Feier: Die Verabschiedung von Fridolin Weckerle nach fast 20 Jahren als Dießener Ortsvorsteher ist feierlich
Fridolin Weckerles offizieller Abschied als langdienender Ortsvorsteher des Stadtteils Dießen avancierte zu einer außergewöhnlichen Veranstaltung.
Horb-Dießen. Im Mittelpunkt stand ein Mann, der die politischen Geschicke Dießens fast 20 Jahre lang geleitet hat. Vor kurzem schied er aus freien Stücken aus seinem Amt und die Stadtväter mit Oberbürgermeister (OB) Peter Rosenberger und Bürgermeister (BM) Ralph Zimmermann waren nach Dießen gekommen, um Weckerle gebührend zu verabschieden.
Den feierlichen Rahmen bildeten die Abordnungen aller Vereine inklusive Lied- und Musikvorträgen des Musikvereins Dießen sowie des Katholischen Kirchenchors St. Martin.
Ansprache des Nachfolgers
Nach dem Empfang vor dem Dießener Gemeindesaal fand der eigentliche Festakt im Innern statt. Weckerles Nachfolger im Amt, Frank Rapp, wusste die Leistungen des Vorgängers in seiner Ansprache zu würdigen: "Dießens Straßen sowie die Ortsdurchfahrt waren marode, die Burgruine stark sanierungsbedürftig, das Engental und der Weiler Haidenhof waren nicht an der Kanalisation angeschlossen und außerdem fehlte die Straßenbeleuchtung." Rapp sprach auch an, dass Bürger wie auch der Narrenverein nach Schuppen verlangten, eine Sanierung des Friedhofs notwendig war und es keine Bauplätze für die jüngere Generation in Dießen gab. Hinzu, so Rapp, kam noch die anstehende Flurneuordnung. Die Kassen waren leer und trotzdem ging Weckerle seinerzeit all diese Probleme mit Elan und Durchsetzungsvermögen an. "Vor allem hat ›Frido‹ stets ein offenes Ohr für die Menschen gehabt und ist dabei immer als leuchtendes Vorbild vorangeschritten", erinnert sich Rapp.
Die Liste dessen, was in der Ära Weckerle alles in Dießen bewegt und bewirkt wurde, ließ sich nicht alles in diese Veranstaltung packen, wie Rapp feststellte. Weckerle wird bereits zu Lebzeiten nicht nur zu einem Dießener Urgestein erhoben: Seine Taten und sein Wirken werden in die Geschichte Dießens eingehen.
Applaus und Geschenke
Unter stehenden Ovationen übergab Ortschaftsrätin Simone Ulmer eine Bildercollage an den langjährigen Ortsvorsteher sowie einen Gutschein für den Aufenthalt in einem Wellness-Hotel in Südtirol, gemeinsam zu verbringen mit seiner Frau Verena, für die es einen Blumenstrauß gab.
Peter Rosenberger verzichtet aufgrund seines Vorredners auf Wiederholungen und erinnerte sich stattdessen spontan an "das Persönliche", was seinen und auch Ralph Zimmermanns Duzfreund "Frido" vor allem aus menschlicher Sicht besonders auszeichnet. Weckerle habe mit seiner immensen Arbeit auch gleichzeitig Werte vermittelt. "An diesen können wir uns alle orientieren", sagte Rosenberger. Weckerle habe immer vorausschauend und behutsam und vor allem weitsichtig entwickelt und gehandelt, wobei er vor allem auf offenen und fairen Dialog gesetzt habe. "Und danke, dass du mich dabei um so manches Fettnäpfchen herumgeschleust hast", grinste der OB.
Großen Dank überbrachte dann der Abteilungskommandant Martin Dettling mit einem Bild der neu geschaffenen Feuerwehrabteilung "Dießener Tal", die ebenfalls in der Amtszeit Weckerles gegründet wurde. "Du hast dich immer für die Belange unserer Feuerwehr eingesetzt und wir konnten uns immer auf dich verlassen", dankte Martin Dettling dem Geehrten.
Spuren hinterlassen
Im Namen der anwesenden OV-Kollegen Andrea Haigis (Dettingen) und Hans Schmid (Bittelbronn) dankte Dettlingens Ortsvorsteher Theo Walz für die vertrauensvolle und kollegiale Zusammenarbeit und übergab Weckerle einen üppig bestückten Geschenkkorb.
Mit Esprit und Witz schmückte der Geschäftsführer der Dießener Vereinsgemeinschaft, Winfried Asprion, seine Laudatio an Weckerle. Die jahrelange Zusammenarbeit, in der Asprion als Vorsitzender des Burgfördervereins tätig war, hinterließ Spuren und Geschichte. Er überreichte ebenfalls einen Geschenkkorb nebst Blumen für Verena Weckerle.
Andrea Müller und Anita Götz traten in einem unterhaltsamen Sketch als "Zwei Engel" auf und würdigten aus himmlischer Sicht die Amtszeit Weckerles.
Weckerle zeigte sich sichtlich ergriffen und rang wohl erstmals mit Worten, um die Gefühle auszudrücken, die ihm hinsichtlich des wahrlich grandiosen und würdigen Abschieds ergriffen hatten. Und wieder – wie stets von ihm gewohnt – rückte er bescheiden seine "stillen" Helfer ins Rampenlicht. "Ohne meine Frau und Elli Schäfer in unserer Geschäftsstelle hätte ich oft ziemlich alt ausgesehen."