Es ist noch in Erinnerung, der Brand beim ehemaligen Soldatenheim in Meßstetten im Mai 2025. Seither laufen Ermittlungen, der Abriss aber ebenfalls.
72 Einsatzkräfte mit zehn Fahrzeugen waren an diesem schicksalhaften Morgen im Mai 2025 in die Geißbühlstraße nach Meßstetten ausgerückt. Die Flammen schlugen aus einem Anbau des ehemaligen Soldatenheims hervor. Gelöscht bekamen die gerufenen Wehrleute das Inferno dann zwar, mussten aber Nachlöscharbeiten bis in den Samstag hinein vornehmen. Fast ein Jahr ist das nun her und seitdem drängt sich die Frage auf, wie es weitergeht. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen und hatte damals schon Brandstiftung vermutet.
Bis heute gibt es keine konkreten Ergebnisse. Tina Rempfer vom zuständigen Polizeipräsidium in Reutlingen erklärt auf Anfrage unserer Zeitung, „dass die polizeilichen Ermittlungen wegen des Verdachts der Brandstiftung gegen Unbekannt andauern“. Man bittet weiter um Verständnis, dass man keinen exakten Termin für einen möglichen Abschluss der Ermittlungen nennen könne, denn „Art und Umfang von Ermittlungen sind immer vom konkreten Einzelfall und natürlich den Entwicklungen innerhalb des Falls abhängig“, so Rempfer abschließend.
Planungen und Prozesse laufen weiter
Zwar sind die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen, im Hintergrund laufen die Planungen und Prozesse aber weiter. Das Gebäude samt Gelände gehört nämlich dem Bund, weshalb die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) für weitere Schritte zuständig ist. „Teile der abgebrannten Gebäude wurden insbesondere aus Gründen der Verkehrssicherung und möglicher Umweltgefahren umgehend zurückgebaut“, heißt es aus der Bonner Pressestelle auf Anfrage. Spannend hingegen die Pläne mit den noch stehenden Resten des Soldatenheims. „Das aktuell noch bestehende Hauptgebäude soll dieses beziehungsweise spätestens nächstes Jahr zurückgebaut werden“, schreibt BImA-Pressefrau Christiane Worring. Die Bauteile, die möglicherweise mit Schadstoffen belastet sein könnten, würden in einem Labor analysiert und anschließend natürlich „umwelt- und fachgerecht entsorgt“.
All das dient am Ende einem Zweck: Die BImA will das Gelände verkauft bekommen. Doch das gestaltet sich eben mit einer darauf befindlichen Brandruine nicht einfach. Durch den Brand seien, so formuliert es die Behörde, „Verwertungshemmnisse“ entstanden. Zu Deutsch: Das Gelände verkauft sich nicht, wenn ein potenzieller Käufer auch noch das lädierte Gebäude selber abreißen müsste. Ein potenzieller Käufer ist natürlich der Zweckverband IIGP, der nebenan aus dem ehemaligen Meßstetter Kasernengelände ein schmuckes Industriegebiet entwickeln will und das derzeit auch tut.
Die Abrissarbeiten für diverse nicht mehr benötigte Bauten laufen bereits seit Februar, die ehemalige Gärtnerei etwa ist schon dem Erdboden gleichgemacht. Gebaut werden könnte dann, vorbehaltlich der Beauftragungen, bereits im September, so die aktuellen Informationen des IIGP. Und der Zweckverband schielt wohl auch mit Argusaugen auf das Gelände des ehemaligen Soldatenheims. „Der Zweckverband hat gegenüber der BImA sein grundsätzliches Interesse am Erwerb der (abgeräumten) Fläche bekundet und mittlerweile ein Angebot gemacht“, erklärt Pressesprecher Volker Bitzer. Allerdings sei seitens der BImA bis zum jetzigen Zeitpunkt „noch keine Antwort“ zurückgekommen.
Möglichkeiten zur Erweiterung des IIGP-Areals
Grundsätzlich macht man sich beim Zweckverband natürlich Gedanken, was mit der Fläche angestellt werden könnte. Doch Bitzer betont, dass man das Fell des sprichwörtlichen Bären nicht verteilen will, solange der noch auf dem Gelände umherstreift: „Bevor wir in Planungen einsteigen, muss der IIGP Eigentümer sein.“ Außerdem ist dort kein Baurecht gegeben, das müsste zunächst hergestellt werden. Daher „gibt es gegenwärtig noch keine konkreten Überlegungen“. Diese werden aber durch einen anderen Umstand zumindest attraktiver: Direkt angrenzend an das Gelände des Soldatenheims verfügt nämlich die Stadt Meßstetten über Grundstücke, „so dass sich rein räumlich eine größere, zusammenhängende Fläche ergäbe“. Entscheidend ist hierbei aber der Konjunktiv, den der Pressesprecher bemüht.
Aber auch beim IIGP-Zweckverband erkennt man das Offensichtliche: „Rein theoretisch wäre das grundsätzlich Potenzial, um das IIGP-Areal in Richtung Westen zu erweitern. Überlegungen hierzu wären aber verfrüht.“ Zunächst muss ohnehin die BImA mit dem Abrissbagger vorstellig werden – ist das passiert, werden sich Bund und Zweckverband vielleicht auch über einen Kauf des Geländes einig.