Mit einem lachendem und einem weinenden Auge: Jörn König gibt am 1. Oktober seine Praxis in die Hände seiner jüngeren Kollegen Arian Christopher Fiebig und Thorsten Heckele. Er ist davon überzeugt, dass seine Praxis in guten Händen sein wird.
Balingen-Weilstetten - 34 Jahre lang war Jörn König mit seiner Praxis für die Weilstetter Bürger da. Da es auf dem Land erfahrungsgemäß eher schwierig ist, einen Nachfolger zu finden, freut sich König umso mehr, dass auch nach seinem Ruhestand die Versorgung seiner Patienten gesichert ist.
"Die Kollegen hatten den Wunsch in eigener Praxis tätig zu werden, nachdem sie bereits in einer Praxis in Oberndorf angestellt waren", erzählt König. Gemeint sind Arian Christopher Fiebig und Thorsten Heckele. Die beiden Allgemeinmediziner waren auf der Suche nach einer eigenen Praxis und wollten sich in der Region niederlassen. Dass es nun geklappt hat, sei für alle Beteiligten ein großer Glücksfall.
Auch privat gut befreundet
Fiebig und Heckele sind auch privat gut befreundet, teilen sie unserer Zeitung mit. "Wegen unserer privaten Freundschaft und gleichen Vorstellungen vom Berufsleben entschieden wir uns, gemeinsam in die Selbstständigkeit zu gehen", so Heckele.
"Im Laufe unserer Zusammenarbeit entstand der Wunsch einer gemeinsamen Niederlassung", fügt Fiebig hinzu. "Auf Grund der Attraktivität des Zollernalbkreises und der hausärztlichen Unterversorgung dieses Gebiets" habe man sich dafür entschieden, die Praxis von König gemeinsam zu übernehmen.
Man freue sich darauf, die Patienten "empathisch und medizinisch auf dem neusten Stand der Wissenschaft zu versorgen und in allen Lebenslagen zu begleiten".
Heckele ist neben seiner internistischen Tätigkeit auch ausgebildeter Notarzt und absolviert – genau wie sein Kollege Fiebig – eine Weiterbildung zum Palliativmediziner. Ferner wollen die beiden jungen Ärzte eine reisemedizinische Beratung anbieten und eine Gelbfieberimpfstelle einrichten.
Fast 40 Jahren in dem Beruf
Jörn König ist vor kurzem 64 Jahre alt geworden und arbeitet seit fast 40 Jahren in einem Beruf mit "recht hohen Arbeitsbelastung und langen Arbeitszeiten". Aus diesem Grund freue er sich, "viele Dinge zu tun, zu denen ich bisher nie Zeit hatte". Als Beispiele nennt König mehr Zeit für die Ehefrau, Kinder und Enkel. Außerdem möchte er seine Freundschaften pflegen, Hobbys nachgehen, Liegengebliebenes aufarbeiten und "nicht zuletzt etwas für die eigene Gesundheit tun".
Vermissen wird er vor allem die "vielen Kontakte mit den Hilfe suchenden Patienten und die Gespräche mit ihnen, die sich nicht immer um Krankheiten gedreht haben". Er freue sich aber, dass seine Praxis nun in guten Händen sei, da "die Wahrscheinlichkeit einen Praxisnachfolger für eine Einzelpraxis auf dem Land zu finden, gering ist".