Ein Mauerblümchen ist das Maute-Areal freilich nicht. Nun hat der Gemeinderat den Abriss sämtlicher Gebäudeteile beschlossen. Foto: Engelhardt

Gemeinderat: Maute wird zurückgebaut

Der Gemeinderat hat am Dienstagabend den Rückbau sämtlicher Gebäudeteile auf dem Maute-Areal beschlossen. Die Bauarbeiten sollen schon spätestens im Mai 2022 starten.

Bisingen. Schon der Abriss der Maute-Ruinen ist ein Millionenprojekt: 2,2 bis 2,6 Millionen Euro braucht es, um künftigen Investoren im Wortsinne das Feld zu ebnen. Die Dauer der Arbeiten wird auf neun bis zwölf Monate geschätzt. Und der Gemeinderat hat am Dienstagabend mit dem Beschluss, alle ober- und unterirdischen Gebäude abzureißen, zwar einen riesengroßen Schritt nach vorne gemacht, doch die Sitzung zeigte auch: Das ist erst der Anfang.

Der Zeitplan sieht so aus: Bis spätestens November soll das Leistungsverzeichnis für die Abrissarbeiten stehen, bis Januar 2022 werden die Arbeiten ausgeschrieben und bis März vergeben. Demnach beginnt der Abriss – falls alles nach Plan verläuft – spätestens im Mai. Bis zum Frühjahr 2023 soll es dauern, dann ist das Areal im Herzen Bisingens dem eingeebnet.

Direkt um das Maute-Areal befindet sich ein Wohngebiet, teils grenzen die Wohnhäuser direkt ans Abrissgrundstück. Bei der Gemeindeverwaltung seien, wie Bürgermeister Roman Waizenegger verkündete, daher einige Anfragen im Hinblick auf den bevorstehenden Abbruch eingegangen. Anwohner merkten insbesondere den Staub und Dreck an, der durch die Baustelle entsteht. Waizenegger: "Der Abbruch wird mit Bedacht auf die Anwohner" durchgeführt.

Im Hinblick auf den Standort für den neuen Polizeiposten berichtete Waizenegger, dass er im Gespräch mit dem Chef des Polizeipräsidiums Reutlingen war. Dieser habe deutlich gemacht, dass die Zeit drängt, man also nicht unbedingt warten könne, bis das Maute-Areal fertiggestellt sein wird. Der Bürgermeister schlug deshalb vor, den Polizeiposten in einem Gebäude unterzubringen, das vielleicht früher bezogen werden könnte. Dieses befindet sich näher am Bahnhof, direkt an der Bahnhofstraße.

Zuvor hatten die Vertreter eines Ingenieurbüros die Vor- und Nachteile eines teilweise und eines Gesamtrückbaus (ober- und unterirdische Gebäude) dargelegt. Während des Vortrags zeigte sich, dass der Gesamtabriss im Vergleich zum Teilabriss mehr Vorteile hat. Das Votum des Gemeinderats fiel einstimmig aus.

Schon bald sollen die Bürger wieder mitreden können, wenn es um die Neugestaltung des Maute-Areals geht. Dies geschieht bei einer Informationsveranstaltung, bei der die Gemeinde über den Rahmenplan und den Stand beim Abriss berichten wird. Diese Veranstaltung findet am Mittwoch, 22. September, von 18 Uhr an in der Hohenzollernhalle statt. Der Saal öffnet bereits eine halbe Stunde früher.

Die Experten werden die Bürger zunächst über den aktuellen Stand sowie über die weiteren Schritte informieren und stehen für Fragen und Anregungen zur Verfügung. Der Austausch erfolgt anhand der Informationsstände – wie bereits aus einer vergangenen Info-Veranstaltung bekannt. Dort stehen Experten für Gespräche zur Verfügung. Es gibt drei Stände zu diesen Themen:Rahmenplan, Gebäuderückbau und weiteres Vorgehen mit Ausblick auf Workshop zum Thema Gestaltung der Aufenthaltsbereiche.

Auf Einladung von Staatsministerin Annette Widmann-Mauz wird Nicole Razavi, Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen des Landes Baden-Württemberg, am Freitag, 17. September, das Maute-Areal besichtigen. Der Rundgang mit Turmbesteigung findet mit Bügermeister Roman Waizenegger statt und beginnt um 11 Uhr (bis 11.50 Uhr). Treffpunkt: Ecke Raichbergstraße/Zollernstraße. Von 12 bis 13.15 Uhr findet ein Austausch über das Maute-Areal im Brielhof in Hechingen statt, an dem ebenfalls Waizenegger teilnimmt.

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