Der 58-Jährige hat nicht nur bei den Breisgauern Kultstatus. Auch in der Region Lahr schätzen viele einen der treuesten Trainer der Bundesliga. Wer die Nachfolge zur nächsten Saison antritt, ist noch offen – es gibt aber Vermutungen.
Seit Anfang der Woche steht fest: Christian Streich hört als SC-Trainer auf. Unsere Redaktion hat Stimmen von Fußballern aus der Region eingeholt.
Oliver Dewes: Für den ehemaligen Trainer des SC-Lahr kam die Ankündigung Streichs, seinen Vertrag nicht mehr zu verlängern, nicht überraschend. „Es hat sich glaube ich irgendwie abgezeichnet“, findet Dewes. Er könne es verstehen, wenn man nach einer so langen und guten Zeit den Posten als zu anstrengend empfinde und der Mannschaft neue Impulse geben wolle. Ob die Entscheidung die richtige war? „Das kann nur Streich selbst beantworten“, so Dewes.
Vor einigen Jahren hatte er die Möglichkeit, eine Woche beim SC-Freiburg zu hospitieren. Sehr bodenständig sei Streich und das gesamte Trainerteam gewesen, erinnert sich Dewes.
Auch nach einem Testspiel zwischen dem SC-Lahr und Freiburg sei man später zusammengesessen. Für die Trainernachfolge vermutet er eine interne Lösung. Dem früheren Freiburg-Kapitän Julian Schuster oder dem langjährigen Co-Trainer Lars Vossler räumt Dewes gute Chancen auf die Nachfolge ein.
Fans auf Abschied vorbereitet
Yannic Priéto: Der Stürmer des SV Niederschopfheim wurde vom angekündigten Rücktritt ebenfalls nicht überrascht. Die Anzeichen dafür hätten sich seit längerem verdichtet. „Trotzdem war es ein Schock“, so Priéto. Früher sei er selbst Teil der aktiven Fanszene gewesen, so Priéto im Gespräch mit unserer Redaktion. Für den Abschied sieht er den Sportclub vorbereitet. Mit Julian Schuster und Thomas Stamm seien Trainer im Verein, die für den Posten in Frage kämen und mit der erfolgreichen Freiburger Fußballschule vertraut wären.
Und was ist mit einem Trainer von Außen, etwa der frühere Freiburg-Spieler und Bundestrainer Jogi Löw? „Ein großer Name, aber eher unrealistisch“, findet Priéto. Zum Abschied erwartet er eine besondere Aktion der Fans: „Da ist ohnehin etwas in der Pipeline“.
Marco Petereit: „Es war schon klar, dass es irgendwann passieren wird“, erzählt der OFV-Spieler. Den perfekten Zeitpunkt zu erwischen, um aufzuhören, sei schwierig. Jetzt könne Streich die guten Eindrücke mitnehmen. „Schade ist es trotzdem“, findet Petereit. Den Sportclub sieht er aber auch ohne Streich gut aufgestellt. „Für den SC ist eine Lösung schon lange in Sicht“, vermutet der Fußballer.
Thomas Stamm hatte mit der U23 Erfolg als Trainer
U23-Trainer Thomas Stamm war, trotz Vizemeisterschaft in der dritten Liga, beim Sportclub geblieben. Da läge es auf der Hand, dass dieser eine Rolle im künftigen Trainerteam einnehmen werde, so Petereit.
Streich sei eine Auszeit gegönnt, findet er. Später seien ander Aufgaben denkbar. Ein Trainerposten werde es aber wohl kaum werden, auch wenn es interessant wäre, zu sehen, wie Streich etwa mit einem Champions-League-Verein zurecht käme, so Petereit. Als Jugendspieler bestritt er einige Spiele gegen die Streich-Elf. Schon damals habe Streich energisch an der Seitenlinie gestanden, erinnert sich Petereit.