Ein letztes Mal dirigiert er seine Musiker. Willi Winterhalder bei seinem Abschied vom Blasmusikverein Hubertshofen. Foto: Lutz Rademacher

Das Jahreskonzert des Blasmusikvereins Hubertshofen, der in diesem Jahr sein 40-jähriges Jubiläum feiert, wurde zum emotionalen Abschied für Dirigent Willi Winterhalder.

Etwa 140 Zuhörer fanden den Weg in die Unterbränder Brändbachhalle zum Jahreskonzert des Blasmusikvereins Hubertshofen, der in diesem Jahr auch sein 40-jähriges Bestehen feiert.

 

Gleichzeitig war es der Abschied vom langjährigen Dirigenten Willi Winterhalder, der an diesem Abend noch einmal alle Register seines Könnens zog und ein ganz besonderes Programm auf die Beine gestellt hatte. Es machte ihm sichtlich Spaß und so dauerte es auch nicht lange, bis der Funke auf das Publikum in der komplett belegten Halle übergesprungen war.

Begeisterung pur versprühte auch jeder der 32 Musiker, die dicht gedrängt auf der kleinen Bühne saßen. Extra für dieses Konzert hatte sich der zuletzt durch Abgänge personell so gebeutelte Verein mit 18 Aushilfsmusikern verstärkt, die Willi Winterhalder in zahlreichen Proben zusammen mit der Stammbesetzung zu einer homogenen Einheit geformt hatte.

Das abwechslungsreiche zweistündige Programm, durch das Julian Vogt führte, startete mit einem Medley aus Liedern der Band „Coldplay“, gefolgt von Melodien aus dem Film „Der König der Löwen“. Ein Höhepunkt des ersten Teils war „Indian Fire“, das die Zuhörer in die Welt der indigenen Völker im Nordamerika des 19. Jahrhunderts entführte. Danach standen zwei ganz besondere Ehrungen auf dem Programm, die von Martin Hornung vom Blasmusikverband und vom Vorsitzenden Marius Schorpp vorgenommen wurden.

Zwei besondere Ehrungen im Rahmen des Konzerts

Harald Vogt gehört dem Blasmusikverein seit 40 Jahren an und ist das einzige verbliebene aktive Gründungsmitglied. In dieser Zeit war er viele Jahre im Vorstand tätig, davon 1993 bis 2000 und 2015 bis 2024 als Vorsitzender. Hierfür wurde ihm die Ehrennadel in Gold des Bundes Deutscher Blasmusikverbände überreicht. Willi Winterhalder wurde für 40-jährige Tätigkeit als Dirigent ebenfalls mit der goldenen Ehrennadel ausgezeichnet.

Bis auf den letzten Platz besetzt war die Brändbachhalle in Unterbränd bei Willi Winterhalders Abschiedskonzert. Foto: Lutz Rademacher

Winterhalder war vorher und acht Jahre parallel beim Musikverein Friedenweiler-Rudenberg aktiv. Vom Blasmusikverein Hubertshofen wurde er zum Ehrendirigenten ernannt. Er sei nicht nur der musikalische Leiter, sondern ein Ruhepol, ein Motivator, ein Therapeut und gelegentlich ein Geduldstrainer gewesen, so Marius Schorpp. Musikalisch wie auch menschlich habe er immer den richtigen Ton getroffen. Trotz des jetzigen Abschieds bleibe er immer Mitglied der Hubertshofener Musikerfamilie. Den Abschluss des ersten Teils mit Marius Schorpp als Dirigent bildete passend hierzu das Stück „Kameraden für immer“.

Tosender Applaus und Zugabe-Rufe

Mit dem Marsch „Salemonia“ startete der zweite Teil. Es folgten Medleys mit bekannten Liedern des Duos Simon & Garfunkel“ aus den 1960er-Jahren, der Band Abba aus den 1970ern und schließlich unter dem Motto „80er KULT (tour)“ – eine Reise in die Welt der damaligen „neuen Deutschen Welle“.

Doch so schnell durfte sich Willi Winterhalder dann doch nicht verabschieden. Nach stehendem Applaus und lauten „Zugabe“-Rufe betrat er doch noch einmal den Platz am Dirigentenpult. Es folgten ein Konzertmarsch und zum Schluss die Polka „Schöne Zeiten“. Willi Winterhalder hatte noch einmal sichtlich Freude an seinen letzten beiden Stücken mit dem Blasmusikverein Hubertshofen an einem denkwürdigen Abend in Unterbränd.

Zum Verein

Nachwuchs
Der Blasmusikverein Hubertshofen wurde am 20. Oktober 1985 gegründet und ist der jüngste Verein in Hubertshofen und das zweitjüngste Mitglied im Blasmusikverband Schwarzwald-Baar. Ein Hauptaugenmerk liegt in der Jugendausbildung und der Musikfrüherziehung. Hauptveranstaltungen sind das traditionelle Lindenkonzert im Juli und das Jahreskonzert im Herbst. Seit der Corona-Pandemie kämpft man mit Personalproblemen und arbeitet mit Aushilfen. In jüngster Zeit konnte man erfolgreich Jungmusiker aus dem eigenen Nachwuchs integrieren.