Gerlinde Beiser an ihrem Arbeitsplatz in der Ortsverwaltung von Oberweier – wie sie viele Menschen kennengelernt haben. Foto: Bohnert-Seidel

Gerlinde Beiser aus Hofweier ist ein vertrautes Gesicht in der Ortsverwaltung in Oberweier. Mitte August ist die Gemeindemitarbeiterin in den Ruhestand gegangen. Die 950-Jahr-Feier war für sie ein Höhepunkt in den 42 Arbeitsjahren.

Im Mai waren es 42 Arbeitsjahre für die Gemeinde Friesenheim. Davon war Gerlinde Beiser mehrheitlich in der Ortsverwaltung von Oberweier eingesetzt. „Oberweier ist wie mein zweites Zuhause“, sagt die Hofweiererin. In Oberweier kenne sie so gut wie jeden Menschen. In der Ortsverwaltung hat sie sich wohlgefühlt. Ihre Arbeit empfindet sie als äußerst wertvoll. Es gehe um die kleinen Hilfestellungen: „Wenn ein Oberweierer am Telefon ist und nicht mehr weiter weiß, dann suche ich auch schon mal eine Telefonnummer raus.“ Praktische Bürgernähe, das sei für sie immer selbstverständlich gewesen.

 

Mit drei Ortsvorstehern hat sie zusammengearbeitet: drei Jahre mit Josef Eisenbeis bis 1989. Dann kam der Mutterschutz und anschließend die Arbeit auf dem Amt für öffentliche Ordnung. Außerdem kennt sie sich bestens auf dem Bauamt aus. Auf Ortsvorsteher Josef Eisenbeis, folgte 1989 Richard Haas bis 2018. Seit 2018 ist Andreas Bix Ortsvorsteher von Oberweier.

Nach dem Mutterschutz und ein paar Jahren in Friesenheim wurde sie vom damaligen Bürgermeister Armin Roesner gefragt, ob sie sich vorstellen könnte, wieder in Oberweier in der Ortsverwaltung zu arbeiten. „Warum sollte ich eigentlich nicht noch einmal einen Neuanfang wagen?“, fragte sich Beiser damals und erzählt mit einem Lächeln von ihrer beruflichen Entwicklung. Natürlich sei das Jahr 2010 nicht mehr wie damals in den 1980er-Jahren gewesen. Die Digitalisierung ist in der Ortsverwaltung eingekehrt und vieles habe sich verändert. Ihr Arbeitsumfeld habe sie neu kennengelernt und von ihrer Vorgängerin Sonja Schmider ein gut bestelltes Feld übernommen.

Oft erzählten ihr Menschen von ihren Schicksalen

Im Gespräch beginnt sie von ihrer Arbeit zu schwärmen und stellt fest: „Vielseitiger dürfte kaum ein Aufgabengebiet in der Verwaltung sein.“ In unterschiedlichen Bereichen müsse sie sich auskennen: Datenerfassung, Archivierung von Dokumenten, Planung von Versammlungen, Treffen, Erstellen und Ausfüllen von Dokumenten unterschiedlicher Art oder allgemeine Sekretariatsarbeiten. Auf sich alleine gestellt, bleibe sie dennoch im kurzen Draht mit der Verwaltung in Friesenheim oder anderen Kolleginnen in den Ortsteilen. Die Zusammenarbeit harmoniere bestens.

Im Laufe der Jahre habe sie sich ein profundes Wissen über das Ortsgeschehen und die Menschen erarbeitet. Natürlich erhalte sie auch Einblick in private Familiengeschichten. „Manche Menschen schütten das komplette Leben aus.“ Behutsam, empathisch und diskret bleibt sie im Umgang mit den Menschen. Familienschicksale gehen ihr oft unter die Haut. Über ihre Lippen kommt nichts, was ihr zuvor anvertraut wurde. „So wie ich selbst behandelt werden möchte, bin ich auch gegenüber den Menschen“, sagt sie bestimmt.

Obwohl für sie die 950-Jahr-Feier mit ganz schön viel Einsatz verbunden war, betone sie diese Erfahrung und den absoluten Zusammenhalt im Ort als einen besonderen Meilenstein und faszinierenden Höhepunkt in 42 Berufsjahren. „So ein tolles Fest“, schwärmt sie heute noch.

Sie freut sich auf mehr Zeit für die Familie

Die Dorfgemeinschaft habe pulsiert und aufgelebt. „Ein Wahnsinn war zudem der 950er-Tisch“, erinnert sie sich. Bis alle auf der Gästeliste platziert waren.

Jetzt freue sich auf mehr Zeit für ihre Familie und ihren Ehemann und vor allem ihre vier Enkelkinder.

Nachfolge

Die Position in der Ortsverwaltung von Oberweier ist seit vielen Jahren mit zwei Personen besetzt. Renate Bläsi war zehn Jahre in der Ortsverwaltung und wurde bereits im Frühjahr verabschiedet. Nachfolgerinnen sind Laura Erhardt und Beate Seitz.