mit Fecker, Daniel Güney und Philipp Reiter (beide Ziel unbekannt) gleich drei Co-Trainer auf der Bank sitzen, die über die nötige A-Lizenz verfügen. Sie hätten also keinen neuen Mann holen und zusätzlich bezahlen müssen. Eine Chance bekam das Trio nicht. Insbesondere Güney geht nun auch deshalb neue Wege.