Für große Aufregung sorgt am Donnerstag eine Meldung zum Trinkwasser. Demnach müsse es in mehreren Gemeinden angekocht werden.
Im Landkreis Calw und im Enzkreis sei eine bakterielle Verunreinigung des Trinkwassers festgestellt worden, heißt es in einer Nachricht, die am Donnerstag im Umlauf ist. Sie stammt angeblich vom Landratsamt Calw. Betroffen seien die Gemeinden Althengstett, Bad Liebenzell, Bad Teinach-Zavelstein, Calw, Neuweiler, Oberreichenbach, Schömberg, Unterreichenbach, Engelsbrand und das Gewerbegebiet Würzbacher Kreuz.
Um gesundheitliche Risiken zu vermeiden, werde empfohlen, das Wasser vor dem Trinken, Kochen und Zähneputzen oder beim Reinigen offener Wunden sprudelnd abzukochen, heißt es in dieser Meldung weiter.
Pressesprecherin dementiert
Nichts davon ist wahr. Die Nachricht stammt auch nicht vom Landratsamt Calw. Das teilte Mara Müssle auf Anfrage unserer Redaktion mit. Sie ist Pressesprecherin des Landratsamtes Calw. Das Landratsamt wisse aber von der Falschmeldung, teilte sie mit.
Stattdessen bestätigt Müssle, was derzeit auf der Homepage des Landratsamtes Calw zu lesen ist. Demnach wird der Grenzwert von Enterokokken im Trinkwasser von Ostelsheim überschritten. Das sind Bakterien, die im Darm von Tieren und Menschen, auf Pflanzen, im Wasser und im Erdboden vorkommen. Werden sie im Trinkwasser nachgewiesen, gilt es als verunreinigt.
Nur Ostelsheim betroffen
Um eine Gefährdung der Gesundheit auszuschließen, muss das Leitungswasser in der gesamten Gemeinde Ostelsheim ab sofort bis auf Widerruf abgekocht werden. „Dies betrifft das Wasser zum Trinken, zur Zubereitung von Nahrung und Getränken, zum Abwaschen von Obst und Gemüse, zum Zähneputzen sowie zu medizinischen Zwecken, zum Beispiel zur Reinigung von Wunden oder Nasenspülen. Es wird empfohlen, das Wasser einmalig sprudelnd aufzukochen und dann langsam über mindestens zehn Minuten langsam abkühlen zu lassen. Die Verwendung eines Wasserkochers ist aus praktischen Gründen zu empfehlen“, teilt das Landratsamt Calw mit.
„Andere Gemeinden sind derzeit nicht betroffen“, heißt es ausdrücklich auf der Homepage des Landratsamtes.
Die Behörde hebt das Abkochgebot wieder auf, wenn Nachuntersuchungen eine einwandfreie Trinkwasserqualität ergeben.