Viele Geschäftsinhaber bemühten sich, ihren Kunden am Vorabend zu Halloween etwas Besonderes zu bieten. Die Besucherfrequenz war durchwachsen.
Ein langer Einkaufsabend am Vorabend zu Halloween: Das hatten sich die Weiler Händler und Einkaufscenter-Manager zusammen mit der Stadtverwaltung überlegt und „Hallowiil“ wiederbelebt, ein Abend-Shopping-Event, das es vor vielen Jahren schon einmal gegeben hat.
Der Zustrom war nach einem ersten Andrang am späten Nachmittag eher verhalten.
Und doch: Den meisten, die sich auf den Weg gemacht hatten, gefiel die Idee, einmal abends eine Runde durch die Geschäfte zu drehen und sich bei dieser Gelegenheit auch einmal mit Geschäftsinhabern zu unterhalten.
Fast schon ein Gedränge gab es bei der Eröffnung durch Oberbürgermeisterin Diana Stöcker mit musikalischer Begleitung von Bonds Bigband beim Sporthaus Gemo, wo sich die Besucher um ein uriges Feuer scharten.
Bei Familien mit kleinen Kindern kamen die orangenen und schwarzen Luftballons gut an, die an verschiedenen Stellen verteilt wurden, ebenso wie die Süßigkeiten und die Halloween-Überraschungstüten im Rheincenter.
Es brummt im Rhein-Center
Dort brummte es bis spät am Abend – „wie immer“ – wie es ein „Hallowiil“-Schlachtenbummler launig kommentierte. Am deutlichsten zu spüren war der Unterschied zu einem normalen Donnerstagabend im Bereich der Innenstadt.
Von der Sparkasse bis zum Handy-Geschäft, vom Brautmodenladen bis zum Café hatten sich viele der hier ansässigen Einzelhändler sehr bemüht, Halloween und „Hallowiil“ in ihren Schaufenstern und auch in der Dekoration innerhalb der Läden sichtbar zu machen.
Auch zwei der drei Sieger bei der Schaufensterprämierung sind hier zu finden: das Goldschmiedeatelier Kathrin Kumar (erster Platz) und das Loti Café (dritter Platz). Das zweitplatzierte Geschäft, Schöne Moden, ist nicht weit davon entfernt.
„Cool“ und „gut gemacht“ kommentieren Rosa und Ralf Homburger, die sich in einem Geschäft Feinheiten im Umgang mit dem Smartphone erklären lassen, von einer als Mickey Mouse verkleideten Verkäuferin und nicht, ohne bereitwillig einmal tief in die Schale mit „Süßem und Saurem“ zu greifen, die auf dem Tisch bereit steht.
Schalen mit Süßem und Saurem locken
Ihren „Hallowiil“-Rundgang haben sie bei der Sparkasse mit einem Glühwein begonnen, ihr Ziel ist das Kaufhaus Kaufring, wo sie noch Blut- und Leberwürste erstehen wollen.
Für die stilechte Dekoration mit gruseligen Spinnennetzen, die sich auch über die ausgestellten Mobil-Telefone ziehen, zeichnet Anastasia Gawrisch, die Inhaberin, verantwortlich.
Zu Halloween gibt es immer Aktionen
Dass sie passend zu Halloween etwas Besonderes macht, war für sie auch ganz ohne „Hallowiil“ klar.
Passend zum verlängerten Einkaufsabend – zu dem auch schon etliche Kunden hereingeschaut hätten – serviert sie aber zusätzlich noch frische Waffeln und ein Gläschen Sekt. Spenden, die sie dafür sammelt, kommen dem Weiler Tierheim zugute.
Computerspiel und Halloween-Parade
Mehr erwartet hatte sich eine Mutter, die an diesem Abend mit ihrem Sohn unterwegs ist. Das Computer-Spiel für Kinder an der Sparkasse habe ihrem Sohn zwar Spaß gemacht, und sie selbst hat einige Besorgungen gemacht.
„Es könnte mehr Stände geben“
Dennoch, die Veranstaltung habe noch mehr Potenzial, meint sie: „Es könnte mehr Stände geben“, schlägt sie vor, zum Beispiel auf dem Rathausplatz. „Oder eine Schießbude“, ergänzt ihr Sohn.
An der Volksbank verkaufen Valentin Tesche und Andreas Remdt buntes Popcorn und drehen Zuckerwatte. Zehn, fünfzehn davon seien schon über die Theke gegangen, berichten sie.
Schlange am Bratwurst-Stand
Sichtbar größer ist der Andrang gleich nebenan, wo Hans-Jürgen Misslak, der von Haus aus Markisen und Terrassendächer montiert, seinen Bratwurststand aufgestellt hat. Hier hat sich gegen 19 Uhr bereits eine kleine Schlange gebildet.
Ernüchternde Bilanz am Tag danach
Etwas ernüchternd fällt die Bilanz einiger Teilnehmer am Tag danach – Halloween – aus: Die Geschäfte im Einkaufszentrum Einkauf-Insel hätten alle länger geöffnet gehabt als sonst, bis 22 statt bis 20 Uhr.
Eine Steigerung der Besucherfrequenz hätten sie jedoch nicht feststellen können, sagt Centermanager Alexander Liebscher auf Nachfrage.
Kein Umsatzplus im Einkaufszentrum
Die Einzelhändler hätten kein Umsatzplus verzeichnen können. Dabei halte er viel von Halloween und biete seit Jahren besondere Aktivitäten aus diesem Anlass an. So konnten Kinder an Halloween und am Vorabend in der Einkauf-Insel Kekse verzieren oder Lampions basteln, während ihre Eltern in Ruhe ihre Einkäufe erledigen können.
„Einkaufsgutscheine waren ruckzuck weg“
„Wir wollen Eltern ermöglichen, mal zehn Minuten durchzuschnaufen“, so Liebscher, der in seinem Center viel Wert auf Familienfreundlichkeit legt.
Und gute Frequenz hin oder her: Die jeweils drei Einkaufsgutscheine, die man an den beiden Tagen gewinnen konnte und dafür ein Rätsel lösen musste, waren ruckzuck weg.
Auch die besonderen Angebote zu „Hallowiil“ im Rhein-Center seien gut angenommen worden, berichtet Centermanagerin und Mitorganisatorin Alev Kahraman.
Kinder-Schminkstation ist stark frequentiert
Neben einer Fotobox, wo sich die Besucher des Einkaufszentrums ablichten lassen konnten, war das unter anderem eine viel frequentierte Kinder-Schminkstation.
Auch die meisten Geschäftsinhaber hätten mitgemacht und ihre Räume passend geschmückt. „Das war wie ein Domino-Effekt.“
Nach 20 Uhr kamen weniger Leute
Noch einmal besprechen müsse man indessen, ob die Geschäfte wirklich bis 22 Uhr geöffnet sein müssten. Um 20 Uhr – der Uhrzeit, zu der normalerweise im Rheincenter die Lichter ausgehen – habe es einen merkbaren Abbruch des Kundenzustroms gegeben, hat Kahraman beobachtet.