Betriebsleiter Henrik Dezman erläutert ausführlich die Stromerzeugung im Linacher Kraftwerk. Unser Bild zeigt (von links) Henrik Dezman, Martina Braun, MdL, Bürgermeister Heiko Wehrle und Hans-Peter Behrens, MdL. Foto: Stefan Heimpel

Der Themenkomplex "Energie aus Wasserkraft" stand im Mittelpunkt eines Besuchs der Landtagsabgeordneten Martina Braun und ihres Landtagskollegen Hans-Peter Behrens aus dem Wahlkreis Baden-Baden. Die beiden grünen Abgeordneten informierten sich bei Vorort-Terminen im Heimatwahlkreis der Linacherin Martina Braun.

Vöhrenbach - Hier tauschten sie sich auch mit Betreibern von Wasserkraftwerken über die aktuelle Situation aus. Eine wichtige Station war dabei die Linachtalsperre. Martina Braun hat ihren Kollegen Hans-Peter Behrens eingeladen, der unter anderem Mitglied im Landtagsausschuss für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft und zudem energiepolitischer Sprecher der Grünen Landtagsfraktion ist.

Zuerst ging es um die "kleine Wasserkraft" bei Michael Kromer in Hammereisenbach und bei Michael Bärmann auf dem Unterroturachhof. Michael Kromer erläuterte, dass seine drei Anlagen zusammen im Normalbetrieb eine Million Kilowattstunden erzeugen und somit 350 Haushalte mit Strom versorgen können. Wenn es allerdings zu wenig regnet, sinkt die Stromproduktion, weil weniger Wasser über die Turbinen fließt. Denn eine festgelegte Restwassermenge im Gewässer sorgt dafür, dass das Ökosystem stabil bleibt.

Auch die "kleine Wasserkraft" trägt bei

Die Kleinwasserkraftanlage von Michael Bärmann versorgt etwa zehn Haushalte mit Strom. "Jede aus Wasserkraft erzeugte Kilowattstunde Strom muss nicht durch Kohle, Gas oder Atomstrom erzeugt werden", so Martina Braun. Befriedigt stellten beide fest, dass durch ihre direkte Intervention bei Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck und Staatssekretärin Franziska Brandtner der geplante Wegfall der Förderung für kleine Wasserkraft gestrichen wurde. Nicht zuletzt wiesen die beiden Betreiber darauf hin, dass die Vorteiche eine eigene Ökologie vorweisen können und damit sehr wertvoll sind.

Winterabsenkung beantragt

Beim Besuch im Kraftwerk der Linachtalsperre war das zentrale Thema die von der Stadt aktuell beantragte Winterabsenkung für den Stausee. Zum einen ist dies eine wesentliche Sicherungsmaßnahme, zum anderen können damit mindestens zehn Prozent mehr Strom im Jahr erzeugt werden, erläuterte Betriebsleiter Henrik Dezman von der Gedea.

Denn am Stausee ist das ganze Jahr die gleiche Wasserhöhe vorgeschrieben mit einer minimalen Schwankung um Zentimeter. Begründet sei dies, so Henrik Dezman, in der Geschichte der Sanierung der Staumauer. Denn bevor man die Sanierung überhaupt anging, wurde am Stausee ein Laufwasserkraftwerk eingerichtet, mit dem Wasser aus dem Bach direkt ins Kraftwerk geleitet wurde. Nach der Sanierung ging es dann darum, möglichst schnell eine entsprechende Genehmigung zu erhalten. Und in diesem Zusammenhang blieb das Kraftwerk ein Laufwasserkraftwerk, das also nur den regulären Zufluss des Baches zur Verfügung hat.

Es geht um 60 bis 100 Zentimeter

Man wolle den Pegel im Winter nur um 60 bis 100 Zentimeter absenken, wobei man bei dieser Absenkung zusätzlichen Strom gewinnen könnte. Damit wäre man gerüstet, wenn wie üblich das Weihnachtshochwasser kommt. Das könnte man dann problemlos mit dem abgesenkten See auffangen.

Abgeordnete unterstützen Antrag auf Änderung

Vor 100 Jahren sei das Kraftwerk gebaut worden, um die Energiekrise aufzufangen. Und dies könnte man nun mit einer besseren Nutzung des Stausees wieder tun. Es gebe natürlich Bedenken zum Einfluss dieser Absenkung auf die Tiere im See, die man aber entkräften könne. Martina Braun und Hans-Peter Behrens sicherten Henrik Dezman und Bürgermeister Heiko Wehrle ihre Unterstützung zu, diese Änderung der Betriebserlaubnis zu erreichen.