Nach einer turbulenten Saison steht beim FC Holzhausen unter dem Strich der Abstieg in die Verbandsliga. Wir beleuchten das letzte Spiel und die Saison im Allgemeinen nochmals näher.
Im Vorfeld der Partie zwischen Holzhausen und Großaspach hatte Pascal Reinhardt erklärt: „So eine Situation wollte ich bestimmt nicht. Beide müssen am Samstag gewinnen, das geht aber leider nicht.“ Damit sollte der 31-Jährige, welcher zu Saisonbeginn vom FCH nach Aspach gewechselt ist, natürlich Recht behalten. Dass aber letztlich keines der Teams ihr Ziel am letzten Spieltag erreicht hat, ist umso bitterer.
Knapp im Abseits
„Es tut mir für beide Vereine extrem leid. Da fehlen mir schon ein wenig die Worte“, resümierte der Ex-Profi dann nach der Partie. Sein Pendant Karsten Maier auf FCH-Seite bekannte: „Es überwiegt klar die Enttäuschung. Hinten raus hatte es richtig etwas von einer Pokalspiel-Atmosphäre.“ Tatsächlich war es in einer verrückten Schlussphase hin und her gegangen. Beide Mannschaften spielten auf Sieg, der FCH erzielte sogar noch einen Treffer – doch Niklas Schäuffele stand wohl knapp im Abseits. Mit einem Erfolg hätten die Gastgeber immerhin den SSV Reutlingen überholt und die Resthoffnung auf den Klassenerhalt im Falle eines Göppinger Aufstieges behalten.
So heißt die Realität in der neuen Saison Verbandsliga Württemberg. Nach zwei Jahren endet die Oberliga-Reise des FCH. Und es lässt sich festhalten: Viel hat am Ende nicht gefehlt, um den Klassenerhalt zu schaffen. Die Mannschaft stabilisierte sich unter der Ägide von Maier deutlich – war mit 22 Punkten das siebtbeste Team der Rückrunde. In den Partien gegen die Top-Teams der Liga aus Großaspach, Villingen, Göppingen und Pforzheim war man in der Rückrunde jeweils voll im Spiel und holte zwei Remis, zwei Mal fehlte am Ende ein Tor für einen Punkt.
Keine schlechten Zahlen
Auch statistisch gesehen war der FCH bei der Musik dabei. 47 geschossene Tore sind unter anderem mehr als die 44 von Backnang (Rang 11), Mannheim (46 Tore auf Rang 9), Essingen (45 Tore auf Rang 8) und Normannia Gmünd (46 Tore auf Rang 7). Janik Michel blieb natürlich der Torgarant, aber auch andere Akteure wie Fabio Pfeifhofer übernahmen mehr und mehr Verantwortung. Dieser erzielte sieben Tore in den letzten zehn Spielen.
Auch die 52 Gegentore fallen im Ligavergleich nicht komplett aus der Reihe. So kassierte beispielsweise Hollenbach auf dem 8. Platz genau so viele Treffer und auch die sportlich geretteten Teams aus Mutschelbach, Mannheim und Oberachern mussten öfters hinter sich greifen. Mit Henning Schwenk und Kevin Fritz hatte man zwei teils herausragende Keeper als Rückhalt.
Möglicher Knackpunkt
Was weh tut: In den direkten Duellen mit der Abstiegskonkurrenz zog der FCH oft den Kürzeren. Das 2:2 gegen Reutlingen (80 Minuten Überzahl) wirkte nicht nur im Nachgang wie eine Niederlage – ebenso bitter waren das 1:1 im Heimspiel gegen Denzlingen und die 0:3-Pleite in Bietigheim am vorletzten Spieltag. Diese Punkte machten letztlich den Unterschied zuungunsten des FC Holzhausen aus.
Info: Verabschiedungen
Vor dem Anpfiff wurden im übrigen neun Spieler verabschiedet. So tragen folgende Akteure in der kommenden Saison ein anderes Trikot: Marc Wissmann, Kevin Fritz, Domenico Mosca, Noah Haller, Tim Göttler, Luca Pantel, Antonio Babic, Max Brendle und Marius Oberle.