Die Ortenauer Abfallwirtschaft schlägt Alarm: Teilweise versuchen Bürger, mehr als das Doppelte der vorgesehenen Müllmenge zu entsorgen – das hat Konsequenzen.
Graue Tonnen am Straßenrand, der Deckel offen, die Müllsäcke darin hoch gestapelt – so ein Bild ist laut der Ortenauer Abfallwirtschaft im Straßenbild keine Seltenheit. „Etwa zehn Prozent der Tonnen sind teils stark überfüllt“, heißt es in einer Mitteilung des kreiseigenen Betriebs.
„So kommt es beispielsweise vor, dass auf einer 60-Liter-Tonne Müllsäcke so gestapelt sind, dass teilweise mehr als die doppelte Abfallmenge zur Abfuhr bereitsteht.“ Derart überfüllte Behälter oder lose bereitgestellte Müllsäcke werden nicht entleert beziehungsweise nicht mitgenommen.
Nach der Abfallwirtschaftssatzung des Kreises dürfen Abfallbehälter nur soweit gefüllt werden, dass sich der Deckel mühelos schließen lässt. Schummeln ist nicht erlaubt: Einstampfen und Pressen von Abfällen in die Abfallbehälter ist tabu. Unter dieser Maßgabe stehen den Kunden der Abfallwirtschaft sieben Behältergrößen von 35 bis 1100 Litern zur Auswahl. Die Abfallgebühr ist gestaffelt und richtet sich nach dem gewählten Volumen.
Rote Zusatzmüllsäcke gibt es für 4,60 Euro zu kaufen
Das Abfallgebührensystem des Ortenaukreises basiert damit auf dem Prinzip einer bedarfsgerechten Entsorgung. Bei veränderten Bedürfnissen kann die Behältergröße jederzeit unkompliziert über das Kundenportal angepasst werden“, erklärt Brigitte Haas von der Abfallberatung. „Für mehr Gebührengerechtigkeit werden überfüllte Behälter verstärkt kontrolliert. Nicht ordnungsgemäß bereitgestellte Tonnen oder Säcke bleiben stehen und werden mit einem gut sichtbaren roten Hinweisaufkleber markiert.“
Und falls etwa beim Frühjahrsputz doch einmal mehr Abfall anfällt? Für gelegentlich anfallende Mehrmengen gibt es kostenpflichtige Zusatzsäcke. Die roten Säcke kosten 4,60 Euro und sind in Rathäusern, Ortsverwaltungen, allen Wertstoffhöfen sowie beim Landratsamt in Offenburg erhältlich, informiert die Ortenauer Abfallwirtschaft. Am Leerungstag können sie einfach gemeinsam mit dem Restabfallbehälter bereitgestellt werden.
Immer weniger Altpapier landet in der Grünen Tonne
Während die Ortenauer Abfallwirtschaft mit überquellenden Restmülltonnen ihre liebe Not haben, scheint es beim Papiermüll weiterhin keine Probleme zu geben. „Der neue Leerungsrhythmus hat sich gut eingespielt“, erklärt Brigitte Haas von der Abfallberatung des Eigenbetriebs. „Laut unserem Abfuhrunternehmen, der Firma Merb, haben die Beistellungen zur Grünen Tonne nicht zugenommen, die Tonnen selbst sind allerdings besser gefüllt.“
Der Hintergrund ist eine Umstellung zum zurückliegenden Jahreswechsel: Bei den Altpapiermengen hatte die Ortenauer Abfallwirtschaft in den vergangenen Jahren einen Rückgang verzeichnet. In der Konsequenz stellte der Eigenbetrieb des Kreises den Leerungsrhythmus der Grünen Tonne um. Anstatt alle drei Wochen, dürfen die Ortenauer ihren Papiermüll seither nur noch alle vier Wochen rausstellen. Die Abfallwirtschaft sieht sich in dieser Entscheidung bestätigt. „Im Rahmen der Abfallberatung zeigen wir regelmäßig Lösungen auf, sollten die Tonnen im Einzelfall nicht ausreichen.“
Neuer Leerungsrythmus wirkt sich nicht negativ aus
„Eine Empfehlung ist, Kartonagen vor dem Befüllen zu zerkleinern. Damit wird das Volumen der Grünen Tonnen deutlich besser ausgenutzt“, so Haas.
Wenn die Grünen Tonnen dauerhaft nicht reichen, komme eventuell die Aufstellung eines weiteren Behälters in Betracht. Für gelegentliche Mehrmengen sind Beistellungen zur Grünen Tonne oder eine Entsorgung über die Papiercontainer auf den Wertstoffhöfen möglich. Dabei gilt für die Grüne Tonne das Gleiche, wie für die Graue: Mülltonnen dürfen nicht überfüllt werden.
Bei weiteren Fragen zur richtigen Abfallentsorgung hilft die Abfallberatung weiter. Informationen gibt es dazu im Internet auf der Webseite abfallwirtschaft-ortenaukreis.de, in der Ortenauer Abfall-App oder unter Telefon 0781/8 05 96 00.
Zu viele Altkleider
„Für Altkleider gibt es aktuell kaum Absatzmärkte. Das führt vielerorts zu überfüllten Containern und zu Säcken, Kartons oder loser Kleidung an den Standplätzen“, erklärt der Eigenbetrieb Abfallwirtschaft Ortenaukreis und appelliert daher: „Bitte entsorgen Sie Altkleider bewusst und verantwortungsvoll. Geben Sie nur saubere, trockene und gut erhaltene Kleidung ab.“ Ist ein Container voll, sollten Spenden wieder mitgenommen werden. „Nur so lassen sich Müllablagerungen und verschmutzte Standorte vermeiden“, so Carolin Schneider als Projektverantwortliche. Neben den Containern abgelegte Kleidung verursacht hohe Entsorgungskosten, da sie häufig als Restabfall behandelt werden muss. „Grundsätzlich gilt: Geben Sie nur das weiter, was Sie selbst noch guten Gewissens tragen würden. Stark beschädigte oder verschmutzte Kleidung gehört in den Restabfall und kann zu Hause über die graue Tonne entsorgt werden“, so Schneider. Abgabemöglichkeiten für gut erhaltene Alttextilien sind die Alttextiliencontainer auf allen Wertstoffhöfen des Ortenaukreises. Gut erhaltene Kleidungsstücke können auch über Second-Hand-Geschäfte oder Flohmärkte verkauft oder bei Kleidertauschmärkten getauscht werden.