Der ehemalige Schweinestall des früheren Schlachthofs wurde am Donnerstag abgerissen, damit dort ein Neubau für das städtische Kinder- und Jugendbüro errichtet werden kann. Foto: Schabel

Bau: Auf dem Schlachthofareal wird Platz für das städtische Jugendbüro geschaffen

Lahr - Auf dem Schlachthofgelände werden zurzeit gröbere Arbeiten erledigt. Zwei Gebäude werden abgerissen, damit dort Platz für einen Neubau entsteht, in den das städtische Kinder- und Jugendbüro einziehen soll.

Maurice Grandidier ließ die Zange seines Baggers am Donnerstagmorgen herzhaft "zubeißen", woraufhin nach wenigen Minuten größere Löcher in dem Gebäude klafften, das er sich zuerst vorgenommen hatte. In den vergangenen Jahren hatte es dem Team der Jugendbegegnungsstätte Schlachthof als Lagerraum gedient – zuvor war es ein Schweinestall gewesen.

Nach dem Stall, dessen Außenwände zuletzt Graffiti-Sprayern als Betätigungsfeld dienten, wird auch das einstige Sozialgebäude des früheren Schlachthofs abgerissen, der 1995 geschlossen wurde (siehe Info). Eine Sanierung und Umnutzung der beiden Gebäude sei wirtschaftlich nicht möglich, informiert die Stadt. Das Sozialgebäude habe zum Beispiel Schäden am Mauerwerk der Außenwände und an der Decke. Deshalb sei dort bereits ein Notdach aufgesetzt worden.

Der ehemalige Schweinestall wird vom Team der Firma Singler, zu dem auch Kamal Alkhadib gehört, komplett abgetragen. Dort wird ein Neubau mit Büros und Besprechungsräumen für das Kinder- und Jugendbüro errichtet, das im nächsten Jahr von der Jammstraße auf das Schlachthofgelände umzieht. Das unter Denkmalschutz stehende Verwaltungsgebäude biete nicht genug Platz, um neben dem Schlachthof-Team auch noch die Mitarbeiter des Kinder- und Jugendbüros unterzubringen, so die Stadtverwaltung. Deshalb müsse nebenan ein Neubau her.

Heiko Heimburger, seit dem Jahr 2013 als Sozialarbeiter im Schlachthof aktiv, freut sich, dass die städtische Kinder- und Jugendarbeit auf dem Areal zentriert wird. Dann könne man sich künftig viele Telefonate und E-Mails untereinander sparen. "Ressourcen werden gebündelt", verdeutlicht Heimburger die Vorteile, das Schlachthof-Team sowie die städtische Kinder- und Jugendarbeit räumlich zusammenzulegen. Auch die Bürger würden profitieren, wenn sie für die Jugendarbeit in der Stadt nur noch eine einheitliche Anlaufstelle haben.

"Durch eine Bündelung der Strukturen und Angebote im Jahr 2022 soll die städtische Kinder- und Jugendarbeit insgesamt gestärkt und das Schlachthofareal zur zentralen Anlaufstelle in der Stadt werden", informiert die Verwaltung in einer Pressemitteilung. Mit der Jugendbegegnungsstätte Schlachthof sowie dem Kinder- und Jugendbüro biete man Projekte und Angebote für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene von sieben bis 25 Jahren in Bereichen wie Spiel, Kunst, Kultur, Bewegung, Politik, offene Arbeit oder Ehrenamt.

Der ursprüngliche Schlachthof, mehrere Sandsteingebäude von respektabler Größe, in dem Vieh geschlachtet und Fleisch verarbeitet wurde, wurde 1893 in Betrieb genommen. 1995 schloss er nach mehr als 100 Jahren seine Tore. Heute stehen der ehemalige Großviehstall, das Verwaltungsgebäude sowie das Eingangstor mit Zaun unter Denkmalschutz. Seit 2001 betreibt die Stadt auf dem Areal in der Dreyspringstraße die Jugendbegegnungsstätte "Der Schlachthof – Jugend &Kultur".