Für 36 Abiturienten am Gymnasium am Rosenberg in Oberndorf bricht nun die heiße Phase an. Foto: Coluccia/Montage: Holweger

„Abitur, bitte Ruhe!“ heißt es ab Dienstag auch am Gymnasium am Rosenberg. Die schriftlichen Prüfungen beginnen. Was dieses Mal besonders ist, und ob die Umstellung auf G9 schon erste Auswirkungen zeigt, erklärt uns Schulleiter Dirk Weigold.

Für 382 Schüler an allgemeinbildenden Gymnasien und Gemeinschaftsschulen mit gymnasialer Oberstufe im Kreis Rottweil wird es jetzt ernst: Am Dienstag beginnen die schriftlichen Abiturprüfungen – traditionell mit dem Fach Deutsch. In Oberndorf geht es heuer für 36 Abiturienten in die heiße Phase. Die Herausforderung: Zeitlich wird es diesmal eng.

 

Wenn auch weniger für die Prüflinge als vielmehr für das Lehrpersonal. Das liegt an der sehr engen Taktung des dreistufigen Korrekturverfahrens, erklärt uns Dirk Weigold, Schulleiter am Gymnasium am Rosenberg.

Längere Vorbereitungszeit

Der Zeitraum, bis alle schriftlichen Abiturprüfungen vorbei sind, sei sehr lang. So finde die letzte Prüfung erst am 20. Mai in Physik statt. „Damit bleibt für die Lehrkräfte nur ein sehr enges Zeitfenster für die jeweilige Erst- und Zweitkorrektur der Prüfungsarbeiten. Die Drittkorrektur muss sogar in den Pfingstferien erfolgen, da es ab 30. Juni (zweite Woche nach den Pfingstferien) bereits mit dem mündlichen Abitur weiter geht“, so Weigold. Das wiederum läuft dann bis zum 2. Juli. Die Abiturzeugnisse werden am 9. Juli ausgegeben.

Dass die Prüfungen durch die späten Fasnetsferien zeitlich nach hinten verschoben sind, war seiner Ansicht nach für die Schüler nicht von Nachteil. Im Gegenteil: So sei die Vorbereitungszeit etwas länger als sonst gewesen.

Die meisten Prüflinge in Englisch

Als Zusatzmöglichkeit zur intensiven Vorbereitung hatte die Schule noch einen Ferienkurs für Mathematik angeboten. Am Montag war zudem ein letztes Mal Gelegenheit, offene Fragen mit den Lehrern zu klären und letzte Wissenslücken zu füllen, ehe es am Dienstag ernst wird.

Die Prüfungsfächer mit den meisten Prüflingen seien Deutsch (23 Schüler) und Englisch (25 Schüler). Ansonsten liege die Anzahl zwischen sieben bis 13 Prüflingen pro Prüfungsfach, erfahren wir vom Schulleiter.

In der Deutsch-Prüfung können die Schüler aus den folgenden Themen wählen: Erörterung, Interpretation literarischer Texte, Analyse oder Erörterung pragmatischer Texte, materialgestütztes Schreiben. Pflichtlektüre war in diesem Jahr Georg Büchners „Woyzeck“ und Juli Zehs „Corpus Delicti“. Für die Prüfung haben sie fünf Stunden und 15 Minuten Zeit.

Mathe am 9. Mai

Am 5. Mai geht es, je nach Leistungsfach, mit Prüfungen in Kunst, Geografie, Geschichte, Gemeinschaftskunde, Religion und Co. weiter. Am 7. Mai steht die Englischprüfung an. Was die Schüler in Mathematik zu den Themen Analysis, Analytische Geometrie und Stochastik gelernt haben, dürfen sie am 9. Mai unter Beweis stellen.

Mehr Zeit in Physik

Und welche besonderen Herausforderungen warten in diesem Jahr auf die Prüflinge. „Es gibt ein paar kleinere Änderungen in manchen Prüfungsfächern, die ich aber nicht als besondere Herausforderung bezeichnen würde“, sagt Weigold dazu. So sei im Fach Physik die Prüfungszeit verlängert worden, was daran liege, dass die Schüler seit diesem Jahr selber eine Aufgabenauswahl aus der Gesamtheit aller gestellten Aufgaben treffen müssten.

„Bisher war es in Physik so, dass die Lehrkraft des Leistungskurses diese Auswahl am Prüfungsmorgen vorgenommen hat und die Schüler nicht mehr wählen durften. Da die jetzige Aufgabenauswahl durch die Schüler natürlich zusätzliche Zeit beansprucht, wurde die Prüfungsdauer entsprechend verlängert“, erklärt der Oberndorfer Schulleiter.

Umstellung nach den Sommerferien

Und wie macht sich die geplante Umstellung des Schulsystems von G8 zu G9 mit Abitur in Klasse 13 bemerkbar? Vorerst noch gar nicht, meint Dirk Weigold. „Die aktuellen Sechstklässler sind der letzte G8-Jahrgang.“ Dieser werde im Normalfall 2031 das Abitur absolvieren. „2032 findet kein Abitur statt.“

2033 würden dann die aktuellen Fünftklässler das erste G9-Abitur nach der jetzigen Schulreform schreiben. „Insofern laufen die zukünftigen sechs Abiturjahrgänge noch wie bisher“, sagt Weigold.

Eine kleine Umstellung gibt es also nach den Sommerferien lediglich für die aktuellen Fünftklässler. Sie sind nach G8-Modell eingestiegen, werden nach den Ferien zu G9ern – und damit eine verringerte Wochenstundenanzahl und folglich auch weniger Nachmittagsunterricht haben als die bisherigen Jahrgänge.