Der Wald war das Ein- und Alles von Hugo Bronner. Selbst im hohen Alter war er dort aktiv. Foto: Bronner

Mit 86 Jahren ist Hugo Bronner gestorben. Der gebürtige Leinstettener war vielen Sulzern durch sein kommunalpolitisches Engagement in der CDU, seine Arbeit als Vorstandsvorsitzender der Volksbank oder als Fußballtrainer für die Jüngsten bekannt.

Hugo Bronner ist 1938 als fünftes Kind von Stefanie und Johannes Bronner in Leinstetten zur Welt gekommen. Die Kriegserfahrungen auf dem Land prägten seine Kindheit in der Sägewerksfamilie sehr.

 

So erinnerte er sich oft, wie die wertvollen Speckschwarten im ganzen Dorf verteilt wurden. Auch die Mitarbeit in der schweren Landwirtschaft waren für ihn als Kind selbstverständlich. Manchmal nahm ihn sein Vater etwa mit in den Wald, um das eigene Holz fürs Sägewerk zu kennzeichnen. Damit hatte dieser während der Arbeit auch Zeit für die Kinder.

„Roter Faden“ Fußball

Als dritter Sohn sollte Bronner Pfarrer werden und wurde deshalb im Priesterseminar eingeschult. Gegen die gewaltvollen und sadistischen Machenschaften eines Paters begehrte er jedoch auf und konnte auf das Gymnasium nach Sulz wechseln. Die Strecke legte er von Leinstetten oft zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurück.

Fußball zog sich wie ein roter Faden durch sein Leben. So zog er nach dem Krieg im Dorf von Haus zu Haus und sammelte Unterschriften für die Freigabe einer fruchtbaren Wiese fürs Fußballspielen.

Kneipe und Hochzeit

In seinen Erzählungen hob er hervor, wie das gemeinsame Fußballspielen zwischen dem katholischen Leinstetten und den umliegenden evangelischen Dörfern selbst die bis dahin strikten Konfessionstrennungen überwinden konnte.

Der Fußball schaffte auch die Verbindung zu seiner zukünftigen Ehefrau, die in der Fußballstammkneipe bediente. Die schöne Liesel aus dem sogenannten „Hinterdorf“ hatte es dem „Säger-Hugo“ vom „Aussadorf“ recht bald angetan, so dass schließlich in der „Schlossbrücke“ Hochzeit gefeiert werden konnte.

Gründer des CDU-Stadtverbands

Im Laufe der nächsten acht Ehejahre kamen die drei Töchter Andrea, Anke und Kerstin zur Welt und machten das Ehe- und Karriereleben lebendig. Neben der Arbeit bei der Volksbank begeisterte er sich neben Fußball auch für Langlaufen, Skifahren, Radfahren und Tennis.

Eine dritte Herzensangelegenheit neben Beruf und Sport war ihm die Politik und das Engagement in der CDU. So war er bei der Gründung des Sulzer Stadtverbands dabei, im Gemeinderat, der Eingemeindungskommission und dem Kreisrat.

Träger des Bundesverdienstkreuzes

Als überzeugter CDU-ler zeigte er stets Offenheit und große Lust am Debattieren mit anderen politischen Richtungen, scheute aber auch vor Kritik an der eigenen Partei nicht zurück.

Neben all diesen Ämtern war es als gläubiger Christ auch 20 Jahre Kirchengemeinderat in der katholischen Kirchengemeinde in Sulz. 2010 erhielt er für sein ehrenamtliches sportliches und politisches Engagement das Bundesverdienstkreuz – das er beinahe nicht annahm. „Andere würden sich ja schließlich auch viel engagieren“, lauteten seine Worte.

Ein „Versöhner“ auch im Ruhestand

Auch nach der Pensionierung blieb Bronner beweglich, vor allem durch seine Enkelkinder Eva, Sophia, Silas, Helen und Lasse, mit denen es zahlreiche Wander-, Ski- und Sylt-Urlaube gab. Darüber hinaus wurde er leidenschaftlicher und beliebter Bambini-Fußballtrainer in Sulz.

Und er hatte noch einen „Jungbrunnen“ der besonderen Art – seinen geliebten Wald. Denn durchs dortige „Schaffa“ hielt er sich auch im hohen Alter noch fit. Als Finanzberater schaffte er wiederum Versöhnung zwischen oftmals zerrütteten Parteien.

Die Frau an seiner Seite

Vor knapp zwei Jahren riss ihn ein Schlaganfall völlig abrupt aus seinen Aktivitäten. Die Bewegungseinschränkung seines bis dahin sportlichen Körpers war für ihn bis zum Schluss nur schwer zu akzeptieren.

Bei seiner letzten Rede am Geburtstag seiner Frau im November bedankte er sich für das Engagement seiner Töchter und sagte, das Bundesverdienstkreuz stehe aus seiner Sicht zu gleichen Teilen seiner Frau zu, da sie sich während seines sportlichen, beruflichen und politischen Engagements um die ganze Familie gekümmert habe.

„Die Menschen bedanken sich“

So ist das Erinnern an das gesellige und lustige Zusammensein und die intensive Pflegen von Freundschaften etwas, was die Familie auch in der Trauerzeit trägt.

Das sei jedoch etwas, was Bronner auch auf seine Umwelt ausstrahlte. „Wir bekommen immer noch Karten und Briefe, in denen sich die Menschen für seine Offenheit und den Weitblick bedanken, wie er Personen wahrgenommen und ungemein verbindend gewirkt hat“, blickt seine Tochter Kerstin auf die vergangenen Tage zurück.