Ein bunter Abistreich ging daneben – aber die Reaktion der Schüler zeigt Größe, findet unser Autor. Böse Kommentare in den sozialen Medien sind.
Eigentlich sollte es ein Abschiedsgruß mit Augenzwinkern sein – am Ende wurde es ein ein bunter Volltreffer – leider ins eigene Netz: Der Abistreich am Eugen-Bolz-Gymnasium in Rottenburg ist, sagen wir mal, gründlich daneben gegangen. Statt kurzlebiger Sprühkreide zierte dauerhaftes Bunt das Schulhaus. Jetzt müssen die Schüler in den Ferien streichen.
Klar, das war keine Glanzleistung in Sachen Materialwahl. Aber es war auch kein Akt der Zerstörung. Es war ein Fehler. Und so etwas passiert – nicht nur 18-Jährigen mit Farbdosen, sondern auch gestandenen Leuten, die mehr Lebenserfahrung besitzen. Wer jetzt mit Häme um sich wirft, vergisst vielleicht, wie leicht man sich bei harmlosen Ideen auch mal gründlich verschätzt.
Die Schüler stehen zu ihrem Fehler
Wichtig ist: Niemand hat sich gedrückt. Die Schüler sagen offen: „Das ging schief.“ Sie sammeln Spenden, greifen selbst zum Pinsel und versuchen, den Schaden wiedergutzumachen. Kein Herumlavieren, keine Schuldzuweisungen. Das verdient Anerkennung – oder zumindest Nachsicht.
Denn ehrlich: Ein missglückter Abistreich ist kein Weltuntergang. Es ist ein Stück Schulgeschichte mit Flecken, die bald übermalt sind. Wer sich nun im Netz empört, sollte sich fragen, ob man von Jugendlichen wirklich immer perfekt geplante Gags erwartet – und ob man selbst als Schüler nicht auch mal übers Ziel hinausgeschossen ist. Der Unterschied? In Zeiten von Social Media reicht ein Farb-Desaster – und schon beginnt die öffentliche Debatte.
In ein paar Jahren wird man sich davon erzählen
Die Farbe ist hartnäckig – und der Streich bleibt hängen. Vielleicht nicht so, wie die Schüler es geplant hatten, aber als Geschichte, die sich noch viele Jahrgänge erzählen werden.
Und was das Wichtigste ist: Die Schule ist bald wieder sauber – und das Leben geht weiter. Mit einem neuen Anstrich.