Das Podium des diesjährigen fischer Abiturientenforums (von links): Melvin Kateke, Henry Hoffmann, Wolfgang Pott, Annahita Esmailzadeh und Marco Thiess Foto: fischer

Rund 200 Schülerinnen und Schüler aus sechs Gymnasien der Region besuchten das elfte Abiturientenforum der Unternehmensgruppe Fischer am Standort in Tumlingen. „New Work“ – wie arbeiten wir in der Zukunft?“ lautete das Thema.

Andreas Voll stellte als Vorsitzender der Geschäftsführung den Gästen des Gymnasiums Dornstetten, des Martin-Gerbert-Gymnasiums in Horb, des Otto-Hahn-Gymnasiums in Nagold, des Kepler Gymnasiums, der Heinrich-Schickhardt-Schule und der Eduard-Spranger-Schule aus Freudenstadt zunächst das Unternehmen vor, für das heute 5600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in 50 Landesgesellschaften weltweit arbeiten. „Wenn Sie Teil eines innovativen, motivierten und globalen, aber auch heimatverbundenen Teams werden wollen, dann sind Sie bei der Unternehmensgruppe Fischer goldrichtig“, betonte er.

Duale Studentin gibt Einblicke in die Ausbildung

Dass sich Fischer schon lange mit dem Thema „New Work“ auseinandersetzt, davon berichtete Alessia Amon. Als DH-Studentin BWL – International Business gab sie den potenziellen Nachwuchskräften Einblicke in eine Ausbildung bei Fischer. Auch ein Team aus dem sogenannten Digital Talent Pool berichtete davon, wie bei der Unternehmensgruppe in Zukunft gearbeitet wird.

Henry Hoffmann und Melvin Kateke sind Schüler am Otto-Hahn-Gymnasium in Nagold und am Gymnasium Dornstetten. Auf dem Podium diskutierten sie zu „New Work“ mit der Business-Influencerin, Tech-Leaderin und Bestsellerautorin Annahita Esmailzadeh, mit Marco Thiess, dem Leiter des Globalen Innovationsmanagements der Unternehmensgruppe Fischer und mit Wolfgang Pott, der für die Unternehmenskommunikation bei Fischer zuständig ist und die Veranstaltung moderierte.

Von Nichts kommt Nichts

Für Annahita Esmailzadeh bedeutet „New Work“ in erster Linie Teilhabe und Freiheit. Und damit einhergehend mehr Flexibilität beim Arbeiten.

„Wir leben im Zeitalter der Digitalisierung und der Globalisierung. Selbstverständlich müssen wir unsere Arbeitswelt danach ausrichten“, sagte sie auf dem Tumlinger Podium. „New Work“ sei dabei komplexer als es ‚Sabbaticals‘, ‚Homeoffice‘ und ‚Workation‘ seien. Vielmehr gehe es um eine neue Art der Führung und Selbstführung. „Auch mit flexibleren Arbeitszeiten und Arbeitsplatzgestaltungen gilt die Devise: Von Nichts kommt Nichts. Nur mit Fleiß und Disziplin wird man erfolgreich. Deshalb sind in einer neuen Arbeitswelt Selbstdisziplin und Selbstfürsorge wichtiger denn je. Wenn ich den Laptop immer und überall dabei habe, ist es umso schwieriger, eine klare Grenze zwischen Arbeit und Freizeit zu ziehen“, sagte sie.

Marco Thiess betonte, dass es gerade dann, wenn Arbeit und Freizeit ineinander übergingen, umso wichtiger sei, dass die Arbeit Spaß mache. „Probiert euch deshalb aus, testet und seid offen. Wagt immer wieder Neues. Besonders in der Ausbildung oder im Studium könnt ihr die Zeit nutzen, um euch im Berufsleben ‚zu finden‘. So viel Flexibilität habt ihr später nie wieder“, gab er den Schülerinnen und Schülern mit auf den Weg. Für Henry Hoffmann und Melvin Kateke bedeutet „New Work“ auch, dass gängige Statussymbole wie Dienstwagen an Bedeutung verlieren.

Wir sind priviligiert

Wichtig ist den beiden ein gutes Gehalt. Und, dass ihre Arbeit sinnstiftend ist. „Die junge Generation wird mit veränderten Werten groß. Klimawandel und Nachhaltigkeit sind für sie ganz zentral. Klar, dass da ein großes Firmenauto nicht mehr so gut ankommt“, sagte Annahita Esmailzadeh. „Eine gewisse Flexibilität beim Arbeiten ist sicherlich nicht schlecht“, sagt Henry Hoffmann. „Wichtiger ist mir jedoch eine klare Grenze zwischen Arbeit und Freizeit. Und, dass ich ländlich lebe. Ich mag das auf Sicherheit bedachte Denken im Schwabenländle“, resümierte er. Melvin Kateke fand, dass „New Work“ ein Thema sei, das in Zeiten von ortsunabhängigem Arbeiten global anzugehen sei. „Nur weil wir so privilegiert sind, sollten wir nicht vergessen, auch andere Länder in die Debatte mit einzubeziehen.“ Beide waren sich während der Diskussion einig, dass „New Work“ Luxus sei. Denn in vielen Ländern und Berufen stelle sich die Frage nach flexiblen Arbeitszeiten gar nicht. Beispielsweise in medizinischen Berufen, oder im Handwerk. Das Abiturientenforum fand in diesem Jahr bereits zum elften Mal statt.