Mit einer gemeinsamen Pferdewanderung haben sich Sylvia Armbruster mit ihrem Trakehner Paolo, ihr Sohn Toni und sein Freund Frieder von Jasmin Fisel und ihrer Isländerstute Targa verabschiedet (von links). Foto: Armbruster

Wenn ein Pferd von einem Stall in den andern umzieht, dann geschieht das normalerweise in einem Pferdehänger. Nicht so bei Jasmin Fisel. Sie legt die 115 Kilometer von Dornstetten zu ihrem neuen Wohnort Uigendorf bei Riedlingen mit ihrer Isländerstute Targa zu Fuß zurück.

Dornstetten - Begleitet wird sie von Sylvia Armbruster aus Bösingen und deren Trakehner Paolo. Kennengelernt haben sich die beiden Frauen auf einem Pferdehof in Dornstetten. Sechs Jahre lang hat Jasmin Fisel, die ursprünglich aus Rechtenstein im Alb-Donau-Kreis stammt, in Dornstetten gearbeitet. Ihre inzwischen 13 Jahre alte Isländerstute hatte sie damals nach Dornstetten mitgenommen und auf einem Pferdehof untergestellt, auf dem auch der 21-jährige Trakehner Paolo untergebracht ist.

Zu Fuß auf Abschiedstour

In den letzten Monaten waren beide Pferde des Öfteren verletzt und konnten nicht geritten oder vor die Kutsche gespannt werden. Fisel und Armbruster haben sie dann gemeinsam spazieren geführt. So wurde schließlich die Idee geboren, sich mit den Pferden zu Fuß auf die Abschiedstour zu machen. "Ich war schon öfter auf mehrtägigen Wandertouren – allerdings ohne Pferd", sagt Jasmin Fisel, die schon immer von einem Wanderritt geträumt hat.

In vielen Ställen ist kein Platz mehr

Doch eine mehrtägige Tour mit Pferden will gut geplant sein. Vor ihrer Wanderung nach Uigendorf haben die beiden Frauen nach einer geeigneten Wanderroute fernab vom Verkehr gesucht, auch wenn beide Pferde an Autos gewöhnt sind. Und nicht überall gibt es Übernachtungsmöglichkeiten für Ross und Reiter. Auch diese galt es entlang der Route zu suchen und zu buchen. "Das war nicht so einfach, weil viele Ställe voll sind", erzählt Armbruster.

Die Pferdeäpfel müssen eingesammelt werden

Und dann ist da noch das Gepäck, das mehrmals Probe gepackt und auf den Pferderücken und in zwei Rucksäcke verstaut wurde. Nicht alles passte hinein. Nur das Nötigste hatte Platz. Denn auch Futter für die Pferde für unterwegs, Wasser, Handschuhe, Schaufel und Mülltüten – um die Hinterlassenschaften der Vierbeiner unterwegs wegzuräumen – sowie Erste Hilfe-Sets für Mensch und Pferd mussten mit.

Am Montagmorgen war es dann soweit. Frisch gefüttert, bepackt und mit Hufschuhen versehen standen die Pferde auf dem Hof. Viele Stallgefährten hatten sich versammelt, um Jasmin Fisel und ihre Targa zu verabschieden und den beiden Frauen für die fünftägige Wandertour alles Gute zu wünschen.

Übernachten mit Isomatte und Schlafsack

Die erste Etappe führte die beiden Frauen von Dornstetten aus oberhalb des Dießener Tals entlang nach Empfingen, wo am Abend in einer Wanderreitstation Heu und Wasser auf die Pferde warteten. Die beiden Frauen übernachteten gleich nebenan im Empfinger Hof.

Am Mittwoch brachte Armbrusters Mann den zwölfjährigen Sohn Toni und dessen Schulfreund Frieder nach Empfingen. Die beiden Jungs durften – sobald sie Schulferien hatten – den Rest der Tour mitwandern. Weiter ging es nach Bodelshausen und durch das Karlstal zum Burgstallhof, zum Nachtlager mit Isomatte und Schlafsack. Stetten unter Holstein war das nächste Ziel der Wandertour. Hier warteten eine Ferienwohnung auf die vier Wanderer und ein Stall gleich daneben auf die hungrigen Pferde.

Pro Tag über 20 Kilometer zurückgelegt

Am Freitag geht es nun weiter zur letzten Übernachtung auf dem Birkeschbachhof in Langenenslingen. Am Samstag ist dann in Uigendorf Endstation. Armbruster, ihr Pferd und die beiden Jungs werden hier von ihrem Mann mit Auto und Pferdehänger abgeholt und nach Hause zurückgebracht.

Pro Tag haben die Pferde und ihre Begleiter dann zwischen 20 und 24 Kilometer auf ihrer Abschiedstour zurück gelegt. Ihre Reise wird den beiden Frauen bestimmt noch lange in Erinnerung bleiben. Den Kontakt wollen die beiden Frauen auch in Zukunft halten.