Die „Häschen“ besangen in ihrem Lied was ein Rittermann alles braucht. Foto:  

Mit einem herzerwärmenden Programm zum Thema Mittelalter haben die Bergfelder Kinder mit ihren Erzieherinnen auf dem Freigelände ihres „Storchennests“ mit einer großen Anzahl an Gästen ein halbes Jahrhundert Kindergarten zelebriert.

Das Thema Mittelalter hatten sich die Kinder selbst ausgesucht, wie Kindergartenleiterin Marion Haist in ihrer Eröffnungsrede verriet. „Wichtig war uns, dass die Kinder ihre eigenen Vorstellungen und Ideen entwickeln und umsetzen“, erklärte sie.

 

Rührende Auftritte

Die ältesten Kinder, die „Raupen“, starteten mit dem Lied von der Ritterburg in die Vergangenheit. Die „Häschen“ fassten in ein Lied, was ein Rittersmann so alles braucht. Die Kleinsten, die „Marienkäfer“, erzählten die Geschichte von den fünf Rittern, ehe die „Fischle“ ihren Rittertanz aufführten. Der Schlusspart gehörte noch einmal den Ältesten, den „Raupen“, mit dem Ritter Lando, der sich gerne mehr Zeit nimmt und sagt: „Das Schönste auf Erden ist langsam zu werden“.

Die Ältesten die „Raupen“ besangen den Ritter Lando der sich gerne mehr Zeit nimmt. Foto: Schwind

Die Kindergartenleiterin Marion Haist erinnerte an 50 mal Laternenfest, Nikolausfeier, Weihnachten, Ostern mit Eiersuche und Geburtstage sowie an 13 000 Tage lachen, weinen, schöne Stunden und gemeinsame Feste erleben.

Für Ortsvorsteher Martin Sackmann, dessen Amtszeit sich dem Ende neigt, war es eines der letzten Feste und zugleich ein sehr besonders, wie er sagte. Hier hätten sich schon die Großeltern und Eltern wohlgefühlt. So könne man seine Kinder hier beruhigt abgeben. „Marion hält den Laden mit viel Engagement am Laufen“, lobte Sackmann die Kindergartenleiterin.

Einst im evangelischen Gemeindehaus

Der Kindergarten befand sich einst im Gemeindehaus unter der Trägerschaft der Evangelischen Kirche mit Hannah Grathwol als Leiterin von 70 bis 80 Kindern mit nur einer Hilfskraft.

Ende der 1960er-Jahre stieß die Einrichtung allerdings an ihre Grenzen. Die damals noch selbstständige Gemeinde Bergfelden errichtete einen neuen Kindergarten mit zwei Gruppen für 385 000 D-Mark mit der Einweihung im Jahr 1973. Die Evangelische Kirchengemeinde unterstützte die Gemeinde mit 60 000 D-Mark. Sie versprach, zehn Prozent der jährlichen Kosten zu übernehmen, und erhielt dafür ein Betreuungsrecht.

Im Jahr 2000 wurde unter der Planung des Sulzer Stadtbaumeisters Reiner Wössner ein Anbau für 370 000 D-Mark mit dann insgesamt 72 Plätzen in drei Gruppen realisiert. Ab September 2001 wurde eine vierte Gruppe für zwei Jahre in die Grundschule verlegt, wie Sackmann ergänzte.

Tolle Menschen kennengelernt

Im Anschluss nahm er die Gelegenheit wahr, um sich zu verabschieden. In den vergangenen zehn Jahren habe er tolle Menschen in Bergfelden kennengelernt und auch viel Unterstützung erfahren. „Es war mir eine Ehre, im schönsten, größten und besten Sulzer Stadtteil Ortsvorsteher gewesen zu sein. Ich habe es gerne gemacht“, sagte er. Aber es vertrage sich zeitlich nicht mehr mit seiner Hauptanstellung bei der Stadt Sulz.