Die Abbrucharbeiten für das Haus Waldeck rücken näher. Foto: Heiko Hofmann

Die Arbeiten sind bereits vergeben. Das geschichtsträchtige Haus Waldeck in Nagold wird bald abgerissen. Mittlerweile steht auch fest, was mit dem Neubau geschieht.

Der Technische Ausschuss der Stadt Nagold fackelte nicht lange. Einstimmig stimmte das Gremium den Abrissarbeiten des Hauses Waldeck zu.

 

Damit ist klar: Dem „Lost Place“ Waldeck geht es nun wirklich an den Kragen. Das bis vor Kurzem noch als Asylbewerberheim genutzte Gebäude soll komplett abgebrochen werden. Einen Ersatzbau wird es nicht geben. Stattdessen soll das Gelände renaturiert werden.

Doch gelten die Abrisspläne auch für den Neubau? Das dem Haus Waldeck vorgelagerte Gebäude ist schließlich noch keine zehn Jahre alt.

Der Neubau für das Asylbewerberheim ist dem Haus Waldeck vorgelagert. Foto: Heiko Hofmann

Es entstand, um dort weitere Flüchtlinge unterbringen zu können. Und im Gegensatz zum Altbau, scheinen in dem Neubau auch noch Teile bewohnt zu sein.

Auch der Neubau soll gleich mit abgebrochen werden

„Wir räumen da alles ab“, machte Nagolds Oberbürgermeister Jürgen Großmann in der Sitzung des Ausschusses deutlich. Und das ist durchaus wörtlich zu nehmen. Auch der Neubau soll gleich mit abgebrochen werden.

Die Stadt bestätigt auf Anfrage der Redaktion: „Bis vor Kurzem ging auch die Stadt Nagold noch davon aus, dass der Neubau, aufgrund eines entsprechenden Bedarfs zunächst stehen bleibt.“ Doch das Land habe der Stadt kürzlich signalisiert, dass dieser Bedarf nicht mehr bestehe und auch der Neubau nicht mehr benötigt werde.

Abrissreif: ein Detail am Nebengebäude. Foto: Heiko Hofmann

Gut 260 000 Euro beträgt die Vergabesumme für den Abriss. Das liegt fast 100 000 Euro unter der Kostenberechnung. Und doch ist bei dem Abriss das volle Programm enthalten. Betroffen sind alle Gebäude auf dem Areal: das eigentliche, in seinem Kern 1892 entstandene, alte Haus Waldeck, der Neubau davor sowie die Garagen und das alte Verwaltungsgebäude entlang des Radwegs in Richtung Eisberg.

Abbruch soll bis Ende des Jahres beendet sein

Auf Nachfrage der Redaktion erörtert die Presseabteilung aus dem Rathaus, dass nun das Abbruchunternehmen Walter informiert werde, dass es den Zuschlag bekommen habe und mit den Arbeiten beginnen kann.

Bei der Stadt geht man von einer Dauer dieser Arbeiten von gut zwei Monaten aus. „Ende Dezember sollten sie abgeschlossen sein“, heißt es weiter.

Insgesamt handelt es sich um eine Abbruchfläche an Gebäuden und den umgebenden Wegen von rund 2400 Quadratmetern. Diese Fläche soll nach dem Abriss „ökologisch wertvoll aufbereitet“ werden. Unter anderem ist geplant, den unter dem Waldeck hindurchfließenden Kreuzertalbach offenzulegen und das Gelände zu renaturieren.

Weiter teilt die Stadt mit: „Das Fachbüro arbeitet aktuell die Entwurfsplanung aus und wird in Kürze die wasserrechtliche Genehmigung stellen.“

Nach aktuellem Stand plant die Stadt, dass die Arbeiten zur Offenlegung und Renaturierung des Kreuzertalbachs im ersten oder zweiten Quartal des kommenden Jahres beginnen können.