Peter Futter berichtet mit Sachkenntnis und viel Gefühl von seinen Erlebnissen auf dem Olavsweg durch Norwegen. Foto: Richard Schuster

Der Ausdauersportler Peter Futter begeisterte die Zuhörer in St. Georgen mit seinem Vortrag über seine 33-tägige Wanderung auf dem Olavsweg.

Unterhaltsame zwei Stunden erlebten zahlreiche Zuhörer bei einem nicht alltäglichen Vortrag von Peter Futter im Bürgersaal des Roten Löwen in St. Georgen. Auf Einladung der Sektion Schwarzwald des Deutschen Alpenvereins entführte der ehemalige Berufssoldat seine Gäste nach Norwegen, genauer, zu einem 33-tägigen Wanderabenteuer auf dem Olavsweg.

 

Die Strecke verläuft über fast 700 Kilometer von Oslo mit Generalrichtung Nord bis nach Trondheim. In der dortigen Kathedrale befindet sich die Grablege von Olav Haraldsson, der das Land – nicht ganz gewaltfrei – vor fast 1000 Jahren christianisierte.

Futter ist, was längere Wanderungen anbelangt, gewissermaßen ein „Wiederholungstäter“, war er doch auch schon auf dem legendären Pilgerweg ins spanische Santiago de Compostela und anderswo unterwegs. Er vermag es, spannend und realitätsnah zu erzählen und er begeisterte die faszinierten Zuhörer auch mit kleinen Videos, die er, aufgenommen unter anderem mittels einer Drohne, präsentierte.

Die teilweise auf alten Wikingerpfaden verlaufende Pilgertour startete Ende Juli 2022 mit einer, wie er sich ausdrückte, „nicht immer problemfreien“ 22-stündigen Anreise. Erst ging es mit der Bahn nach München und weiter per Flugzeug in die norwegische Hauptstadt. Das Abenteuer endete Anfang September.

Gepäck an Gewicht und Menge massiv reduziert

Mit dem Wetter, so der aktive Ausdauersportler, habe er Glück gehabt. Es habe nur zwei Regentage auf der gesamten Tour gegeben – für Norwegen sei das beileibe keine Alltäglichkeit. Peter Futter beschrieb den Gästen zunächst seine Ausrüstung. Im Rucksack fanden neben diversen Film- und Fotoutensilien, Ladekabel, Smartphone und ähnlichem die übliche Ausstattung an Wäsche, Kleidung und Hygieneartikeln Platz – alles allerdings an Gewicht und Menge massiv reduziert, „denn ich musste ja schließlich jedes Gramm tragen“. Ein Beispiel gefällig? „Eine Unterhose trug ich, eine weitere war im Rucksack,“ und so setzte sich das fort.

Übernachtet wurde in meist sehr einfachen Pilgerunterkünften, Pfarrhäusern, Blockhütten – manchmal ohne fließend Wasser, Kochmöglichkeit und ohne Strom. Er habe, so Futter, für Notfälle immer Müsli und Fertig-Reis dabeigehabt. Heiterkeit kam auf, als er die „Biokompost-Plumpsklos“ beschrieb und bildlich belegte, die er teilweise in seinen vorab per Pilger-App vorgebuchten Unterkünften antraf – es sei eben ein Abenteuer der ganz speziellen Art gewesen.

Von nordischen Kirchen und alten Wikinger-Friedhöfen

Restlos entschädigt fühlte sich der Wanderer allerdings durch die erlebten und durchwanderten beeindruckenden Landschaften – oft in deren Wildheit – die nordischen Kirchen und alten Wikinger-Friedhöfe. „Es kam vor, dass ich auf meinem Weg den ganzen Tag über nicht eine einzige Menschenseele getroffen habe.“ Allerdings sei er nicht der einzige Wanderer auf dieser einzigartigen Route gewesen. Immer wieder habe er andere Pilger getroffen, deren Wege und Tagesetappen wiederholt gekreuzt. Man habe manchmal gemeinsam übernachtet, gegessen und Erlebnisse ausgetauscht – für alle eine wunderbare Erfahrung von Kameradschaft und Einfachheit, so Futter: „Wir leben hier eh wie die Made im Speck.“

Das begeisterte Publikum nutzte nach diesem beeindruckenden Schilderungen die Möglichkeit, spezielle Fragen an Peter Futter zu richten, die dieser gern beantwortete.