Die Leiterin des Referats des Freiburger OB hat sich um die Stelle als erste Beigeordnete in Neuss beworben.
Die Leiterin des OB-Referats im Freiburger Rathaus, Meike Folkerts (40, CDU), steht offenbar vor einem beruflichen Wechsel nach Nordrhein-Westfalen. Folkerts hat sich auf die freiwerdende Stelle der Ersten Beigeordneten in der 150 000 Einwohner zählenden Stadt Neuss beworben. Im Fall ihrer Wahl, für die sich laut dem Düsseldorfer Online-Medium „VierNull“ im Stadtrat in Neuss bereits nach Folkerts Vorstellung im Stadtrat Anfang der Woche eine breite Mehrheit abgezeichnet hat, könnte sie ihren neuen Job bereits in vier Wochen antreten. In Neuss wäre sie auch als Kämmerin für die Stadtfinanzen verantwortlich. Der Stadtrat entscheidet am 13. März endgültig, ob die Schwarzwälderin den Job bekommen soll.
Folkerts war zuvor Bürgermeisterin in Titisee-Neustadt
Der Wechsel nach NRW hat nicht nur berufliche Gründe: Seit über zwei Jahren ist Folkerts mit dem Oberbürgermeister von Düsseldorf, Stephan Keller (55, CDU) liiert. Aus früheren Beziehungen haben beide vier Kinder. Nach nur drei Jahren in Freiburg würde Oberbürgermeister Martin Horn (41, parteilos) damit eine seiner wichtigsten Mitarbeiterinnen verlieren.
Horn zeigte am Mittwoch dennoch Verständnis für die Entscheidung: Folkerts habe ihn frühzeitig über ihre Pläne, das Verfahren und ihre Bewerbung informiert. „Ich respektiere und verstehe ihren Wunsch nach einem beruflichen Wechsel. Gleichzeitig bedauere ich ihren Weggang, da ich die Zusammenarbeit mit Meike Folkerts von Anfang an immer als sehr vertrauensvoll und erfolgreich erlebt habe.“ Er sei aber auch stolz, dass man in der Stadtverwaltung in Freiburg gute Führungskräfte habe, die bundesweit solche Karrierechancen haben. Folkerts betonte am Mittwoch, dass sie Horn dankbar für seine Unterstützung sei: die Zusammenarbeit mit Verwaltung, Team und Politik in Freiburg sei großem Vertrauen geprägt.
Folkerts war vor genau drei Jahren ins Freiburger Rathaus gekommen, davor war sie drei Jahre lang Bürgermeisterin in Titisee-Neustadt, wo ihr vorzeitiger Rückzug aus dem Amt einigen Unmut verursacht hatte.
Ursprünglich stammt die studierte Juristin aus Bonndorf im Hochschwarzwald.