Mach’s gut, Euro-Mir! (Karikatur) Foto: Melanie Jilg

Die Veränderung bei der Achterbahn Euro-Mir im Europa-Park ist richtig, meint unser Autor.

Drei Töne, dann eine Pause, dann wieder drei Töne in anderer Tonlage und so weiter: Die Musik in der Warteschlange der Achterbahn Euro-Mir darf wohl zweifellos als ikonisch bezeichnet werden. Millionen Fahrgäste kennen und lieben sie, das beweisen auch sage und schreibe 2,5 Millionen Abrufe beim Musikstreamingdienst Spotify. Doch bald herrscht Ruhe: Die Bahn ist auf Abschiedstour.

 

1997 eröffnet, blickt der Spirallift-Coaster Ende der Saison auf eine fast 30-jährige Geschichte zurück. Damit gehört die Bahn zu den ältesten Großattraktionen im Park. Entsprechend bedauern zahlreiche Europa-Park-Fans das Aus. Was wird aus den die Skyline des Parks prägenden blauen Türmen? Was wird aus der nachgebauten Raumstation vor der Bahn? Der Europa-Park hielt sich dazu bislang gewohnt bedeckt, versicherte lediglich, dass beim Ersatzneubau das Weltraum-Thema erhalten bleibt.

Wird dieses Versprechen eingehalten, muss man konstatieren: Es ist die richtige Entscheidung. Die Hauptattraktion im russischen Themenbereich hat ihre besten Tage hinter sich, kann nicht mehr mit den hohen Qualitätsansprüchen, die die Inhaberfamilie Mack an sich selbst hat, mithalten.

Da spreche ich vor allem vom Fahrgefühl. Als ich den Europa-Park vor Ostern unter der Woche besuchte, durfte eine Fahrt mit der Euro-Mir nicht fehlen. Es wurden am Ende sogar zwei, denn der Park war ungewöhnlich schwach besucht mit praktisch nicht vorhandenen Wartezeiten, sodass ich mich überreden ließ, mich direkt wieder anzustellen. Spätestens nach Fahrt zwei war mir klar: Ich werde es nicht vermissen. Wer den Bügel eng anlegt, läuft Gefahr, sich durch die ruckelige Fahrt den ein oder anderen blauen Fleck zuzufügen. Vom abrupten Ende, das einen noch einmal richtig durchschüttelt, ganz zu schweigen.

Es waren meine mutmaßlich letzten Fahrten, denn bei 76 Euro Eintrittspreis bezweifle ich, dass ich mir den Park-Besuch diese Saison noch einmal gönnen werde. Ich komme jedoch gerne wieder, wenn die Nachfolge-Bahn eröffnet wird. Hoffentlich mit einem neuen, angenehmeren Fahrgefühl – aber auch dem alten ikonischen Soundtrack.