Derya Türk-Nachbaur (rechts) tauscht sich mit Ilona Weißhaar aus. Foto: Krämer

SPD-Bundestagsabgeordnete Derya Türk-Nachbaur besuchte die Seniorenassistenz Schmetterling in Rottweil. Beide sehen beim Thema Pflege großen Handlungsbedarf.

Das Gesundheits- und Pflegesystem ist überlastet, die Kosten steigen – und die Politik sucht nach Antworten. Eine davon könnte in der Rottweiler Innenstadt zu finden sein. SPD-Bundestagsabgeordnete Derya Türk-Nachbaur, die zugleich das Amt der Parlamentarischen Geschäftsführerin ihrer Fraktion innehat, besuchte die Seniorenassistenz Schmetterling, um sich ein Bild vor Ort zu machen.

 

Im Gespräch mit Pflegefachkraft Ilona Weißhaar wurde schnell klar, worum es geht: Viele ältere Menschen brauchen keine klassische Pflege, aber sie kommen auch nicht mehr vollständig alleine zurecht. Zwischen diesen beiden Polen klafft eine Lücke, die das „Schmetterling“-Team seit 2020 schließt: mit Hausputz, gemeinsamem Kochen, Wocheneinkauf und einem offenen Ohr. Eine Vielzahl an Mitarbeitern unterstützt 700 Menschen in den Landkreisen Rottweil, Tuttlingen, Zollernalb und Schwarzwald-Baar.

„Der demografische Wandel zwingt uns, unser Pflegesystem neu zu denken. In einer Zeit, in der öffentliche Pflegeeinrichtungen zunehmend überlastet und für viele schlicht unbezahlbar geworden sind, leisten ambulante Dienstleister einen unverzichtbaren Beitrag zur Stabilität unseres Pflegesystems“, positionierte sich Türk-Nachbaur.

Weißhaar schilderte der Abgeordneten die konkreten Belastungen des Alltags: Die langen Fahrstrecken im ländlichen Raum machten hohe Spritpreise zur spürbaren Dauerbelastung. Dazu kämen bürokratische Hürden und Berufsbedingungen, die dringend verbessert werden müssten. Türk-Nachbaur zeigte Verständnis und machte Zusagen: Besonders im Hinblick auf die Gesundheits- und Krankenversicherungsreform kündigte sie zeitnahe Maßnahmen an.

Mehr als ein Alltagshelfer

Dabei ist die Seniorenassistenz mehr als ein Alltagshelfer. Kaffeenachmittage und Gymnastikkurse gehören fest zum Angebot. Denn hinter vielen der 700 betreuten Menschen stehe eine oft verschwiegene Wirklichkeit: Einsamkeit. „Für diese Menschen, die viel zu häufig unter Einsamkeit leiden, sind solche Veranstaltungen Orte der Begegnung und der Freude am Miteinander. Danke für ihre großartige Arbeit“, würdigte Türk-Nachbaur den Einsatz. Beide Seiten sind sich einig: In einer älter werdenden Gesellschaft wird die Nachfrage nach haushaltsnaher Alltagsunterstützung weiter steigen.