Die Bregbrücke in Wolterdingen soll abgerissen werden. Das ist schon lange beschlossene Sachen. Nun gibt das Regierungspräsidium Details zu den weiteren Plänen bekannt.
Sie ist ein echter Blickfang im Ortskern von Wolterdingen: Die massive Eisenbetonbrücke aus dem Jahr 1912. Auch Autofahrer, die über das historische, ursprünglich denkmalgeschützte Bauwerk in Richtung Gewerbegebiet und Bräunlingen abbiegen wollen, bekommen dort regelmäßig Zeit, den Anblick erst einmal richtig aufzusaugen.
Bei Gegenverkehr auf der engen Brücke heißt es für einige, die auf vier Rädern unterwegs sind, nämlich erst einmal warten. Denn ist eines der Autos etwas breiter, passen sie dort nicht aneinander vorbei.
Doch das ist nicht das einzige Problem, das das Regierungspräsidium (RP) in Freiburg schon vor sieben Jahren an der im Jugendstil errichteten Eisenbetonbrücke zu beanstanden hatten. 2011 hatte die Behörde mit einer Prüfung der Brücke begonnen und schließlich den Abriss und Neubau empfohlen. Zu alt und marode sei die Bregbrücke laut dem Gutachten für die Belastungen durch den Verkehr geworden. Erste Hilfe sollte schon die neue Zufahrt ins Gewerbegebiet liefern. „Der Brücke kommt für Wolterdingen verkehrlich eine wichtige Rolle zu, wobei die Umfahrung über den Hochwasserdamm die Situation für den Schwerlastverkehr deutlich entschärft hat“, sagt Stadtsprecherin Beatrix Grüninger.
Im Laufe der Zeit könne die Brücke laut der Prüfung des RP allerdings nicht nur keine Lastwagen mehr tragen, sondern später auch keine Autos und Menschen. Auch eine Sanierung wäre zu aufwändig und teuer, so das Urteil des RP im Jahr 2018. Also war das Ende der historischen Brücke beschlossen, was in Wolterdingen auch auf Widerstand stieß. Damals galt ein Baustart für 2021 als möglich, doch daraus wurde nichts. Seitdem steht die Frage im Raum, wann das Regierungspräsidium den Abriss starten wird. Ende Oktober 2025 kommt dann aus Stuttgart die Meldung, dass es nun wohl konkreter wird.
Verkehrsministerium listet Bregbrücke auf
In einer Pressemitteilung zum Programm zur Modernisierung von Brücken listet das Landesverkehrsministerium 180 Brücken, die bis zum Jahr 2030 erneuert werden sollen. Darunter auch die Flutkanalbrücke sowie die Bregbrücke in Wolterdingen. „Viele Brücken erfüllen altersbedingt nicht mehr die aktuellen Anforderungen. Deshalb müssen sie saniert, verstärkt oder sogar ganz neu gebaut werden. Dafür gibt es jetzt einen Umsetzungsplan. Der ist ambitioniert, aber machbar“, wird Verkehrsminister Winfried Hermann in der Mitteilung zitiert.
Doch wie kam es dazu, dass die Pläne für Wolterdingen so lange ruhten? „Grund für die Verzögerung bei der Planung war insbesondere die Notwendigkeit, den Neubau der Brücken mit dem Hochwasserschutz zu vereinbaren“, sagt Heike Spannagel, Pressesprecherin des Regierungspräsidiums Freiburg. „Das Landratsamt forderte dazu eine Hochwassersimulation mit mehreren Szenarien, die sehr zeitaufwändig war.“ Aktuell werden die Entwürfe erarbeitet, danach startet das Baurechtsverfahren. „Wir gehen derzeit davon aus, dass die Bauarbeiten im Jahr 2027 starten können.“ Dauern soll der Neubau mindestens zwei Jahre.
Aktuell rechnet das RP mit Kosten von etwa 5,4 Millionen Euro. Das Donaueschinger Rathaus selbst steht zwar im Austausch mit dem RP. Planung, Finanzierung und Umsetzung laufen allerdings über Freiburg, so Stadtsprecherin Beatrix Grüninger.
Landesweite Sanierungen
Planungen
Wie das Landesverkehrsministerium in einer Pressemitteilung schreibt, soll demnächst jede zehnte Brücke auf einer Bundes- oder Landesstraße in Baden-Württemberg saniert oder ersetzt werden. Damit will das Land mittelfristig Einschränkungen oder Sperrungen durch Schäden verhindern. Bis 2030 sollen die ersten 180 Brücken erneuert werden, darunter die Wolterdinger Flutkanal- und Bregbrücke auf der Landesstraße 181. 450 weitere Brücken sollen schließlich bis 2036 folgen.