Kommenden Montag starten am Schopfheimer Theodor-Heuss-Gymnasium die Abiturprüfungen: Endspurt für 95 Jugendliche nach 13 Jahren Schule.
In den kommenden zweieinhalb Wochen bis zum 8. Mai werden 95 Prüflinge am THG in ihren je drei gewählten Leistungsfächern eine schriftliche Prüfung ablegen. Anfang Juli folgen dann an zwei Tagen die mündlichen Prüfungen, die die Schüler in der Regel in zwei Fächern ablegen. Noch am Abend des letzten Prüfungstags dann Sektempfang und Überreichung der Abizeugnisse in Kopie, eine Woche später der offizielle Abschluss beim Abiball in der Stadthalle – und tschüss THG!
Bis dahin freilich gilt es für die knapp hundert Prüflinge, aufreibende Prüfungssituationen zu bestehen und dabei die Nerven zu bewahren. Und auch der Rest der Schulgemeinschaft bleibt nicht ungeschoren, wie ein Anruf beim kommissarische Schulleiter Matthias Kreutz mitten im Endspurt der Vorbereitungen am Freitagvormittag zeigt.
Spanisch macht den Anfang
Im für alle Gymnasien landesweit gleich-getakteten Prüfungsmarathon ist just zu diesem Zeitpunkt gerade der Startschuss für das schriftliche Abi bereits gefallen – allerdings in einem Fach, das am Schopfheimer Gymnasium nicht als Leistungsfach angeboten wird: Latein. Somit springt das THG erst am Montag mit auf – mit erst einmal nur sechs Prüflingen: Spanisch steht auf dem Programm, und gemeinsam mit Musik ist dies das Fach mit den wenigsten Schülern auf Leistungsfach-Niveau. Auf der anderen Seite der Skala finden sich die traditionell stärksten Fächer Englisch, Mathe und Deutsch mit je etwa 40 bis 50 Prüflingen.
Gar nicht als Leistungsfach geprüft werden in diesem Jahr die Fächer Geschichte. Gemeinschaftskunde und Bildende Kunst: Das Interesse war hier so gering, dass die entsprechenden Fächer nicht als Leistungsfächer angeboten werden konnten, erläutert Kreutz.
Prüfungen jeden Tag
Insbesondere in der erste Prüfungswoche geht es Schlag auf Schlag, mit Prüfungen an jedem einzelnen Tag, und mit Dienstag als „Großkampftag“: Hier schwitzen die Abiturienten in gleich fünf Kursen parallel.
Und während mit den Französisch-Prüfungen am 8. Mai das Finale der regulären Prüfungen über die Bühne geht, laufen parallel dazu unter Umständen schon die Nachprüfungen für diejenigen, die den Regeltermin nicht wahrnehmen konnten. „Für die Nachtermine ist der Zeitraum bis zum 22. Mai reserviert – immer in der Hoffnung, dass wir sie nicht brauchen“, so Kreutz mit Blick auf den zusätzlichen Aufwand.
Apropos: „Der Aufwand rund um die Abitur-Prüfungen ist groß“, hält Kreutz fest, der die Organisation des Abi-Geschäfts als stellvertretender Schulleiter bereits seit 2019 unter seinen Fittichen hat. „Es gibt kaum einen Kollegen, der nicht auf die ein oder andere Weise involviert ist – sei es schlicht durch Raumänderungen, sei es in der Aufsicht.“ Zwei Personen je Prüfungsraum plus Gang-Aufsicht so die Faustregel – macht beispielsweise für den Dienstag mit seinen fünf parallelen Prüfungen 14 Lehrkräfte je Zeitslot allein fürs „Aufpassen“.
Korrekturen bis Pfingsten
Damit freilich ist es nicht getan in Sachen Extra-Aufwand: Nach den Prüfungen folgen die Korrekturen in mehreren Runden, und dafür werden die Fachlehrer tageweise freigestellt. Zunächst für die Begutachtung der THG-eigenen Prüfungsleistungen, dann für die Zweitbegutachtung von Abitursleistungen aus anderen Schulen, plus unter Umständen eine dritte Begutachtung, wenn die Bewertungen allzu weit auseinanderliegen: „Das zieht sich bis Pfingsten“, weiß der kommissarische Schulleiter. Der ein oder andere Unterrichtsausfall für die übrigen Schüler sei da kaum vermeidbar, werde aber möglichst in Grenzen gehalten.
Anders dann, wenn die „Mündlichen“ anstehen: Knapp hundert Schüler, in der Regel jeweils zwei Prüfungen, das ganze an zwei Tagen: Das Programm am 2. und 3. Juli ist derart dicht gepackt, dass ein Drumherum-Organisieren schlicht keinen Sinn macht: Alles, was nicht Abiturient ist, hat an diesen beiden Tag frei.
Gut vorbereitet
Viel Aufwand fürs Abi also – für den Kreutz sich und sein Team indes gut gewappnet sieht. „Jedes Rädchen weiß, wie es sich drehen muss“, von den Lehrerkollegen über das Sekretariat bis zu den Hausmeistern, die die Räume in der eigens abgesperrten Etage prüfungskonform einrichten müssen. Und nicht zuletzt dürften auch die Schüler sich gut vorbereitet ins Prüfungsgeschehen stürzten.