Umringt von den Bad Wildbader Abteilungskommandanten feierte Tido Lüdtke (Zweiter von links) seinen Abschied. Foto: Heinz Ziegelbauer

Seit 1996 war Tido Lüdtke Gesamtkommandant der Freiwilligen Feuerwehr Bad Wildbad und Stadtbrandmeister. Diese Ära endete jetzt und Lüdtke darf sich über einige neue Ehrentitel und Auszeichnungen freuen. Der Stadt bleibt er zudem erhalten.

Zum zentralen Treffpunkt von Feuerwehrangehörigen aus dem gesamten Oberen Enztal und Umgebung sind am Freitagabend der Bad Wildbader Kursaal und der Kurplatz im Stadtzentrum geworden. Der Grund: Die feierliche Verabschiedung von Tido Lüdtke als jahrzehntelanger Stadtbrandmeister und Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Bad Wildbad im Kursaal mit dem sich anschließenden gut besuchten Großen Zapfenstreich auf dem Kurplatz.

 

Bei der feierlichen Verabschiedung im Kursaal dominierte das Blau der Feuerwehruniformen der Gäste, waren dazu doch mehr als 150 Feuerwehrangehörige und zahlreiche Ehrengäste gekommen. Die Bühne, auf der die Stadtkapelle Wildbad unter der Leitung von Stadtmusikdirektor Martin Koch die Feierstunde begleitete, war geschmückt mit Fahnen und mit einer handbetriebenen Feuerwehrspritze aus dem Jahr 1830 sowie mit einer schon motorbetriebenen Spritze mit Baujahr 1936.

Ganz besonderer Mensch

Bürgermeister Marco Gauger eröffnete die festliche Stunde und bezeichnete Tido Lüdtke als einen ganz besonderen Menschen, der aus einem der wichtigsten Ämter in der Stadt Bad Wildbad zu verabschieden sei. Ein Mann, der mit Leib und Seele Feuerwehrmann sei und in den vergangenen Jahrzehnten für die Sicherheit der Stadt gekämpft habe, wann immer dies notwendig gewesen sei. „Herr Lüdtke, Ihre Leidenschaft und Ihr Engagement für die Freiwillige Feuerwehr haben nicht nur die Einsatzkräfte, sondern auch die gesamte Gemeinschaft und somit eine ganze Ära geprägt“, so Gauger.

Seit dem Jahr 1996 habe Tido Lüdtke nicht nur Einsätze geleitet und dabei Menschenleben gerettet, sondern auch eine Kultur des Miteinanders und der Verantwortung gefördert. „Es ist sehr schade, dass wir Sie heute als Stadtbrandmeister verabschieden müssen. Aber gegen die Gesetzgebung und die vorgeschriebene Altersgrenze können wir nichts ausrichten“, bedauerte Marco Gauger die altersbedingte Verabschiedung Lüdtkes.

Staatssekretär Thomas Blenke (Dritter von rechts) zeichnete Tido Lüdtke (Dritter von links) mit der Staufermedaille des Landes Baden-Württemberg aus. Foto: Heinz Ziegelbauer

Wildbader Dreiklang Ziemlich schnell habe er als Bürgermeister nach seinem Amtsantritt im Rathaus den „Wildbader Dreiklang“ kennengelernt: „Erst ertönt der Einsatzalarm, dann poltert es laut und unglaublich schnell die Treppe herunter und dann springt vor dem Rathaus das Martinshorn an“, beschrieb er diesen. Ist Tido Lüdtke doch Stadtkämmerer mit seinem Dienstzimmer im zweiten Stock des Bad Wildbader Rathauses, vor dem das Kommandofahrzeug auf einem dafür reservierten Platz geparkt war.

Gute Voraussetzungen

Erhalten bleibt Lüdtke der Stadtverwaltung als erfahrener Stadtkämmerer. „Sie übergeben eine sehr gut aufgestellte und ausgebildete Freiwillige Feuerwehr – eine Gemeinschaft, die dank Ihnen sehr stark ist“, führte der Bürgermeister weiter aus und sah darin gute Voraussetzungen für die erstmals in der Bad Wildbader Feuerwehrgeschichte mit Michael Rentschler als Nachfolger hauptamtlich besetzte Stadtbrandmeister-Stelle.

Ehrenkommandant Gauger bedankte sich mit herzlichen Worten für den langjährigen Dienst von Tido Lüdtke und übermittelte ihm die vom Gemeinderat beschlossene Auszeichnung und Ernennung zum Ehrenkommandant der Freiwilligen Feuerwehr Bad Wildbad.

