„You can do it“ steht auf einem der Plakate, die vor der Turnhalle des Otto-Hahn-Gymnasiums hängen und die Schüler bei den schriftlichen Abiturprüfungen unterstützen. Foto: Slama

Die ersten Prüfungen haben die Abiturienten in der ersten Woche nun hinter sich gebracht – die Stimmung am Nagolder OHG schwankt von Erleichterung bis hin zu neuer Anspannung.

Seit einer Woche laufen in Baden-Württemberg die schriftlichen Abiturprüfungen der allgemeinbildenden Gymnasien.

 

Begonnen haben sie am Freitag, 17. April, mit dem Fach Latein. Die letzte schriftliche Prüfung steht am 8. Mai mit Französisch an. Für die Abiturienten bedeutet das: lernen, hoffen – und durchhalten.

So unterschiedlich ist die Stimmung der Abiturienten

Am Otto-Hahn-Gymnasium haben wir nachgefragt, wie die Stimmung unter den Schülern nach den ersten Prüfungen ist. Zwischen Stress, Anspannung und Erleichterung zeigt sich dabei ein gemischtes Bild.

Bennett Kiofsky hatte vor der Biologieprüfung keine allzu hohen Erwartungen. Nach der Klausur zeigte er sich jedoch erleichtert: Sie sei deutlich besser gelaufen, als er zuvor gedacht habe. Trotzdem schätzt er sein Ergebnis realistisch eher auf unter zehn Punkte ein. Mit dem Lernen habe er etwa zwei Wochen vor der Prüfung intensiv begonnen.

„Ich hätte mir weniger Stress machen sollen“

Auch Zeynep Polat geht mit einem guten Gefühl aus der Biologieprüfung. Vorher habe sie gedacht, man müsse sehr viel auswendig lernen.

Letztlich sei die Klausur aber vor allem materialgebunden gewesen. Für die kommenden Prüfungen nimmt sie deshalb eine wichtige Erkenntnis mit: „Wenn ich zurückblicke, hätte ich mir nicht so viel Stress machen müssen.“

Charlotte Gröning hoffte vor allem darauf, dass sich die intensive Vorbereitung auszahlen würde. Sie spricht damit eine Sorge an, die viele Abiturienten teilen: „Man hat Angst, dass etwas drankommt, worauf man sich nicht vorbereitet hat.“ Umso glücklicher war sie, die Prüfung mit einem positiven Gefühl zu verlassen. „Die Klausur war machbar. Ich hoffe auf elf oder zwölf Punkte.“

„Ich hatte eigentlich gar keinen Stress“

Die Stimmung während der Abiturphase am OHG Nagold ist unterschiedlich. Während manche versuchen, ruhig zu bleiben, stehen andere unter großem Druck. Tim Kantowski berichtet von seiner Erfahrung am Prüfungstag in Physik: „Ich hatte eigentlich gar keinen Stress und es hat sich angefühlt wie an jedem anderen Schultag.“

Er begann wie sein Kommilitone Mert Celik mehrere Monate zuvor mit dem Lernen auf die Physikklausur. Das habe beiden geholfen: „Ich hatte ziemlich wenig Stress vor der Abiturprüfung“, berichtet Celik.

Wie die beiden setzen viele Abiturienten auf feste Lernpläne, Pausen und genügend Schlaf, um konzentriert durch die Prüfungszeit zu kommen.

Celik ist nach der geschafften Prüfung einerseits erleichtert, dass die Aufgaben machbar waren. Aber: „Im Vergleich war die Probeklausur im Physikkurs deutlich einfacher.“

Diese Glücksbringer waren in den Prüfungen mit dabei

Auch am Prüfungstag selbst werden von den Abiturienten ausreichend Essen und Getränke mit in die Prüfung genommen – einigen hilft auch der persönliche Glücksbringer. Tim Kantowski begleiteten zwei Glücksbringer in die Prüfung: eine Porzellankatze seiner Freundin und ein Holz-Herz seiner Mutter.

Mert Celik nahm eine analoge Uhr als emotionale Unterstützung mit in die Physikprüfung. Gleichzeitig hängen an der Turnhalle Plakate aus und unterstützen mit motivierenden Sprüchen jeden einzelnen Abiturienten persönlich.