Die Abiturienten des Jahrgangs 2021 des Gymnasiums Schramberg zum Abschluss auf der Bühne der Aula versammelt Foto: Wegner

Die Corona-Pandemie hat vieles in den vergangenen anderthalb Jahren unmöglich gemacht - aber den Abschluss konnten die 55 Abiturienten des Gymnasiums Schramberg zumindest mit Eltern, Geschwistern und Angehörigen in der Aula und später unter sich im "Bruckbeck" feiern.

Schramberg - Zum Abschied zitierte Schulleiter Oliver Porsch in Anlehnung an das Motto der Abiturienten als "Abinauten" aus dem "Kleinen Prinz" auch die Stelle bei der sich der Fuchs mit einem kleinen Abstand zwischen Fuchs und Prinz - wahrscheinlich 1,50 Meter wie Porsch einflocht –, setzen sollte, als es um die Frage der Freundschaft ging. In Anspielung auf die vom kleinen Prinzen zurückgelassene Rose gab es auch für jeden Schüler anschließend zu seinem Zeugnis eine Rose hinzu.

Mit dem Herzen geschaut

Und wie der "Kleine Prinz" vom Fuchs erfährt, dass man "nur mit dem Herzen gut sieht" hätten die Abiturienten "in den letzten zwei Jahren in der Schule schon sehr oft mit dem Herzen geschaut." Sie hätten erkannt, "dass es wichtig ist, als Jahrgang zusammenzuhalten und sich gegenseitig zu unterstützen. Ihr habt euch in eurem Jahrgang – meinem Empfinden nach – sehr mit einander vertraut gemacht und in guter Gemeinschaft die Kursstufenzeit verbracht", sagte der Schulleiter.

An so manche Episode aus der gesamten Zeit am Gymnasium erinnerten sich bei der Schülerrede Sarah Klausmann und Orell Stephan im Zwiegespräch. Mit 90 Schülern in drei Klassen habe man begonnen – "nach zahlreichen Verlusten" seien dann 59 in die Oberstufe gestartet.

Sie streiften die Klassenfahrten in der Unter- und Mittelstufe und konnten zumindest von einer Fahrt eines Kurses zu Beginn der Oberstufenzeit berichten, bevor Corona weiteres unterband.

Dafür seien die Handynutzungszeiten an der Schule noch lockerer gehandhabt worden – und technische Programme hätten zwar den Unterricht ermöglicht, "für die ein oder andere Lehrkraft" aber auch "eine Hürde dargestellt".

Aber die Pandemie sei zum Glück nicht das einzige gewesen, "was unsere Oberstufenzeit geprägt hat". Und durch private Feiern sei die Gemeinschaft dennoch gestärkt worden. Jetzt, mit den "Abinauten-Pässen in den Händen" seien sie "Ready for Take-off".

Mit selbstgedrehten Filmsequenzen und Bildern erinnerte Mia-Pauline Bieg in einer Zusammenstellung an so manche Begebenheit in acht Schuljahren und zeigte dabei auch Eigenheiten von so manchem ihrer Kurskollegen auf.

Die geschäftsführende Schulleiterin der Schramberger Schulen, Tanja Witkowski, hatte an diesem Abend bei ihrem ersten Einsatz als OB-Stellvertreterin in dieser frisch am Donnerstag übernommenen Funktion das "tolle Gesamtergebnis" mit einem Schnitt von 2,1 gelobt.

Zweimal "Traumnote"

Die Absolventen, so Witkowski, hätten es trotz Pandemie geschafft, "am Ball zu bleiben" und sich auf die Prüfungen vorzubereiten. "Jetzt fliegt hoch hinaus als Abinauten" – und "fast völlig losgelöst von der Erde wie im Lied ›Major Tom‹", sagte sie, empfahl aber Schramberg nicht zu vergessen. Bei der Zeugnisübergabe, bei der die Schüler einzeln auf die Bühne kamen und aus Händen des Schulleiters das Dokument erhielten, wurde ­ gleichzeitig auch ein entsprechendes Kinderbild gezeigt, was oft zum Schmunzeln anregte. Nach der daran anschließenden Verleihung der einzelnen Preise – zwei Schüler, Lorenz Pfaff und Roman Wußler, hatten mit der "Traumnote 1,0" abgeschlossen, wurde der Rest des Abends musikalisch.

Rosa-Maria Schneider und Michelle Minnich, die an dem Abend die Ansage übernommen hatten, dankten allerdings zuvor noch neben den Lehrern, die sie gut auf das Abitur vorbereitet hätten aber auch der Stadt, für die Unterstützung damit dieser Abend überhaupt möglich geworden sei – der nach zunächst anderen Plänen dann doch in der Aula der Schule stattfand. Dank von verschiedener Seite ging zudem an das Schulsekretariat mit Michaela King und Ulrike Gaulinger sowie Hausmeister Michael Kopp für die Unterstützung.

Nicht nur den eigens von Malte Haberstroh und Orell Stephan geschriebenen Abisong ("Wir sind die Abinauten, besser als die Nasa"), gab die Abiband zum Besten, sondern wartete mit weiteren Liedern auf, die für stürmischen Applaus sorgen.

Elisa Brugger hatte zudem ihre Mitsängerinnen des Trios Emelva mitgebracht, die bei ihrem Vortrag begeisterten. Nicht minder beklatscht wurden auch die Darbietungen des Musik-Leistungskurses, teilweise dirigiert von Thomas Kuhner, wie eine "intergalaktische Revue", die in Husten alias Houston stoppte – alles passend zu dem von den Schülern gewählten Thema Abinauten. Zuvor hatten sie auch noch treffend musikalisch eine Home-Schooling-Schulstunde intoniert – die mit dem Ruf einer Mutter zum Mittagessen endete.

Info: Die Preisträger

Preise (in der Reihe des Notenschnitts; 1,0 bis 1,5): Lorenz Pfaff, Roman Wußler, Yannick Wegner, Rosa-Maria Schneider, Emily-Lou Rajsp, Eva Maurer, Orell Stephan, Elisa Brugger, Mia-Pauline Bieg, Sophia Armbruster, Vanessa Dieterle, Jeffrey Jäckle und Kira Feddersen

Belobigungen (Von 1,6 bis 1,8): Jannik Ginter, David Dieterle, Sinja Hölig, Michelle Minnich, Andreas Dudin, Hannah Armbruster, Jona Wild, Sophia Aust und Lars Obergfell

Scheffelpreis (Deutsch): Jeffrey Jäckle

Sonderpreis Bildende Kunst: Sinja Hölig

Sonderpreis Chemie: Roman Wußler

Sonderpreis Fremdsprachen: Yannick Wegner

Sonderpreis Geschichte: Sinja Hölig

Sonderpreis der Mathematiker-Vereinigung: Roman Wußler

Sonderpreis Mathematik und Naturwissenschaften: Roman Wußler

Sonderpreis Musik: Elisa Brugger

Sonderpreis Physik: Roman Wußler, Jannik Ginter, Lars Obergfell und Orell Stephan

Sonderpreis der Evangelischen Landeskirche: Mia-Pauline Bieg

Sonderpreis der Diözese Rottenburg-Stuttgart: Rosa-Maria Schneider

Ferry-Porsche-Preis für Physik: Roman Wußler

Sozialpreis: Rosa-Maria Schneider und Elisa Brugger

Wirtschaftskundliche Preise: Lorenz Pfaff und Yannick Wegner