Über Jahrzehnte hinweg habe Tido Lüdtke einen unschätzbaren Beitrag zum Wohl der Stadt Bad Wildbad geleistet, stellte Staatssekretär Thomas Blenke (CDU) fest. Und das in der vorteilhaften Doppelfunktion von Stadtkämmerer und Stadtbrandmeister. Dabei habe es dieser bestens verstanden, Beruf und Berufung miteinander zu verbinden, und das als leuchtendes Vorbild eines ehrenamtlichen Handelns.

„Prima Kerle“ Sein jetziges Ausscheiden aus dem aktiven Dienst der Feuerwehr sei für diese ein großer Verlust. Persönlich habe er Tido Lüdtke als freundlichen und warmherzigen Menschen und damit als „prima Kerle“ kennen und schätzen gelernt.

Zahlreiche Ehrengäste kamen zur Verabschiedung von Stadtbrandmeister Tido Lüdtke am Freitagabend ins Bad Wildbader Kurhaus. Foto: Heinz Ziegelbauer

Staufermedaille Den schon zahlreichen Auszeichnungen Lüdtkes im Feuerwehrwesen konnte Staatssekretär Blenke jetzt noch diejenige mit der von Ministerpräsident Winfried Kretschmann verliehenen Staufermedaille in Silber als eine der höchsten Auszeichnungen des Landes Baden-Württemberg anfügen.

Herausragendes geleistet

Als einen Menschen, der in seiner Zeit als Feuerwehrkommandant Herausragendes geleistet habe, bezeichnete der Calwer Kreisbrandmeister Dirk Patzelt Tido Lüdtke. Dessen Führungsstärke und unermüdlicher Einsatz habe die Freiwillige Feuerwehr Bad Wildbad geprägt und viele andere Feuerwehrkommandanten inspiriert. Als wichtig und wertvoll bezeichnete der Kreisbrandmeister auch die Mitarbeit Lüdtkes auf der Ebene des Kreisfeuerwehrverbandes und als stellvertretender Kreisbrandmeister seit dem 11. September 2011. „Hier bleibst Du mir und den Feuerwehren des Landkreises Calw zum Glück noch bis zum Ende Deiner Funktion als Ehrenbeamter erhalten, worüber ich mich sehr freue“, so Patzelt.

Erfolgreiche Arbeit „Wer Verantwortung tragen will, muss schleppen können“, eröffnete der CDU-Bundestagsabgeordnete und frühere Bürgermeister Bad Wildbads Klaus Mack seine Ansprache und meinte damit das erfolgreiche Wirken Tido Lüdtkes mit seiner 43-jährigen Zugehörigkeit zur Feuerwehr und seiner 23-jährigen Dienstzeit als Kommandant und Stadtbrandmeister. Als besondere Aufgabe erwähnte er die engagierte Mitarbeit des scheidenden Stadtbrandmeisters bei der Planung und Realisierung des Feuerwehrhauses an der Calmbacher Straße und dankte ihm für seine erfolgreiche Arbeit.

Gute Zusammenarbeit

Für die gute Zusammenarbeit bedankten sich Sabine Zenker als Bürgermeisterin der Nachbargemeinde Enzklösterle und Ulrich Lunkenheimer als früherer leitender Notarzt und als Vorsitzender des DRK-Ortsvereins Oberes Enztal.

Persönlich kennenlernen konnten die Bad Wildbader Feuerwehrangehörigen ihren neuen und ersten hauptamtlichen Stadtbrandmeister Michael Rentschler (Oberreichenbach-Würzbach), der Tido Lüdtke für seine Leistungen an der Spitze der Bad Wildbader Feuerwehr würdigte und sich freute, eine gut geleitete und leistungsfähige Feuerwehr übernehmen zu können.

Volles Verständnis Zum Schluss der Feierstunde trat Tido Lüdtke an Mikrofon. Er bedankte sich für die fachliche und herzliche Würdigung seiner Arbeit mit Worten und Geschenken und verstand es, seine vielen Jahre als Stadtbrandmeister und Kommandant der Feuerwehr Bad Wildbad unter verschiedenen Aspekten zusammen zu fassen und zu schildern und allen Persönlichkeiten zu danken, die ihn dabei unterstützt haben. Nicht zuletzt mit einem Dank an seine Ehefrau Tanja, die volles Verständnis für seinen Feuerwehrdienst in leitender Position mit vielen Einsätzen aufgebracht habe und seine dadurch nicht selten eingeschränkte Präsenz in der Familie verständnisvoll mitgetragen habe.