Das Hauptorchester beeindruckt das Publikum. Foto: Kiolbassa

Mit dem großen Jubiläums-Konzert ging für das Akkordeon-Orchester Waldmössingen auch eine besondere Ära zu Ende.

Nach 40 Jahren verabschiedete sich Dirigent Dieter Witz. Er hatte das Orchester im Jahr 1985 gegründet. Von Tag eins an übernahm er die musikalische Leitung und führte die Musiker in den vergangenen vier Jahrzehnten durch Höhen und Tiefen. Das traditionelle Jahreskonzert in der Kastellhalle stand ganz im Rahmen seines Abschiedes.

 

Die locker-beschwingten Klänge von „Der Barbier von Sevilla“ von Gioachino Rossini erfüllten die Kastellhalle beim Hauptorchester. Der Klassiker der Operngeschichte beeindruckte die Gäste mit temperamentvoll-intensiven Klängen. Auch das Medley der bekanntesten Hits des Kult-Musicals „West Side Story“ von Leonard Bernstein verzauberte die Zuhörer mit geballten Emotionen, kraftvollen Rhythmen und hoffnungsvollen Melodien.

Für insgesamt 50 Jahre Dirigententätigkeit wurde Witz vom Bezirksvorsitzenden des Deutschen Harmonika-Verbands Thomas Hug geehrt. Vor der Gründung des Waldmössinger Akkordeon-Orchesters hatte Witz das Jugend- und später auch das Hauptorchester in Winzeln geleitet.

Nach einer kurzen Pause nahmen Dieter Witz und die Musiker des Akkordeonorchesters die Gäste mit auf eine „musikalische Zeitreise von der Vergangenheit in die Gegenwart.“

Das Jahreskonzert markiert einen musikalischen Höhepunkt im Vereinsjahr. Witz schwelgte gemeinsam mit Elisabeth Reuter in Erinnerungen zu vergangenen Konzerten und der wunderbaren Zusammenarbeit mit verschiedenen Instrumental- und Gesangs-Solisten. Im nächsten Stück war eine besondere Sängerin zu hören. Witz Tochter Leila, selbst aktive Musikerin, schlüpfte in die Rolle der mutigen Disney-Prinzessin Vaiana und nahm die Gäste mit „How Far I’ll Go“ auf eine Reise über den Ozean. Auch Witz Ehefrau Martina und die Söhne Lukas, Laurin und Linus waren lange Zeit oder sind sogar bis heute Teil des Orchesters. Eine Tatsache, die den Vater sehr stolz mache.

Gemeinsam mit Elisabeth Reuter sprach Witz zwischen den Stücken über seine Errungenschaften für das Orchester. Der deutsche Bandleader und Komponist James Last war stets sein großes Vorbild. Ebenso wie er wollte Witz Musik machen, „die jeden abholte.“ Sein großes Ziel war es, „das Akkordeon aus seiner Nische holen.“

Sein langjähriger Wegbegleiter, Ministerialdirektor im Innenministerium Baden-Württemberg und Oberbürgermeister a.D. Herbert Zinell, lobte seinen unermüdlichen Einsatz als „Maestro di Cappella“ von der Geburtsstunde des Orchesters an. Gerne erinnere er sich an gemeinsame Reisen in die Partnerstädte Hirson und Čakovec, wo die Akkordeon-Spieler mit fabelhaften Auftritten imponierten.

Ein Highlight aufs Andere

Im Programm ging es anschließend mit dem gefeierten Stück „Riverdance“ von Bill Whelan weiter.Ein Highlight folgte auf das nächste: Bei „Up Where We Belong“ verzauberte das herausragende Gesangs-Duo Sabine Krasic und Daniel Großbach die Gäste mit ihren berührenden Stimmen. Im großen Finale standen einzelne Gäste auf, schwenkten leuchtende Teelichter im Takt und eine ehrfürchtige Stimmung legte sich über den Raum. In dieser bewegenden Atmosphäre ernannte Armbruster Dieter Witz als Dank für sein leidenschaftliches Engagement, seine Hingabe für das Orchester und seine unermüdliche Geduld sowie Energie zum Ehrendirigenten. Standing Ovations, tosender Beifall, ein einzigartiger Moment.