Der Abriss des ehemaligen Schwarzwaldladen-Areals in Gutach soll in wenigen Tagen beginnen. Geplant ist ein Neubau mit moderner Holzarchitektur.
Auf dem Areal des ehemaligen Schwarzwaldladens vor den Toren des Freilichtmuseums stehen die Zeichen klar auf Neubeginn. Wie Gutachs Bürgermeister Siegfried Eckert gegenüber unserer Redaktion mitteilte, soll in ein bis zwei Wochen der Abriss der bestehenden Gebäude beginnen.
Die „Hüttenbauten“ mit Wurstbraterei und Souvenirladen wirken tatsächlich wie aus der Zeit gefallen. Ihr Schwarzwälder Holzcharme aus den 1980er-Jahren hat erkennbar Patina angesetzt. Umso auffälliger ist der Kontrast zum gegenüberliegenden, 2019 erbauten Erlebnisdorf Uhrenwerk, das laut Eigenbeschreibung eine „moderne Interpretation historischer Eindachhöfe“ sein soll.
Zum Ende der Saison 2023 hatte sich Hans Aberle, ein Enkel der letzten Vogtsbäuerin Barbara Aberle, zur Ruhe gesetzt und seinen Souvenirladen nach 46 Jahren für immer geschlossen. Insgesamt hatten sich auf dem Gelände ein Gastronomiebetrieb, ein Souvenirladen, ein Kiosk, Verkaufsstände sowie ein Wohnhaus mit Mietwohnungen befunden.
Architektur mit viel Holz und Glas füge sich gut in Schwarzwaldambiente ein
Beauftragt mit der Neuausrichtung wurde die Steinacher Firma Kopf Immobilien, die den Entwurf bereits im Gemeinderat vorgestellt hatte.
Bürgermeister Eckert zeigte sich davon sehr angetan: „Das ist eine sehr pfiffige Architektur, mit viel Holz und Glas, das passt sehr gut in unser Schwarzwaldambiente.“ Bereits vor drei Jahren hatte sich der Steinacher Architekt Thomas Kopf im Gespräch mit unserer Redaktion grundsätzlich zu seinen damaligen Überlegungen für das Areal geäußert. Damals bezeichnete er das rund 3000 Quadratmeter große Gelände als Entwicklungsprojekt mit großem Potenzial direkt vor dem größten Tourismusmagneten im Tal.
Kopf erklärte zudem, dass es ihm wichtig gewesen sei, das Areal zu erwerben, um Entscheidungen frei treffen zu können. Der an derselben Stelle geplante Neubau soll das bestehende touristische Angebot sinnvoll und ästhetisch ergänzen. So sollen laut Eckert eine Art „Marktscheune“ und Übernachtungszimmer entstehen. Die Übernachtungszimmer seien auch deshalb an dieser Stelle praktisch, weil es gegenüber in „Weber’s Esszeit“ einen großen Saal für Tagungen gebe, sagte Eckert.
Wichtig sei ihm zudem, dass die künftigen Betreiber ins touristische Portfolio der Gemeinde passen und im Einklang mit den direkten Nachbarn Uhren Herr und Weber’s Esszeit stehen. Eckert betonte im Gespräch mit unserer Redaktion, dass ein harmonisches Miteinander mit den Nachbarn sowie dem Freilichtmuseum wichtig sei.„Aber da habe ich großes Vertrauen in die Architekten. Die Kooperation mit den Steinachern hat bisher exzellent funktioniert“, so der Bürgermeister.
Besonders wichtig ist Eckert der zeitliche Ablauf der Arbeiten. Zur Saisoneröffnung des Freilichtmuseums solle es keine großflächigen Beeinträchtigungen geben und auch keine Bagger-Armada den Eingangsbereich und den Museumsbetrieb stören.
„Emporium Kinzig“
Bereits im Jahr 2022 hatte Hans Aberle das Areal verkaufen wollen. Damals hatte der Meersburger Unternehmer Adi Kreft, inspiriert durch die Fridays for Future“-Bewegung, die Idee, ein „Emporium Kinzig“ zu schaffen – „einen Marktplatz für regionale Spezialitäten, Kunst, Kultur und gesundes, nachhaltiges Bauen“, sagte Kreft damals gegenüber unserer Redaktion. Doch Sponsoren und Interessenten fanden sich zu wenige und das ambitionierte Projekt wurde bereits nach wenigen Monaten beerdigt.