Tierpflegerin Cathleen Tzschoch spendiert Shetlandpony „Bronco“ an heißen Tagen eine Dusche. Foto: Schabe

Die Hitze macht nicht nur Menschen, sondern auch Tieren zu schaffen. Den Vierbeinern im Lahrer Stadtpark wird auf vielfältige Weise geholfen, damit sie die hohen Temperaturen unbeschadet überstehen.

Dienstagmittag im Stadtpark. Bei Temperaturen um 30 Grad hat sich Pony „Bronco“ in den Stall verzogen – bis ihn Tierpflegerin Cathleen Tzschoch nach draußen führt. Zeit für eine Dusche.

 

Die 28-Jährige spritzt das Pony mit einem Schlauch ab, wobei sie mit den Hinterbeinen anfängt, eine Pause macht und sich langsam Richtung Rücken hocharbeitet – das Tier soll sich an die Abkühlung gewöhnen. „Bronco“ ist trotzdem nicht begeistert, tänzelt mit kleinen Schritten vom Wasserschlauch weg, kommt aber nicht weit, da er angebunden ist. „Er mag es nicht“, sagt Tzschoch schmunzelnd. Trotzdem erspart sie ihm das Ganze nicht, weil sie weiß, dass es ihm guttut.

Den Erdmännchen macht die Hitze nichts aus

„Bronco“ ist ein 32-jähriges Shetlandpony, eine Rasse, die von den 170 Kilometer nördlich von Schottland gelegenen Shetland-Inseln stammt. Südbadische Hitzesommer sind nicht ideal für ihn. Als die Dusche vorbei ist, trottet er schnell zurück in seinen Stall.

Den Erdmännchen aus Südafrika machen 30 Grad nichts aus – als sich Tzschoch ihrem Gehege nähert, flitzen sie aufgeregt umher und lassen die Tierpflegerin nicht aus den Augen, in Erwartung, dass sie gefüttert werden.

Auch bei den Totenkopfäffchen läuft alles normal – die aus Südamerika stammenden Tiere haben mit der Hitze ebenfalls kein Problem. Trotzdem schlecken sie stets begeistert an der Eisbombe – Obst und Gemüse in Wasser gefroren –, die Tzschoch regelmäßig für sie vorbereitet.

Sittiche nehmen gern eine Dusche

Die Rehe und Meerschweinchen haben keine Schweißdrüsen und können daher auch nicht schwitzen. So müssen sie sich andere Abkühlungsmethoden suchen – sie ziehen sich in ihre Ställe zurück. Das heißt auch, dass Stadtparkbesucher an heißen Tagen meist vergeblich nach ihnen Ausschau halten.

Den Meerschweinchen helfen Tzschoch und ihr Kollege Tobias Harter in der Hitze, indem sie eine Granitplatte in einem Eisschrank herabkühlen und dann in ihr Gehege legen – die putzigen Tiere mögen diese Abkühlung sehr, so die Tierpflegerin.

Der Käfig für die Sittiche verfügt indes über eine Düse, die Wassernebel versprüht – die Vögel fliegen dort hin und lassen sich abduschen.

Im Übrigen geht es den Tieren im Stadtpark jetzt wie vielen Menschen: „Sie trinken viel und fühlen sich schlapp“, erzählt Tzschoch, die auch die Ernährung der Vierbeiner angepasst hat – sie gibt ihnen gerade viel „Saftfutter“, etwa Äpfel.