Das Schaufenster von Goldschmiedin Kathrin Kumar war der Gewinner beim Schaufenster-Wettbewerb. Foto: Beatrice Ehrlich

Viele Geschäftsinhaber bemühten sich, ihren Kunden am Vorabend zu Halloween etwas Besonderes zu bieten. Die Besucherfrequenz war durchwachsen.

Ein langer Einkaufsabend am Vorabend zu Halloween: Das hatten sich die Weiler Händler und Einkaufscenter-Manager zusammen mit der Stadtverwaltung überlegt und „Hallowiil“ wiederbelebt, ein Abend-Shopping-Event, das es vor vielen Jahren schon einmal gegeben hat.

 

Der Zustrom war nach einem ersten Andrang am späten Nachmittag eher verhalten.

Und doch: Den meisten, die sich auf den Weg gemacht hatten, gefiel die Idee, einmal abends eine Runde durch die Geschäfte zu drehen und sich bei dieser Gelegenheit auch einmal mit Geschäftsinhabern zu unterhalten.

Fast schon ein Gedränge gab es bei der Eröffnung durch Oberbürgermeisterin Diana Stöcker mit musikalischer Begleitung von Bonds Bigband beim Sporthaus Gemo, wo sich die Besucher um ein uriges Feuer scharten.

Bonds Bigband spielte zur offiziellen Eröffnung. Foto: Beatrice Ehrlich

Bei Familien mit kleinen Kindern kamen die orangenen und schwarzen Luftballons gut an, die an verschiedenen Stellen verteilt wurden, ebenso wie die Süßigkeiten und die Halloween-Überraschungstüten im Rheincenter.

Es brummt im Rhein-Center

Dort brummte es bis spät am Abend – „wie immer“ – wie es ein „Hallowiil“-Schlachtenbummler launig kommentierte. Am deutlichsten zu spüren war der Unterschied zu einem normalen Donnerstagabend im Bereich der Innenstadt.

Lange Schlangen bildeten sich an der Kinderschminkstation im Rhein-Center. Foto: zVg/Alev Kahraman

Von der Sparkasse bis zum Handy-Geschäft, vom Brautmodenladen bis zum Café hatten sich viele der hier ansässigen Einzelhändler sehr bemüht, Halloween und „Hallowiil“ in ihren Schaufenstern und auch in der Dekoration innerhalb der Läden sichtbar zu machen.

Auch zwei der drei Sieger bei der Schaufensterprämierung sind hier zu finden: das Goldschmiedeatelier Kathrin Kumar (erster Platz) und das Loti Café (dritter Platz). Das zweitplatzierte Geschäft, Schöne Moden, ist nicht weit davon entfernt.

„Süßes und Saures“ zum Zulangen: Halloween war sichtbar bei vielen der teilnehmenden Geschäfte entlang der Hauptstraße. Foto: Beatrice Ehrlich

„Cool“ und „gut gemacht“ kommentieren Rosa und Ralf Homburger, die sich in einem Geschäft Feinheiten im Umgang mit dem Smartphone erklären lassen, von einer als Mickey Mouse verkleideten Verkäuferin und nicht, ohne bereitwillig einmal tief in die Schale mit „Süßem und Saurem“ zu greifen, die auf dem Tisch bereit steht.

Schalen mit Süßem und Saurem locken

Ihren „Hallowiil“-Rundgang haben sie bei der Sparkasse mit einem Glühwein begonnen, ihr Ziel ist das Kaufhaus Kaufring, wo sie noch Blut- und Leberwürste erstehen wollen.

Guter Rat und fantasievolle Kostüme im Handy-geschäft Foto: Beatrice Ehrlich

Für die stilechte Dekoration mit gruseligen Spinnennetzen, die sich auch über die ausgestellten Mobil-Telefone ziehen, zeichnet Anastasia Gawrisch, die Inhaberin, verantwortlich.

Zu Halloween gibt es immer Aktionen

Dass sie passend zu Halloween etwas Besonderes macht, war für sie auch ganz ohne „Hallowiil“ klar.

Hier haben sich Staub und Spinnennetze über alles gelegt. Foto: Beatrice Ehrlich

Passend zum verlängerten Einkaufsabend – zu dem auch schon etliche Kunden hereingeschaut hätten – serviert sie aber zusätzlich noch frische Waffeln und ein Gläschen Sekt. Spenden, die sie dafür sammelt, kommen dem Weiler Tierheim zugute.

