Bei der Ausstellung kommen sie zusammen: Jayantha Gomes (von links), Clemens Schmidlin, Julian Behr und Klaus-Peter Hartmann. Foto: Roland Stöß

Hinter der Ausstellung „Dreams of Harmony“ steckt ein Künstler, über den es viel zu berichten gibt. Auch ein Vergleich mit Hermann Hesse darf nicht fehlen.

Mit seiner Ausstellung „Dreams of Harmony“ setzt der Calwer Künstler Jayantha Gomes einen Schlusspunkt zum Kunstprojekt „Shades of Calw,“ das in diesem Jahr über die Grenzen Calws hinaus für Aufsehen sorgte.

 

Spektakulär scheint die Idee des VHS-Leiters Clemens Schmidlin, zur Feierstunde drei Protagonisten gemeinsam auftreten zu lassen, die vor exakt 25 Jahren gemeinsam eine Ausstellung des Künstlers aus Sri Lanka präsentierten. Nährstoff dieser Intuition zog Schmidlin aus einem alten, vergilbten Foto, das den Künstler, Klaus-Peter Hartmann – Schmidlins „Vor-Vor-Vorgänger“ als VHS-Chef – und einen jungen Studenten namens Julian Behr zeigte. Dieser hat inzwischen den Rang eines Professors für Laute an der Schola Cantorum Basiliensis in Basel erreicht und baut „nebenher Gitarren und Lauten zum Eigengebrauch“. Hartmann ist anerkannter Fachmann für die Hirsauer Geschichte mit seiner Klosterlandschaft und als Autor bekannt. Der dritte im Bunde, Jayantha Gomes, stellt seit 1978 international aus, lebt und arbeitet seit 1986 in Calw.

Schmidlin freute sich, dass man „nun heute einen Bogen in die Zeit vor einem Vierteljahrhundert schlagen und gemeinsam mit den gleichen Leuten einen solchen Abend verbringen“ könne.

Der Musikant Behr bereicherte die Vernissage mit einem kleinen Konzert und einem Spiel auf seiner selbst gebauten Renaissancelaute.

Vieles wie bei bekanntem Hermann Hesse

Der Ex-VHS-Chef Hartmann hielt die Laudatio für seinen Freund Gomes. Er erinnerte an viele bedeutende Stationen im Leben des Künstlers. Der Laudator schrieb dem Geehrten den „typischen sprichwörtlichen Hermann-Hesse’schen Eigensinn“ zu. „Das Engagement des im humanitären Ehrenamt-Bereich Geehrten ist umfassend und vielfältig.“

Batiken, Aquarelle, Zeichnungen und Skulpturen

„Die jetzige Ausstellung ist eine Ausstellung von Werken eines bedeutenden sri-lankischen Künstlers sowie eines Calwer Mitbürgers.“ Gomes vereinigt in einer Person die manchmal leidvolle, weil koloniale Geschichte seines Heimatlandes Sri Lankas, das früher Ceylon hieß. „In Jayanthas Denken und Handeln und in seinem Traum von Harmonie, wohnt dieselbe inne und ist, wie bei Hermann Hesse auch, sein Traum, sein Zauberwort, sein Antrieb und sein Motto und somit die angestrebte Erfüllung und Umsetzung durch sein künstlerisches Schaffen.“ Hartmann beschrieb Gomes´ künstlerische Kraft, die er durch Batiken, Aquarelle, Zeichnungen und Skulpturen ausdrückt und die er durch schriftstellerische Aktivitäten erweiterte.

Ausstellungen in Ländern Europas und Amerikas markieren seinen Weg. „Er ist unser liebenswerter Calwer Mitbürger, der bis auf den heutigen Tag mit Hunderten, wenn nicht Tausenden von Kindern in seinem Studio gearbeitet hat, der für soziale und kirchliche Institutionen sein unermüdliches Engagement immer wieder unter Beweis stellt.“

Ein Gomes-Zitat kennzeichnet laut Hartmann das Wesen und den Charakter des Geehrten in besonderer Weise: „Ich bin gerettet, also kann ich jetzt helfen.“

Vor Tsunami bewahrt – war es Schicksal?

Hartmann philosophierte über den Begriff „Schicksal“ im Zusammenhang mit der Tsunami-Katastrophe am 26. Dezember 2004 im Heimatland von Gomes. Hatte dieser doch geplant, am 12. Dezember 2004 dorthin zu reisen.

Doch durch die Verleihung der Bürgermedaille am 6. Januar 2005 verlegten er und seine Frau Gertrud den Reiseplan auf den Januar 2005. Hartmann: „Eine unbeantwortete Frage hält die beiden bis auf den heutigen Tag existenziell betroffen.“ Nämlich, „ob sie durch die Verlegung der Reise vor Schlimmerem bewahrt wurden.“

Die Gomes-Werke können noch bis Freitag, 19. Dezember, in der Volkshochschule besichtigt werden.