Die dritte stellvertretende Bürgermeisterin Rosario Moser und der zweite stellvertretende Bürgermeister Andreas Karcher verabschiedeten den scheidenden Bürgermeister Matthias Leyn und überreichten ein Präsent. Foto: Wolfgang Krokauer

Schömbergs scheidender Bürgermeister Matthias Leyn wollte keinen großen Bahnhof zum Ende seiner Amtszeit. Emotional wurde es in der jüngsten Gemeinderatssitzung dann aber doch.

Die jüngste Sitzung des Schömberger Gemeinderates war die letzte von Bürgermeister Matthias Leyn. Zum 31. März tritt er zurück. Das gab er Anfang November des vergangenen Jahres überraschend bekannt. Erst 2023 war Leyn als Bürgermeister wiedergewählt worden. Seit 2015 und damit seit elf Jahren ist er Rathauschef der Glücksgemeinde.

 

In der Gemeindeverwaltung Schömberg arbeitet Leyn seit 2002. Zunächst war er stellvertretender Bauamtsleiter. 2008 übernahm er dann dessen Leitung.

Leyns letzte Sitzung im Schömberger Gemeinderat nahm der zweite stellvertretende Bürgermeister Andreas Karcher (MUZ) zum Anlass, um dessen Arbeit für die Gemeinde Schömberg zu würdigen, auch wenn der scheidende Rathauschef „keinen großen Bahnhof“ gewollt habe.

Mit dem Heilwald gibt es ein Alleinstellungsmerkmal

In seiner Dankesrede nannte Karcher einige Projekte während Leyns Amtszeit. Für die Neue Mitte sei eine gute Lösung gefunden worden. Ein neuer Kindergarten habe verwirklicht werden können. Es gebe zwei Neubaugebiete. Mit dem Heilwald besitze Schömberg ein Alleinstellungsmerkmal. Karcher nannte auch den umstrittenen Bau des Aussichtsturms Himmelsglück, der noch nicht so laufe, wie gedacht.

Der zweite stellvertretende Bürgermeister bescheinigte Leyn „ein großes Herz“ für den Tourismus und den Einzelhandel gehabt zu haben. Auch die Vereine hätten auf ihn zählen können.

Karcher erwähnte zudem Schömbergs sportliches Großereignis, die Nordschwarzwald Trophy. Sie war erstmals 2018 und damit während der Amtszeit von Leyn.

Nur aus dem Sporthallenprojekt sei nichts geworden, bedauerte Karcher. Da sei wohl der geeignete Moment verpasst worden.

Karcher sprach auch die „massiven, finanziellen Sorgen“ der Gemeinde an. Der Wind habe sich aufgefrischt.

Er dankte dem scheidenden Bürgermeister für seinen Einsatz. Er wünschte ihm alles Gute und eine wunderbare Zukunft. Zum Abschluss seiner Rede forderte Karcher Leyn dazu auf, sich wieder in Schömberg blicken zu lassen.

Gemeinde kennen und schätzen gelernt

„Ich wollte keinen großen Bahnhof“, bestätigte Leyn bei seiner Antwort auf Karcher. Er habe die Gemeinde kennen und schätzen gelernt, sagte er. Die Entscheidung zum Rücktritt habe er lange mit sich herumgetragen, gab Leyn einen Einblick in sein Seelenleben.

Rundes Konzept

Leyn erwähnte wie sein Vorredner die Neue Mitte als besonderes Projekt mit Edeka, Rossmann und Aldi. Er sprach von einem runden Konzept. Besonders freut ihn, dass die Arbeiten für das Pflegeheim des Diakonissenvereins Siloah nach Ostern losgehen sollen.

Besonders freut den scheidenden Bürgermeister Matthias Leyn, dass in der Neuen Mitte bald die Arbeiten für ein neues Pflegeheim beginnen. Foto: Wolfgang Krokauer

Leyn ist auch froh darüber, dass die Gemeinde einen Notarztstandort bekommen habe: „Die Einsatzzahlen sind hoch.“

Es gebe viele, viele weitere Projekte, sagte Leyn. Er räumte ein, dass ihn das Thema Sporthalle besonders triggere. Für den Moment sei die Tür zu. „Bauen Sie darauf, dass es wieder besser wird“, so Leyns Aufforderung an die Gemeinderäte.

Viele tragende Entscheidungen

Bei ihnen bedankte sich der scheidende Bürgermeister für viele tragende Entscheidungen. Er lobte ein „reges Vereinsleben“ und ein „tolles Rathausteam“.

Aus dem Gemeinderat gibt es viel Applaus

Leyn versicherte, dass er Schömberg immer in positiver Erinnerung behalten werde. So sei er dort getraut worden, erinnerte sich Leyn. Er gehe mit Dankbarkeit und Demut. Nach seiner Ansprache gab es aus dem Gremium langen Applaus für ihn. Karcher und die dritte stellvertretende Bürgermeisterin Rosario Moser (CDU) überreichten Leyn zum Abschied ein Präsent.