Die Gartenschau wollte er noch begleiten: Nach zwölf Jahren verlässt Pfarrer Daniel Vögele mit seiner Familie Baiersbronn. Sein neuer Wirkungskreis liegt auf den Fildern.
Pfarrer Daniel Vögele wird die evangelische Gemeinde Baiersbronn nach zwölf Jahren verlassen und mit seiner Familie einen neuen Lebensabschnitt in Leinfelden-Echterdingen beginnen. Dort wird er als neuer Pfarrer am 21. September in sein Amt eingesetzt.
Als geschäftsführender Pfarrer hatte er in Baiersbronn umfangreiche Aufgaben und Verpflichtungen zu erledigen, die ihm viel abverlangten, aber auch sehr spannend waren. „Eigentlich ist es üblich, dass ein Pfarrer nach zehn Jahren eine neue Stelle antritt, bei mir waren es nun zwölf sehr schöne und lehrreiche Jahre hier in Baiersbronn. Doch mit 52 Jahren möchte ich nochmals einen anderen Wirkungskreis haben“, sagt Daniel Vögele.
Bisher habe es familiär nicht gepasst, und auch die Gartenschau war ein Ziel, das er sich persönlich noch vor seinem Wechsel gesetzt habe. Nun aber freue er sich auf die neuen Aufgaben im rund 90 Kilometer weit entfernten Echterdingen.
Erste Pfarrstelle in Österreich
Vögele, der in Freudenstadt geboren ist und dessen Verwandtschaft immer noch in Wittlensweiler lebt, studierte nach dem Abitur Theologie in Deutschland, Belgien und Österreich und war dann bei Wien als Pfarrer und Seelsorger eingesetzt. „Über viele Jahre war es nicht meine Absicht, Pfarrer in Württemberg zu werden, denn ich wollte ins Ausland gehen und dort leben“, erinnert er sich. In seiner ersten Pfarrstelle in Österreich lernte er auch seine Frau Bärbel kennen, die aus Waiblingen stammt. Ihre drei Kinder sind 21,18 und 13 Jahre alt. Die beiden Älteren nehmen im Herbst ein Studium auf.
Blickt Pfarrer Vögele auf seine letzten zwölf Jahre zurück, ist er besonders dankbar für die gute Zusammenarbeit in der Baiersbronner Gemeinde mit den Kirchenmitgliedern und den anderen Kirchengemeinden. „Ich habe hier in Baiersbronn auch diese unglaubliche Zuverlässigkeit der Menschen kennen- und schätzen gelernt. Wird etwas zugesagt, dann wird es auch gemacht“, sagt er.
Wichtig ist und war ihm, bei seiner christlichen und kirchlichen Arbeit über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen und auch intensive Kontakte zu anderen Glaubensgemeinschaften und Glaubensrichtungen zu pflegen. „Kirche soll sich auch positiv in die Gesellschaft einbringen“, meint er.
Nicht nur als Notfallseelsorger war er stets ein guter Zuhörer und Ratgeber, auch als Mitglied des Kirchenbezirksausschusses und als Kämmerer für die Pfarrhäuser im Kirchenbezirk hat er seine Aufgaben stets engagiert wahrgenommen.
Von den Einschnitten der Corona-Zeit
Seine Arbeit in Baiersbronn empfand er als spannend durch größere Bauprojekte, die vielfältige diakonische Arbeit und die Übernahme der Trägerschaft für immerhin elf Gemeindekindergärten mit den dazugehörigen 140 Mitarbeitern im Kindergartenbereich. „Einschneidend war für mich die Corona-Zeit. Eine Kirche ohne Menschen, viele Verbote und Regeln – es war eine schwere Zeit“, erinnert er sich.
Für die Zukunft wünscht er sich, dass die vier evangelischen Kirchengemeinden in Baiersbronn zusammenwachsen, auch um sich gegenseitig unterstützen und stärken zu können.
Abschiedsgottesdienst Ende Juli
Am Sonntag, 27. Juli, ab 10 Uhr wird Pfarrer Vögele im Rahmen des Gottesdienstes in der Marienkirche verabschiedet. Für Baiersbronn bedeutet das nun erst einmal, dass die Pfarrstelle ausgeschrieben wird und – sollte sich kein neuer Pfarrer finden – eine Vertretung kommen wird. „Am 15. Juni wurde die Stelle ausgeschrieben. Es wird spannend, ob sich schnell jemand bewirbt, aber es gibt im Moment viele offene Pfarrstellen“, sagt Daniel Vögele.