42 Jahre lang arbeitete Dörte Bestmann im Kindergarten Klosterreichenbach, 38 davon als Leiterin. Nun wurde sie von Weggefährten und Kindern in den Ruhestand verabschiedet.
Nach 42 Berufsjahren im evangelischen Kindergarten Beate Paulus in Klosterreichenbach wurde Kindergartenleiterin Dörte Bestmann in der voll besetzten evangelischen Münsterkirche mit einem Advents- und Abschiedsgottesdienst in den Ruhestand verabschiedet. Dafür hatten sich ihre Kolleginnen und rund 70 Kindergartenkinder einiges einfallen lassen.
Bestimmendes Thema während des Gottesdienstes war ein liebevoll gefertigter Adventskranz, der rechts neben dem Altar stand. Pfarrer Helge Abel erinnerte an die Geschichte des Adventskranzes. Den hatte der Theologe Johann Hinrich Wichern als Gründer des „Rauen Hauses“ in Hamburg erstmals 1839 im Betsaal des Stiftungsgeländes aufgestellt.
Petra Stoll-Jürgends stellte vier Gruppenaktionen zum Thema Adventskranz vor. Als erste Überraschung für Bestmann stimmten die Kinder mit ihren Erzieherinnen das Lied „Macht euch bereit“ an. Begleitet wurden sie von Sabine Wandt auf der Gitarre.
Aus Schleswig-Holstein
Folgend bat Elke Stoll die zu verabschiedende Kindergartenleiterin in einen Sessel vor dem Altar. Anschließend wurde Bestmanns Lebensweg aufgezeigt. Geboren und aufgewachsen ist sie in Schleswig-Holstein, dann zog es sie in den Schwarzwald. 1983 übernahm Bestmann die Gruppenleitung im Kindergarten in Klosterreichenbach, der damals noch in der Baiersbronner Straße 8 beheimatet war.
Denkmalgeschützte Gebäude
Von 1986 bis jetzt hatte sie die Kindergartenleitung inne, wobei der Kindergarten 1992 in den sogenannten Kasten umzog. Das Gebäude hat einen historischen Kern. Nachdem die Gemeinde Baiersbronn den „Kasten“ des Klosters erworben hatte, wurde das denkmalgeschützte Gebäude zum Kindergarten umgebaut. Seit 1565 gingen in diesem Gebäude die unterschiedlichsten Menschen ein und aus. Kranke und alte Mönche fanden dort ein Zuhause. Danach diente das Gebäude als Getreidespeicher. Obst und Gemüse wurden eingelagert. Seit 1992 sorgen vier Kindergartengruppen für viel Leben im „Kasten“.
Als „Bären“, „Igel“, „Füchse“ und „Hasen“ haben die Kinder der Kindergartenleiterin viel Freude bereitet. Musikalisch machte die Igel-Gruppe mit dem Lied „Dicke rote Kerzen“ ihre Aufwartung. Warmherzig trugen die „Hasen“ das Sternenlied vor, gefolgt von den „Füchsen“, die stilvoll mit weißen Mützen ein Backlied vortrugen. Mit dem Segenslied „Sei mutig und stark“ trug die Bären-Gruppe zum Gelingen bei.
Große Stütze für den Kindergarten
Immer wieder kam zum Ausdruck, dass Bestmann eine große Stütze für den Kindergarten war. Das sagte auch Pfarrer Daniel Vögele. Ihre Wertschätzung übermittelten Ursula Müller vom Kindergartenausschuss sowie die Vertreterinnen des Elternbeirats. Handgefertigte Adventskalender überreichten Elserose Faisst und Katrin Hüeber, während Irina Wagner, Martina Borho und Marijana Haist das Fürbittengebet sprachen.
Würdig lies Carmen Schäfer den Gottesdienst auf dem Klavier ausklingen. Bei einem Ständerling im Gemeindehaus, den Bärbel Gaiser moderierte, lobten Sandra Frey (Gemeinde Baiersbronn), Jutta Haist (Ortschaftsrat), Ingrid Klumpp (evangelische Kirche Klosterreichenbach) und Kathrin Glaser-Kehrt von der Grundschule Klosterreichenbach mit Kollegium die sehr gute Arbeit von Bestmann.
Wegweiser, Vorbild und Vertraute
Sie sei für die Kinder nicht nur Wegweiser, Vorbild und Vertraute gewesen. Der von ihr geleitete Kindergarten sei ein Ort der Geborgenheit gewesen, wo Lernen, Lachen und die Entwicklung der Kinder nicht zu kurz gekommen seien.