Computerspiel und Halloween-Parade

Mehr erwartet hatte sich eine Mutter, die an diesem Abend mit ihrem Sohn unterwegs ist. Das Computer-Spiel für Kinder an der Sparkasse habe ihrem Sohn zwar Spaß gemacht, und sie selbst hat einige Besorgungen gemacht.

„Es könnte mehr Stände geben“

Dennoch, die Veranstaltung habe noch mehr Potenzial, meint sie: „Es könnte mehr Stände geben“, schlägt sie vor, zum Beispiel auf dem Rathausplatz. „Oder eine Schießbude“, ergänzt ihr Sohn.

Brautmode, mal anders: Elife Terzi Mendes und ihre Kolleginnen haben sich passend zu Halloween kostümiert. Foto: Beatrice Ehrlich

An der Volksbank verkaufen Valentin Tesche und Andreas Remdt buntes Popcorn und drehen Zuckerwatte. Zehn, fünfzehn davon seien schon über die Theke gegangen, berichten sie.

Schlange am Bratwurst-Stand

Sichtbar größer ist der Andrang gleich nebenan, wo Hans-Jürgen Misslak, der von Haus aus Markisen und Terrassendächer montiert, seinen Bratwurststand aufgestellt hat. Hier hat sich gegen 19 Uhr bereits eine kleine Schlange gebildet.

Ernüchternde Bilanz am Tag danach

Etwas ernüchternd fällt die Bilanz einiger Teilnehmer am Tag danach – Halloween – aus: Die Geschäfte im Einkaufszentrum Einkauf-Insel hätten alle länger geöffnet gehabt als sonst, bis 22 statt bis 20 Uhr.

Halloween lockt: Ballons in Schwarz und Orange in der Dreiländergalerie Foto: Beatrice Ehrlich

Eine Steigerung der Besucherfrequenz hätten sie jedoch nicht feststellen können, sagt Centermanager Alexander Liebscher auf Nachfrage.

Kein Umsatzplus im Einkaufszentrum

Die Einzelhändler hätten kein Umsatzplus verzeichnen können. Dabei halte er viel von Halloween und biete seit Jahren besondere Aktivitäten aus diesem Anlass an. So konnten Kinder an Halloween und am Vorabend in der Einkauf-Insel Kekse verzieren oder Lampions basteln, während ihre Eltern in Ruhe ihre Einkäufe erledigen können.

„Einkaufsgutscheine waren ruckzuck weg“

„Wir wollen Eltern ermöglichen, mal zehn Minuten durchzuschnaufen“, so Liebscher, der in seinem Center viel Wert auf Familienfreundlichkeit legt.

Aktionen zu „Hallowiil“: Zwei Freundinnen machen mit beim Stempelparcours, bei dem es Wertvolles zu gewinnen gibt. Foto: Beatrice Ehrlich

Und gute Frequenz hin oder her: Die jeweils drei Einkaufsgutscheine, die man an den beiden Tagen gewinnen konnte und dafür ein Rätsel lösen musste, waren ruckzuck weg.

Spaß mit Cupcakes: Rhein-Center-Managerin Alev Kahraman (l.) mit Musikern des Bonds Bigband Trios. Foto: zVg/Alev Kahraman

Auch die besonderen Angebote zu „Hallowiil“ im Rhein-Center seien gut angenommen worden, berichtet Centermanagerin und Mitorganisatorin Alev Kahraman.

Kinder-Schminkstation ist stark frequentiert

Neben einer Fotobox, wo sich die Besucher des Einkaufszentrums ablichten lassen konnten, war das unter anderem eine viel frequentierte Kinder-Schminkstation.

Bei der Fotobox im Rhein-Center entstanden Aufnahmen der „Hallowiil“-Besucher. Foto: zVg/Alev Kahraman

Auch die meisten Geschäftsinhaber hätten mitgemacht und ihre Räume passend geschmückt. „Das war wie ein Domino-Effekt.“

Nach 20 Uhr kamen weniger Leute

Noch einmal besprechen müsse man indessen, ob die Geschäfte wirklich bis 22 Uhr geöffnet sein müssten. Um 20 Uhr – der Uhrzeit, zu der normalerweise im Rheincenter die Lichter ausgehen – habe es einen merkbaren Abbruch des Kundenzustroms gegeben, hat Kahraman beobachtet.