Ab kommender Saison lernt Franz Schmid das Geschehen im Hofstetter Freibad hauptsächlich aus der Perspektive des Badegastes kennen. Foto:  

Mit Franz Schmid geht Hofstettens Fachangestellter für Bäderbetrieb in Ruhestand. Er weiß viel zu erzählen.

Dass sich die kleine Schwarzwaldgemeinde ein eigenes Freibad leistet, ist etwas Besonders. Und auch die beinahe lebenslange Verbindung des Bademeisters, für den das Schwimmbad im Laufe der Jahre zum „eigenen Kind“ wurde, ist ebenso besonders.

 

Schwimmbad wurde ein wenig zum „eigenen Kind“

Denn nach mehr als 38 Jahren sieht Franz Schmid, Hofstettens Fachangestellter für Bäderbetriebe, seinem wohlverdienten Ruhestand entgegen. Er arbeitete ab 1985 am Bau des neuen Schwimmbad-Teils mit, ist seit 1986 für das Wohl der Schwimmbadgäste verantwortlich. Dabei hatte er zu Beginn seiner beruflichen Laufbahn eigentlich eine Ausbildung als Gärtner absolviert. Sowohl der Kommune als auch ihm sollte die Mitarbeit im Bauhof zugute kommen. „Mitglieder des Gemeinderats hatten mich damals gefragt, ob ich keine Lust hätte, die Arbeit im Schwimmbad zu übernehmen“, erinnert sich Schmid zurück. Eigentlich hätte der neue Teil des Schwimmbads bereits 1985 eröffnet werden sollen. Doch die umfangreichen Pflaster- und landschaftsgärtnerischen Arbeiten waren zur Badesaison nicht zu schaffen. Deshalb wurde das Schwimmbad im Mai 1986 erstmals geöffnet, von der Bevölkerung gleich gut angenommen. Franz Schmid war damals 25, jetzt ist er im 39. Jahr seiner Tätigkeit, hat in dieser langen Zeit viele Kinder während der Sommermonate aufwachsen und deren Eltern und Großeltern als Begleiter gesehen.

„Das war schon interessant“, blickt er zurück. Auf die Frage, was sich in den vielen Jahren verändert hat, muss er nicht lange überlegen. Mit zunehmendem Alter habe er größeren Respekt erfahren. Zu Beginn sei er nur wenig älter als die jugendlichen Badbesucher gewesen. Und der schleichende Wegfall der Hauptschule im Ort mache sich in der Struktur der Badegäste deutlich bemerkbar. Denn heute wären in erster Linie Familie mit Kindern und ältere Menschen die Gäste im Schwimmbad. Zu Hauptschul-Zeiten habe es dagegen auch viele Jugendliche gegeben, die das Hofstetter Freibad besuchten. Lebender Beweis dafür ist Hofstettens „Deiwing-Club“, dessen Mitglieder die Sommermonate im Freibad verbrachten und sich als junge Erwachsene dann zum Verein zusammenschlossen. Für die Bevölkerung bieten sie seither jedes Jahr im Rahmen des Sommerspaß-Programms ein Schwimmbad-Fest an, luden jüngst zum ersten Hütten-Fest ein.

Angesprochen auf schöne, lustige oder bewegende Erlebnisse in den Jahrzehnten, erwidert Franz Schmid kurz: „Ich könnte ein Buch darüber schreiben.“ Er erzählt eine längst vergangene Anekdote, über die er auch heute noch herzlich lachen kann. Als die neuen Sanitär-Räume fertig waren, wurde das Freibad mitunter nächtens besucht. Eines Tages landete ein Beschwerdebrief bei Franz Schmid, dessen Wortlaut er heute noch zitieren kann: „Sehr geehrter Herr Bademeister „Pub“, es ist eine Unverschämtheit, dass man nachts nur kalt duschen kann.“

„Badsaison ohne Franz Schmid kaum vorstellbar“

Bis zum Ende der Badesaison wird Schmid wohl noch den einen oder anderen Eindruck hinzufügen können, bevor er das Schwimmbad künftig als Badegast besuchen wird. Und auch Bürgermeister Martin Aßmuth zieht als Arbeitgeber eine positive Bilanz: „Für viele Hofstetter zählt Franz Schmid zum Inventar in der Gemeinde. Eine Schwimmbad-Saison ohne ihn ist kaum vorstellbar. Franz hat es über Jahrzehnte wunderbar verstanden, unseren Badegästen den notwendigen Freiraum zu lassen, sofort da zu sein, wenn er gebraucht wurde, auch durchzugreifen, wo nötig. Dabei zeichnete ihn Fingerspitzengefühl, insbesondere im Umgang mit Jugendlichen, aus. Als Bürgermeister bin ich dankbar für seine wertvollen Dienste und froh, dass er bereit ist, uns über die Saison hinaus im Rahmen eines Mini-Jobs weiter zu unterstützen.“

Historie des Bads

In den 1970er-Jahren wurden die erste Sport-Anlage, die Erholungsanlage mit Waldesse und Mühle sowie ein kleines, beheiztes Freibad (sieben mal zwölf Meter) mit Schwimmbecken und kleinem Sanitärgebäude gebaut. 1985 folgte der Bau eines zusätzlichen Beckens (25 mal 12,5 Meter) und seitlichem Nichtschwimmerbecken. Auch das Sozialgebäude wurde erweitert, neuer Leseraum und Musik-Pavillon angebaut. Die Wiese wurde zum vielfältig genutzten Festplatz.