Dieser Bauzaun am Neckar auf der gegenüberliegenden Seite des Rottweiler Bahnhofs wirft Fragen auf. Foto: Anna-Sophie Zepf

Ein Bauzaun am Neckar nahe des Bahnhofs macht neugierig. Was verbirgt sich dahinter? Wir forschen nach.

Ein mysteriöser Bauzaun am Neckar auf der gegenüberliegenden Seite des Rottweiler Bahnhofs wirft so einige Fragen auf. Was wird hier gebaut? Wir gehen auf Spurensuche.

 

Der Bauzaun stehe im Zusammenhang mit einer Maßnahme im Rahmen der Neckarrevitalisierung der Landesgartenschau 2028, erfahren wir von Tobias Hermann, Pressesprecher der Stadt Rottweil.

Die Revitalisierung des Neckars ist in zwei Maßnahmenbereiche aufgeteilt. Die Projektstrecke reicht von der Primmündung in den Neckar bis zur Schindelbrücke. Vorgesehen sind die Verbesserung der Gewässerstruktur, die Schaffung wertvoller, gewässertypischer Lebensräume und die Verbesserung des Hochwasserschutzes durch den Neubau des Landespegels.

Neckarrevitalisierung zwischen Rottweil und Göllsdorf

Bereits im Oktober des vergangen Jahres wurde der erste Bauabschnitt der Neckarrevitalisierung zwischen Rottweil und Göllsdorf gestartet. Rund sieben Millionen Euro gibt das Land für das gesamte Projekt aus.

Nach seiner Befreiung aus dem Beton-Korsett solle der Neckar wieder frei fließen und sich frei entwickeln dürfen, meint Klemens Ficht, Vizepräsident des Regierungspräsidiums Freiburg zum Zeitpunkt des feierlichen Spatenstichs des Projekts. Doch wozu dient der rätselhafte Bauzaun auf der gegenüberliegenden Seite des Rottweiler Hauptbahnhofs?

Der Zaun am Neckar dient dem Artenschutz. Foto: Zepf

„Der Zaun wurde aus Gründen des Artenschutzes errichtet“, führt uns der städtische Pressesprecher der Lösung des Rätsels um den geheimnisvollen Bauzaun näher. Allerdings liege die Zuständigkeit dafür beim Regierungspräsidium Freiburg, meint Hermann.

Von der Pressesprecherin des Regierungspräsidiums Freiburg, Heike Spannagel, erfahren wir weitere Details.

Auflösung des Bauzaun-Rätsels

„Mit dem Zaun erfüllen wir eine Auflage, die im Genehmigungsverfahren der Neckar-Revitalisierung durch das Landratsamt festgesetzt wurde“, so Spannagel. Er diene dem Schutz des dahinter liegenden Teichs vor Einflüssen der Baustelle.

„Als Ausgleichsmaßnahme für die am Neckar angesiedelten Vogelarten Zwergtaucher und das Bläßhuhn wurde der bestehende Teich vergrößert“, erläutert die Pressesprecherin.

Er diene als Ersatz für ein Bruthabitat dieser Arten am Neckar, das bis zur Fertigstellung des ersten Bauabschnitts nicht zur Verfügung stehe. „Nach Abschluss der Bauarbeiten wird es in den neu geschaffenen Stillwasserbereichen in der Au weitere, zusätzliche Bruthabitate geben. Bis dahin wird der Zaun stehen bleiben“, so Spannagel.