Für die Grußworte zu seinem Abschied nahm Pfarrer Michael Knaus mitten unter den Gottesdienstbesuchern Platz. Foto: Klaus Stopper

Voll besetzte Kirchenbänke, Weihrauch, tolle Musik – sehr bbeindruckend verlief der Abschiedsgottesdienst für Pfarrer Michael Knaus.

„Da würde mancher Bischof neidisch, wenn er heute diese volle Kirche sehen würde“, scherzte Michael Knaus zum Auftakt der Messe.

 

Mit einer großen Gruppe fahnentragenden Ministranten und im Weihrauchnebel zu Orgelklängen war er in die Stiftskirche eingezogen. Und das alles nicht aus Anlass des Geburtstags von Papst Leo oder zu Ehren des Fests der Kreuzanbetung – die beide auch auf diesen Sonntag fielen, sondern schon hauptsächlich zu seiner Verabschiedung als Hechinger Stadtpfarrer.

Weihrauch und Musik schaffen festliche Stimmung

Dazu wehte nicht nur viel Weihrauch durch den Kirchenraum, sondern vor allem auch die Musik gab diesem Tag ein besonderes Gepräge. Neben dem Kirchenchor ist hier zum einen Clara Grauer hervorzuheben, die ohne sichtliche Nervosität und mit unglaublich ausdrucksvoller Stimme Solopassagen sang, die wohl jeden in der Kirche berührten.

Ministrantenorchester bebewegt die Zuhörer

Und das schaffte auch ein für diesen Anlass speziell gegründetes Ministrantenorchester, in dem Cello, Fagotte, Klarinette und weitere Instrumente beinahe schon engelsgleiche Hörerlebnisse bescherten. Wunderschöne Musik.

Das alles zeigte auch, wie beliebt Pfarrer Knaus in Hechingen war. Etwa siebeneinhalb Jahre zuvor hatte er hier seinen ersten Gottesdienst in der Stiftskirche zelebriert, aber es sei weniger das Gebäude, das hier zähle. Wichtig sei Kirche als Gemeinschaft, „die sich gegenseitig umeinander kümmert“, so Knaus. Daraus entstehe etwas, „was man nicht machen oder kaufen kann“.

Predigt geht auf Brutalität der aktuellen Zeiten ein

In seiner Predigt ging er auf den aktuellen Feiertag der Kreuzanbetung ein. Es sei auch ein Sinnbild menschlicher Abgründe, und es zeige was passieren könne, „wenn Menschen Macht um jeden Preis haben wollen. Die Brutalität, die daraus entstehe, sei auf der ganzen Welt zu beobachten. Christen sollten im Gegensatz dazu eine Gemeinschaft sein, die zeige, „wir gehören zusammen“. Jeder könne dafür etwas tun. „Das ist ein großes Projekt, das längst noch nicht fertig ist“.

Bürgermeister dankt dem scheidenden Stadtpfarrer

Für Michael Knaus dagegen war es der letzte Gottesdienst als Pfarrer in Hechingen. Er wechselt nach Singen. Bürgermeister Philipp Hahn drückte in seinem Grußwort das aus, was viele Besucher zu diesem Abschiedsgottesdienst in der Stiftskirche zusammengebracht hat: „Sie haben sich in besonderer Weise in das Leben in Hechingen eingebracht“. Er erinnerte an die vielen Aktionen außerhalb der Kirchenmauern, an denen Knaus beteiligt war. Ob in der Fasnet oder beim Bierzapfen im Fecker.

Nach dem Gottesdienst wird in der Stadthalle gefeiert

Über all das zu reden, dazu bestand nach dem Gottesdienst noch ausgiebig Gelegenheit. Mit dem Hechinger „Papamobil“ wurde er zur Stadthalle gefahren, begleitet von Stadtkapelle und den Gläubigen. Dort gab es Häppchen, Grußworte, und viele Leute nutzten die Gelegenheit, in kurzen Gesprächen mit dem Pfarrer ganz persönlich Abschied von Knaus zu nehmen.