Die Laudatio von Schriftführer Jannik Bausch war von vielen Höhepunkten geprägt: Damit verabschiedete er in der Hauptversammlung Jürgen Meister aus seinem Amt. Der ist nun erster Ehrenvorsitzender des Fußballvereins. So blickt er zurück.
Mehr als 30 Jahre war der geschäftsführende Vorsitzende des VfL Riedböhringen in verantwortlichen Positionen. Als die feste Instanz hat das heute 60-jährige Urgestein viel bewegt.
Dass der Fußballclub sich einen etablierten Namen in der Szene gemacht hat, ist einer seiner großen Verdienste. Das wurde an diesem Abend mehr als deutlich. Bereits 1991 stieg Jürgen Meister als Beisitzer in jungen Jahren im Verein ein. 1994 wurde er im Alter von 29 Jahren zum Vorsitzenden in Doppelfunktion, spieltechnisch und geschäftsführend, an die Spitze des Vereins gewählt. Circa 20 Jahre meisterte er diese Doppelbelastung, bevor er sich im vergangenen Jahrzehnt auf die Position des geschäftsführenden Vorstandes konzentrierte.
Karten für den FC Bayern
In seinem Rückblick und bei der Auszeichnung Meisters zum ersten Ehrenvorsitzenden zählte Schriftführer Jannik Bausch zahlreiche Verdienste auf. Jürgen Meister war bis zuletzt, mit der Umstellung auf das LED-Flutlicht auf beiden Plätzen, in allen Bereichen immer an erster Stelle für das Wohl des VfL Riedböhringen zu finden. Mit zwei Karten zu einem Spiel seines Lieblingsvereins FC Bayern München inklusive eines Besuchs bei der sonntäglichen Fernseh-Liveshow „Doppelpass“ erhielt der scheidende Vorsitzende eine Anerkennung für sein Engagement.
Ein Leben in Schwarz-Gelb
In einem Gespräch ließ Jürgen Meister gegenüber der Redaktion sein Fußballleben in schwarz-gelben Farben nochmals Revue passieren. Nach ersten Anfängen in der Jugend schnürte er schon Ende der 1970er-Jahre in der A-Jugend seine Schuhe. „Ich habe dann in der ersten oder zweiten Mannschaft immer leidenschaftlich Fußball gespielt und bin noch im hohen Fußballalter von über 40 Jahren für die zweite Mannschaft aufgelaufen“, erinnerte er sich gerne. Unter seinem Spitznamen „Zico“ war er schon in aktiven Zeiten für seinen Ehrgeiz bekannt. Woher diese Bezeichnung bereits in jungen Jahren kam, weiß er selbst nicht. Von dem ehemaligen brasilianischen Weltklassespieler, Zico, schmückt auch ein gerahmtes Autogramm seine Fußballsammlung. „Dieses wurde mir von Freunden in unserem Partnerverein SV Waldkirch irgendwann übergeben“, blickt Jürgen Meister zurück.
Jährlicher Austausch mit dem SV Waldkirch
Auch die bis heute anhaltende Freundschaft und der jährliche Austausch mit der Stadt im Breisgau gehören zu seinen großen Verdiensten. „In meiner langen Amtszeit haben wir einige Höhepunkte, aber auch Tiefen erlebt. Vor allem der erste Aufstieg 2009 in die Bezirksliga war ein echter Meilenstein“, ist Meister diese Saison noch gut in Erinnerung.
Unter dem damaligen Trainer Björn Andersohn, der heute beim FC Schalke 04 als Spielerbeobachter in der Verantwortung steht, wurde dieses Husarenstück verwirklicht.
Um die höherklassige Bezirksliga zu halten, hat der VfL 2016 mit dem SV Fützen eine Spielgemeinschaft gegründet. „Leider mussten wir in der Saison 2022/23 in die Kreisliga A 2 absteigen, unsere hochtalentierte Truppe strebt aber in dieser Runde den Wiederaufstieg an“, schätzt Jürgen Meister das SG-Team stark ein. In seiner langen Führungsrolle hat er beim VfL viele Trainer kommen und gehen gesehen.
Weiterhin verbunden
„Am besten habe ich mich mit Roland Bucher und Heinz-Jürgen Koulmann verstanden“, fallen Jürgen Meister sofort zwei Namen ein. Dass er dem VfL Riedböhringen in Zukunft weiterhin mit Rat und Tat zur Verfügung stehen wird, ist für ihn selbstverständlich. Seit mehr als 40 Jahren ist er bei der Blumberger Firma Tenneco angestellt.
Noch mehr Zeit will er sich aber für seine Hobbys Tennis und Skifahren sowie seine Familie – in der ihm seine Ehefrau Martina immer den Rücken frei hielt – mit seinen zwei Söhnen und zwei Enkelkindern nehmen.
Blick nach vorn
Meisterlich
In der langen Ära von Jürgen Meister ging es beim VfL Riedböhringen kontinuierlich aufwärts. Der ehemalige Kreisliga-B-Verein spielte sich bis in die Bezirksliga. Die vergangenen zwei Jahrzehnte wurden von spielerisch sehr starken Mannschaften geprägt. Aber auch die gesamte Infrastruktur des Vereines entwickelte sich unter Meisters Führung kontinuierlich nach vorne. Obwohl noch nicht in der Vereinsführung tätig, zeichnete sich Jürgen Meister beim Bau des Clubhauses zu Beginn der 1990er-Jahre mit rund 700 Arbeitsstunden aus. Heute ist unter seiner Führung das gesamte VfL-Gelände mit den zwei Plätzen bestens in Schuss. Mit der Umsetzung eines neuen LED-Flutlichts wird sich Jürgen Meister noch in diesem Jahr weiter engagieren. Seine Fußspuren sind groß, aber der VfL kann weiterhin auf einen großen Zusammenhalt bauen.